“Ich habe überhaupt keine Angst vor (Bett)-Laken ... "

    • “Ich habe überhaupt keine Angst vor (Bett)-Laken ... "

      “Ich habe überhaupt keine Angst vor
      (Bett)-Laken – die Neuverfilmung schwarzer Maskulinität in Michael
      Jacksons Black or White”
      von Joe Vogel

      Dieser Artikel erschien am 19. März 2015 im Journal of Popular Music Studies: onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/jpms.12112/abstract
      Übersetzung: M.v.d.L, Ilke & Doris
      *****
      Die Musikvideopremiere von Michael Jacksons 11-minütigem Kurzfilm Black or White hatte die meisten Zuschauer in der Geschichte des Fernsehens überhaupt. Am 13. November 1991 veröffentlicht – dem Jahr, das viele als kulturellen Höhepunkt der Musikvideos betrachten – debütierte es in 27 Ländern vor geschätzten 500 Millionen Zuschauer (Williams). In den Vereinigten Staaten wurde es zeitgleich auf Fox, MTV, VH1 und BET gezeigt. Es bescherte Fox Television seine höchsten Nielsen Ratings [Einschaltquoten des amerikanischen Fernsehens; Anm.d.Übers.] in der fünfjährigen Geschichte der Sendeanstalt (Parales). International lief es ebenfalls zur Hauptsendezeit auf großen Sendergruppen, einschließlich Top of the Pops des Vereinigten Königreichs auf BBC1, Japans NHK und Australiens Channel Nine. Von Los Angeles bis Moskau versammelten sich die Menschen vor den Fernsehgeräten, um die Enthüllung des neuen Videos des King of Pop zu sehen. Der Film vereinte noch einmal Jackson und John Landis, Regisseur des bahnbrechenden Kurzfilms für Thriller (1983). Beworben wurde Black or White als Spektakel „mit den erstaunlichsten Spezialeffekten, die jemals Musik zum Leben erweckten“ (tapesalvage).

      Promovideo für Black or White
      Der Song selbst, eine Mischung aus Pop, Rock & Rap, wurde zwei Tage vor dem Video als Single offiziell veröffentlicht und erreichte eine ähnliche globale Marktdurchdringung, indem er Platz 1 in mindestens 20 Ländern erreichte, einschließlich der Vereinigten Staaten, Mexico, Zimbabwe, Israel, Frankreich und dem Vereinigten Königreich. Es war eine der weltweit erfolgreichsten Singles in Jacksons Karriere und verkaufte sich geschätzte fünf Millionen Mal. In den Vereinigten Staaten blieb sie sieben Wochen lang an der Spitze der Billboard Top 100, von Ende 1991 bis in die ersten Wochen des Jahres 1992 – seit „Billie Jean“ (1982) sein am längsten an der Chartspitze verbleibender Hit.
      Einhergehend mit seinem Erfolg löste Black or White jedoch auch eine erhebliche Kontroverse aus. Im Anschluss an die Videopremiere wurde die Rundfunkgesellschaft Fox mit Beschwerden von Zuschauern überschwemmt, die ihm seinen gewalttätigen und sexuellen Inhalt übelnahmen. „Ich möchte gerne wissen, ob irgendeiner der darin involvierten Personen die Schaufenster zerschlagen oder die Autoscheiben zertrümmert wurden“, sagte Peggy Charren von Action for Children’s Television (zitiert in Browne). Solche Reaktionen waren denen von Spike Lees Film Do the Right Thing (1989) angestachelten nicht unähnlich, von dem Kritiker ebenfalls befürchteten, er könnte rassenbezogene Gewalt oder möglicherweise sogar einen Aufstand entfachen. Die letzten vier Minuten von Black or White, bekannt als der „Panther Dance“ oder „Panther Coda“, wurden anschließend von Fox, MTV und VH1 verboten. Fox gab eine offizielle Entschuldigung heraus, die besagte, dass sie „einen Fehler machten“, als sie den Kurzfilm sendeten (Williams). Jackson war ebenfalls gezwungen, ein Statement durch seine Plattenfirma Sony herauszugeben. Diese Gegenreaktion betonte die prekäre Lage schwarzer, männlicher Künstler (sogar von Jacksons Superstar-Statur), die rassenbezogene Annahmen des Publikums in einer Industrie, die lange von Ängsten, Gerüchten und Ausflüchten bezüglich schwarzer Männlichkeit geplagt war, in Frage stellten.

      weiter im link:
      all4michael.com/2015/09/07/ich…k-or-white-von-joe-vogel/
    • Ja, das ist ein sehr spannendes und kontroverses Thema. Auch heute noch. Als Nicht-Amerikaner und Nicht-Schwarzer empfand ich bei einigen Szenen des Videos als Kind (und heute noch) ein zwiespältiges Gefühl. Ich meine die sexuellen Szenen. Die Gewalt ist klar und verständlich - was sie sagen soll.
      Dieses an sich selbst mit den Händen herunterfahren habe ich nie verstanden und empfand es immer als etwas unangenehm. Vor allem bei einem Mann. Wenn eine Frau das machen würde, wäre das auch sexuell, aber irgendwie nicht so eigenartig. Sagt vielleicht auch mehr über mich aus, als über Michael Jackson.

      Auf alle Fälle jedoch ein sehr interessantes Thema...
      "Solange es Leute gibt, die nichts können, nichts wissen und nichts geleistet haben, wird es auch Rassismus geben. Denn auch diese Leute wollen sich gut fühlen und auf irgendetwas stolz sein. Also suchen sie sich jemanden aus, der anders ist als sie und halten sich für besser. "
      - Farin Urlaub
    • Been Told schrieb:

      Dieses an sich selbst mit den Händen herunterfahren habe ich nie verstanden und empfand es immer als etwas unangenehm. Vor allem bei einem Mann. Wenn eine Frau das machen würde, wäre das auch sexuell, aber irgendwie nicht so eigenartig. Sagt vielleicht auch mehr über mich aus, als über Michael Jackson.
      Wenn eine Frau das machen würde, macht das Männer an. Wenn es ein Mann macht, soll es Frauen( ich denke, und Männer gleichermaßen) anmachen. Denke, Michael hatte viele homosexuelle Fans. Ich kenne einige. Außerdem sieht Michael, nicht nur in diesem Video, durchaus so aus, als finde er Gefallen daran, sich selbst zu berühren. Das empfinde ich nicht als eigenartig oder unangenehm.
      :sad
      Auf einmal bist Du nicht mehr da,
      und keiner kanns verstehen.
      Im Herzen bleibst Du uns ganz nah,
      bei jedem Schritt den wir nun gehen.
      Nun ruhe sanft und geh in Frieden,
      denk immer dran, dass wir Dich lieben.
      Michael, i love you.
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    • SisterellaMJ schrieb:

      Been Told schrieb:

      Dieses an sich selbst mit den Händen herunterfahren habe ich nie verstanden und empfand es immer als etwas unangenehm. Vor allem bei einem Mann. Wenn eine Frau das machen würde, wäre das auch sexuell, aber irgendwie nicht so eigenartig. Sagt vielleicht auch mehr über mich aus, als über Michael Jackson.
      Wenn eine Frau das machen würde, macht das Männer an. Wenn es ein Mann macht, soll es Frauen( ich denke, und Männer gleichermaßen) anmachen. Denke, Michael hatte viele homosexuelle Fans. Ich kenne einige. Außerdem sieht Michael, nicht nur in diesem Video, durchaus so aus, als finde er Gefallen daran, sich selbst zu berühren. Das empfinde ich nicht als eigenartig oder unangenehm.
      Ich hoffe, dass es nicht einfach nur darum geht, Frauen und/oder Männer anzumachen... Das fände ich ein wenig schade, weil der Rest des Videos mit mehr Bedeutung angereichert ist als das
      "Solange es Leute gibt, die nichts können, nichts wissen und nichts geleistet haben, wird es auch Rassismus geben. Denn auch diese Leute wollen sich gut fühlen und auf irgendetwas stolz sein. Also suchen sie sich jemanden aus, der anders ist als sie und halten sich für besser. "
      - Farin Urlaub
    • KoPF80 schrieb:

      Das war kalkulierte Provokation und der erhoffte Skandal war in allen Medien präsent.

      Also bitte nicht zu viel reininterpretieren.
      Das könnte natürlich auch sein ;D
      "Solange es Leute gibt, die nichts können, nichts wissen und nichts geleistet haben, wird es auch Rassismus geben. Denn auch diese Leute wollen sich gut fühlen und auf irgendetwas stolz sein. Also suchen sie sich jemanden aus, der anders ist als sie und halten sich für besser. "
      - Farin Urlaub