They Don't Care About Us

    • They Don't Care About Us

      Handelt es sich bei diesen beiden Olodum-Versionen einfach um die Tonspur der Videos oder sind Änderungen am Mix vorgenommen worden?
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    • LiterallySimon schrieb:

      Handelt es sich bei diesen beiden Olodum-Versionen einfach um die Tonspur der Videos oder sind Änderungen am Mix vorgenommen worden?
      Ja, das sind exakt die Audiospuren aus der langen und kurzen Olodum-Version des Videos.


      cyplone schrieb:

      müsste die version sein, wo am anfang erstmal wild getrommelt wird, bevor das eigentliche lied beginnt.....

      Nö, getrommelt wird während und nach dem Song. Wie im Video halt. :)
    • Mjrico schrieb:

      Ob diese CD offiziell ist, weiß man nicht ganz genau.

      Weil Quincy Jones hat ja mit they don't care about us überhaupt nichts am hut.
      Glaube schon dass die offiziell ist. Ist die mexikanische Promo-CD. Kam damals zur Zeit der Single-Veröffentlichung raus. Das allein beweist natürlich nix, aber die Sachen aus Mexiko sahen alle bissl merkwürdig aus. Hab auch noch die CD von Stranger In Moscow.
      Und schon in den 80ern gabs aus Mexiko Kurioses... siehe rote Beat It 12" mit wiederholtem Gitarren-Solo. :)

      Schätze das Quincy-Logo hat sich da drauf verirrt. Sony-USA wird das mit den ganzen Single-Daten mit verteilt haben, wegen der Remixe von Beat It und Rock With You, die auf vielen der TDCAU-Singles/Maxies mit drauf waren. (Auf denen ist auch immer das Quincy-Logo.)

      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von Visionary ()

    • Visionary schrieb:

      Und schon in den 80ern gabs aus Mexiko Kurioses... siehe rote Beat It 12" mit wiederholtem Gitarren-Solo.
      :uglach
      "Solange es Leute gibt, die nichts können, nichts wissen und nichts geleistet haben, wird es auch Rassismus geben. Denn auch diese Leute wollen sich gut fühlen und auf irgendetwas stolz sein. Also suchen sie sich jemanden aus, der anders ist als sie und halten sich für besser. "
      - Farin Urlaub
    • They Don`t Care About Us“ und das Geheimnis um „Olodum“

      von Rosemarie Weiler, Dienstag 21.Mai 2013
      They Don`t Care About Us“ und das Geheimnis um „Olodum“

      Das brasilianische Musikvideo „They Don't Care About Us“ zeigt uns Michael Jackson, der verschwitzt in drei verschiedenen „Olodum“-T-Shirts vor 200 Trommlern tanzt. Michael Jackson trägt die Farben Olodums!! Aber was hat es für eine Bedeutung? Michael Jackson überließ nichts dem Zufall und hatte auch hier ein ganz bestimmtes Ziel, dass auch unter sein soziales Engagement fällt. Der Name Olodum entstammt aus der Yoruba Kultur in Nigeria und bezeichnet so den allmächtigen Gott „Olodumare".

      „Olodum“ ist eine sehr bekannte kulturelle afro-brasilianische Musikgruppe in Richtung Sambareggae. Sie hat diese Musik maßgeblich geprägt. „Olodum“ wurde 1979 als Bloco Afro nach dem Vorbild von Ile Aiye gegründet Der Schlagzeuger “Mestre Neguinho” experimentierte mit afro-karibischen Rhythmen und vermischte diese mit brasilianischem Samba. Er teilte die großen Basstrommeln in vier Blöcke und das Resultat war eine neue Art der Musik. Sie gaben ihm den Namen “Sambareggae” , der sehr schnell den Karneval beherrschte. 1980 war "Olodums" erster Karnevalsauftritt und zog 800 Bewohner auf die Straßen von Salvador da Bahia. Mittlerweile führt die Gruppe während der Karnevalszeit ca. zweihundert Schlagzeuger, Sänger und tausende von Kostümen vor. Außerdem bestreiten sie in kleineren Formationen Bühnenauftritte. Die Musikgruppe verband die Musik von Anfang an mit politischen Forderungen nach Gleichberechtigung der schwarzen Bevölkerung. Sie hat sich aktiv gegen Rassismus und sozio-ökonomische Verschiedenheiten eingesetzt. In den späten 80er Jahren bildete die Gruppe eine professionelle musikalische Band mit 10 Musikern. Ihren Rhythmus benutzen viele Stars wie Paul Simon bis zu David Byrne.

      Neben vielen eigenen Platten und CDs spielte "Olodum" 1990 mit Paul Simon das Stück „The Obvious Child“ auf dessen Album „The Rhythm of the Saints“ ein, 1995 nahm Michael Jackson den Song „They Don't Care About Us“ mit der Gruppe auf, die auch in dem gleichnamigen Musikvideo zu sehen ist. Außerdem spielten sie den Trommelrhythmus für Aufnahmen von Wayne Shorter und Herbie Hancock auf der Kompilation „Bahia Black – Ritual Beating System“ von Bill Laswell ein. Michael Jackson trägt mehrere Olodum T-Shirts in dem Video seines Hits "They don't care about us". In Europa gelten Olodum inzwischen als eine der meistgehörten brasilianischen Bands.
      "Olodum" ist darüber hinaus ein Kulturverein, der sich für die afrobrasilianische Kultur und soziale Belange der schwarzen Bevölkerung Salvadors engagiert. Das Kulturzentrum liegt am Pelourinho, dem historischen Zentrum der Altstadt von Salvador.

      Eines unserer ersten Anliegen war es, die Kinder von der Straße zu holen und in kulturelle Aktivitäten einzubinden, die zur Ausbildung eines schwarzen, eines politischen Bewusstseins beitragen können” erklärt João Jorge, Präsident der Grupo Cultural Olodum. Das ganze Jahr über lernen die Kinder in der Escola Criativa trommeln, tanzen und singen, spielen Theater. Sie fabrizieren Masken und lernen jene schwarze Geschichte Brasiliens kennen die nicht in ihren Schulbüchern steht. Olodum gründet eine Fabrik, in der sie Trommeln, Kostüme und andere Einzelteile produzieren, die an die Öffentlichkeit verkauft werden. In dieser Fabrik, genannte “Produktionsstätte” für Karnevalskostümen und T-Shirts, sind hauptsächlich Bewohner aus dem Viertel Maciel “Pelourinho“ beschäftigt.

      „Olodum“ setzt sich aktiv gegen Rassismus, sozio-ökonomische Verschiedenheiten und Menschenrechtsverletzungen ein. Wen wundert es da, dass sich Michael Jackson diese Gruppe für seinen Musikvideodreh „They Don’t Care About Us“ ausgesucht hat?

      Michael Jackson war kein Mensch, der es sich gern bequem machte. Um seine Botschaften auch wirkungsvoll zu verbreiten, ging er auch dahin, wo es wehtut, dahin, wo es gefährlich ist. In diesem Fall sogar sehr gefährlich! Der Drehort war die Dona Marta Favelas in Rio de Janeiro, Brasilien, eines der gefährlichsten Ghettos der Welt! 12.000 Menschen leben hier auf engstem Raum in primitiven Hütten. Elektrisches Licht und fließendes Wasser - Fehlanzeige. Jacksons Anwälte hatten im Vorfeld ihm gegenüber größte Bedenken geäußert, hier zu drehen. Doch Michael Jackson ließ sich durch nichts und niemand davon abbringen. Der Videodreh zu "They Don't Care About Us", mit Michael Jacksons Protestsong gegen soziale Ungerechtigkeit und Armut ist eine bittere Anklage gegen Politiker, die nichts tun, um dieses Elend zu beseitigen.

      Willkommen war Michael Jackson damals bei den wenigsten Politikern. Im Vorfeld hatte das Tourismusministerium von Rio de Janeiro versucht, die Aufnahmen im Armenviertel zu verhindern. Die Stadt befürchtete durch die Darstellung der prekären Zustande in der Faleva einen Imageverlust bei der damals laufenden Bewerbung für die Olympiade. Michael Jackson setzte sich auch hier durch und ging einen Kompromiss ein, in dem er in der Faleva Dona Marta nur einen Teil des Clips abdrehte. Weitere Szenen wurden im Stadtteil Pelourinho in Salvador da Bahia gedreht. Dies geschah allerdings auch aus Sicherheitsgründen. Heute ist Dona Marta eine eher ruhigere Favela, die Drogengangs wurden fast vollständig vertrieben. Damals war die Situation jedoch weitaus gefährlicher, Schießereien waren an der Tagesordnung. Michael Jackson kam mit rund 60 eigenen Sicherheitskräften an den Drehort, die Polizei sperrte das Areal weiträumig ab.

      Michael Jackson ist aufgrund seiner “Brasilien-Version” des Musikvideos aus dem Jahr 1996 sehr beliebt bei der einfachen brasilianischen Bevölkerung. Er sang und tanzte sich in ihre Herzen.Das Musikvideo wurde von Spike Lee unter Beteiligung der Bewohner des berühmten Stadtteils Pelourinho in Salvador da Bahia sowie der Favela Dona Marta in Rio de Janeiro gedreht. Integriert in die Produktion wurden über 200 Teilnehmer der Axé-Gruppe Olodum. Michael Jackson zeigt sich in dem 7-minütigen Video erstaulich volksnah. Die bekannte brasilianische Journalistin und TV-Moderatorin Glória Maria hat Michael Jackson damals persönlich getroffen. In einem Interview beschrieb sie ihre Erfahrung mit dem nach außen hin eher scheuen Künstler wie folgt:

      Zitat Anfang:
      “Ich habe seinen kompletten Besuch in Brasilien begleitet. Bei den Dreharbeiten zu dem Musikvideo in Pelourinho mit Olodum, und auch in Dona Marta in Rio. Er gab keine Interviews, aber akzeptierte mit mir 15 Minuten zu sprechen. Mein Treffen mit ihm war gewaltig. Er war eine einfache und menschliche Person. Ich habe von ihm das Bild einer sehr zerbrechlichen Person. Die ganze Welt spricht von Allergie, Bakterien, weil er isoliert lebte. Also, ich ging Dona Marta zu Fuß hoch und ich kam oben schmutzig und verschwitzt an. Er hat mich ohne jeglichen Ekel fest umarmt. Er war eine ganz normale Person und ohne diese Monströsitäten, die man ihm nachsagt. Beim Dreh in Pelourinho war er wie ein kleines Kind. Er hüpfte und schrie. Es war ein erfüllender Moment und ich hatte als Journalistin das Privileg, diesem Moment beizuwohnen. Als Mensch hat er mich immer interessiert und fasziniert. Aber ich habe immer gefühlt, dass er das Opfer seiner eigenen Geschichte wird.”

      Zitat Ende
      Der Präsident von Olodum, João Jorge Rodrigues , hat sich seinerzeit mit Bestürzung zum plötzlichen Tod des Sängers geäußert. Jorge Rodrigues kannte Michael Jackson persönlich vom Videodreh in Salvador und begründete die enorme Wichtigkeit des Videodrehs.

      Zitat Anfang:
      “Er war ein großer afro-amerikanischer Repräsentant. Er hat unglaubliches geleistet und ist eine Legende geworden. Die Reise von ihm nach Salvador, speziell nach Pelourinho, war für Olodum sehr wichtig. Wir haben etwa 215 Trommler genommen, die mit ihm gespielt haben. Die Gruppe hatte zuvor mit Paul Simon gespielt und dann haben wir mit Spike Lee geredet, mit ihm auch zu drehen. Michael Jackson hat mit der Musik den Namen Olodum in 181 Nationen weltweit exportiert, fünf Milliarden Menschen haben dadurch die Gruppe hören können.“

      Zitat Ende
      Zu „They Don't Care About Us wurden zwei Videoclips gedreht: Die Handlung der ersten Version wie oben beschrieben in Brasilien. Im zweiten Clip sieht man ein Gefängnis mit Zelleninsassen und Michael Jackson in Handschellen. Zu sehen sind auch reale Aufnahmen, in denen Polizisten dunkelhäutige Amerikaner angreifen, Szenen mit Ku-Klux-Klan-Kriegern, Völkermord, hungernde Kinder, Mord, Hinrichtung und andere Menschenrechtsverletzungen.

      Dreimal hat Michael Jackson Brasilien besucht. Das erste Mal war er 1973 mit den „Jackson Five“ in Brasilien. Seine einzigen beiden großen Konzerte in Brasilien gab Michael Jackson 1993 im Rahmen seiner Dangerous-Welttournee. Im Stadion von Anhembi in São Paulo fanden im Abstand von wenigen Tagen zwei Konzerte von 2 Stunden und 20 Minuten statt. Das Stadion war mit 65.000 Zuschauern ausverkauft, und 1996 dreht er den bereits erwähnten Videoclip in Rio de Janeiro und Salvador da Bahia. Ein Jahr nach dem Tod von Michael Jackson wurde in Rio de Janeiro in Brasilien eine Statue des Künstlers eingeweiht. Die lebensgroße Figur steht auf einer neu geschaffenen Aussichtsplattform im Armenviertel Dona Marta im Süden der Stadt, in dem Teile des Musikvideos gedreht wurden. Michael Jackson wurde mit der verspiegelten Sonnenbrille und dem zerrissenen T-Shirt der Gruppe „Olodum“ in einer Tanzpose dargestellt, wie sie exakt so auch im Video zu sehen ist. Nach Angaben des Cartoonisten Ique, Ersteller der Plastik, wiegt die Bronzestatue 180 Kilogramm. Der Standort auf dem Dach des örtlichen Kulturzentrums wurde zudem in den “Michael-Jackson-Platz” umbenannt. In dem Gebäude ist eine Bibliothek und eine Musikschule untergebracht, sämtliche Umbauarbeiten wurden von der Stadtverwaltung übernommen. Ein Mosaik des Künstlers Romero Brito vervollständigt die Installation. Die Statue ist nach Angaben der Initiatoren rund um die Uhr frei zugänglich.


      https://www.facebook.com/notes/michael-jackson-support-gruppe-germany/they-dont-care-about-us-und-das-geheimnis-um-olodum/461615563914707