Der Jackson-Family-Thread

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    • Die Erben von Michael Jackson sind sauer – das unautorisierte Fernsehspecial des US-Senders ABC beute den verstorbenen Sänger auf schamlose Weise aus.

      Die Doku „The Last Days of Michael Jackson“, die am Donnerstag (24.05.) erstmals im US-Fernsehen ausgestrahlt werden soll, kommt bei den Hinterbliebenen des Künstlers nicht gut an. Am Mittwoch ließ die Erbengemeinschaft ein Statement veröffentlichen, das ihre Wut zum Ausdruck bringt.

      In der Stellungnahme heißt es unter anderem: „Wir sind der Meinung, dass die Doku ein weiterer haarsträubender und unautorisierter Versuch ist, das Leben, die Musik und das Bild von Michael Jackson auszunutzen – ohne Respekt für Michaels Vermächtnis, sein geistiges Eigentum oder seine Kinder.“ Der Sender hatte zu Werbezwecken zudem die urheberrechtlich geschützte Silhouette von Michael Jackson benutzt. Dies wurde durch Jacksons Anwälte schnell unterbunden.

      ABC gehört zum Disney-Konzern, daher zeigte man sich insbesondere von dem Unternehmen enttäuscht. „Es ist besonders entmutigend, dass Disney, eine Firma, die dafür bekannt ist, ihr geistiges Eigentum besonders gut zu schützen, sich dafür entscheidet, die Rechte der Erbengemeinschaft zu ignorieren.“ ABC oder Disney haben sich bislang nicht zu der Sache geäußert – auch die Ausstrahlung soll wie geplant stattfinden.

      In einem Trailer zur Doku waren bereits einige bisher unveröffentlichte Interview-Ausschnitte mit Michael Jackson verwendet worden. Das Special beleuchtet zwar den gesamten Werdegang des Künstlers, doch konzentrierten sich die Macher vorrangig auf den Abstieg und die letzten Tage im Leben von Michael Jackson. Der Sänger war 2009 völlig unerwartet an den Folgen einer Propofol-Überdosis gestorben – das Medikament war ihm als Einschlafhilfe von seinem Leibarzt Conrad Murray verabreicht worden.



      loomee-tv.de/2018/05/michael-j…r-ueber-neues-tv-special/
      rollingstone.de/haarstraeubend…neues-tv-special-1502583/
    • Ich habe irgendwo gehört, dass ein Buch und/oder ein Film über das Leben von Joe Jackson in Arbeit ist. Wäre sicherlich sehr interessant. Als Fan von Michael wäre es für mich sehr interessant, zu sehen, wie Joe zu dem Mann wurde, der er war.
      Überhaupt ist ja nicht so viel über die Zeit damals bekannt. Das gemeinsame Leben etc. Außer "The Jacksons - An American Dream" haben wir ja nicht viel. Und das ist auch eher knapp bei den Geschichten über Joe und Katherine.
      "Solange es Leute gibt, die nichts können, nichts wissen und nichts geleistet haben, wird es auch Rassismus geben. Denn auch diese Leute wollen sich gut fühlen und auf irgendetwas stolz sein. Also suchen sie sich jemanden aus, der anders ist als sie und halten sich für besser. "
      - Farin Urlaub
    • Coldie schrieb:

      Kraehenkomitee schrieb:

      das ist bei jeder Biografie so.. auch bei Moonwalker..
      Deshalb sage ich ja, ist klar. Ich würde über mich auch nicht die negativen oder peinlichen Geschichten erzählen. ;D
      Mit dem ;) Smiley hatte ich jetzt aber auch verstanden, dass du da auf was unlauteres hindeutest. Jeder sieht es aus seiner Sicht besonders. Es hat auch kein Jackson außer Michael so hart über Joe gesprochen wie Michael. Und die Sichtweisen der anderen Kinder haben ebenso ihr Gewicht.
      Ganz davon abgesehen, dass ich es immer noch für sehr schade halte, dass wir Joe als Vater in den 1950ern und 60ern an heutigen Maßstäben messen.
      Wie gut oder wie schlecht er als Vater war, darüber kann man sich streiten. Ich denke nicht, dass man dass schwarz-weiß sehen kann. Zumindest, wenn man ehrlich ist. Ich hole mal ein wenig aus...

      Wir sehen, bzw. sahen Michael. Mit all seinen Besonderheiten. Und davon hatte er jede Menge. Er war eine geschundene Seele. Er ist vor Millionen von Menschen aufgewachsen, im Rampenlicht. Da kann man nicht normal sein. Da kann man nicht die gleichen Werte oder gar die gleiche Realität haben, wie der Rest der Welt. Hinzu kommt die Kindheit von Michael. Er war seit frühester Kindheit wenig selbstbewusst, was sein Aussehen anging. Nicht zuletzt weil er von seinem Vater und seinen Brüdern wegen seiner Nase aufgezogen wurde. Wie kann man ihm da vorwerfen, dass er viele Nasen-OPs hatte, oder wer weiß, was noch? Seine Eltern, seine Kindheit und seine Jugend hat ihm zu dem gemacht, was er war. Einem unsicheren, schüchternen Mann, der teilweise weit ab der Realität lebte, die dem Durchschnittsmenschen normal vorkommt.

      Und jetzt sehen wir uns Joseph an. Geboren 1928 in Arkansas. 1928. Zehn Jahre nach dem Ersten Weltkrieg. Im Süden der USA, wo der Rassismus gegenüber Schwarzen am stärksten war. In einer Zeit, als Schwarze andere Toiletten benutzen mussten als Weiße, als Schwarze ständig gelyncht wurden. Nicht einmal im Wehrdienst waren sie ihren weißen Kollegen gleichgestellt. Sie waren nicht Menschen einer zweiten Sorte. Sie waren fast keine Menschen für die Weißen.
      Er wurde, selbstverständlich, von seinem Vater, wie die Amerikaner sagen, körperlich diszipliniert. Geschlagen. Und wie die meisten Erwachsenen wurde er groß und ging daran nicht zugrunde. Also sagte er sich: es wird schon der richtige Weg sein. Aus mir ja was geworden und alle anderen, aus denen was geworden ist, wurden auch geschlagen. Es muss, logischerweise der richtige Weg sein. Er hatte Glück, im Gegensatz zum siebten seiner neun Kinder mit Katherine. Er war nicht sehr sensibel. Denke ich zumindest - denn er sprach nie über eine schlechte Kindheit.
      Und wenn ich sage, dass aus ihm was geworden ist, dann ist das nicht zu belächeln. In einer Zeit und in einem Land, in dem es das normalste überhaupt war, für einen erwachsenen schwarzen Mann im Gefängnis, obdachlos oder tot zu sein, war Joe nichts von alle dem. Er heiratete (glaube ich) zwei mal. Er gründete mit seiner Frau Katherine eine Familie und ernährte sie. Sie waren arm. Aber sie hatten ein Dach über dem Kopf. Im Gegensatz zu vielen anderen schwarzen Familien.
      Und im Gegensatz zu vielen anderen schwarzen Männern ging Joe arbeiten. Wie ein Tier. Er arbeitete viel und er arbeitete hart. In einem Gewerbe, dass nicht nur sauhart sondern auch noch saugefährlich war. Verletzungen und Todesfälle kamen durchaus vor in Stahlwerken. Befördert wurde er nicht. Warum auch? Er war ja ein Schwarzer. Und wie alle Schwarzen damals (und oft auch heute), war er mit an erster Stelle, wenn es um Kündigungen und Kurzarbeit ging.
      Die meisten von uns haben keine Vorstellung von der seelischen Qual, die ein Mensch empfindet, der eine große Familie fast allein ernährt (Katherine hat manchmal einen Nebenjob gehabt, der auch hart war - sie ist ja auch schwarz) und gefeuert wird. Du weißt: ich komme jetzt nach Hause und egal, was meine Frau sagt: in ihren Augen werde ich Enttäuschung und Angst sehen, wenn sie erfährt, dass ich gefeuert wurde. Sie wird enttäuscht sein, weil es wieder so knapp wird. Weil sie wieder Tanten und Onkels und Bekannte um Leihgaben anbetteln muss, die wir vielleicht nie zurückzahlen können werden. Und sie wird enttäuscht sein von dir als Mann. Als Vater. Als Ernährer. Und du wurdest so erzogen, dass du als Mann deine Familie zu ernähren hast. Schlimm genug, dass du so wenig verdienst, dass deine Frau arbeiten gehen muss, neben all der Arbeit im Haus. Jetzt hast du auch noch deinen Job verloren.
      Versetzt euch einmal in die Lage. Und ohne Arbeitslosengeld, Hartz IV oder sonst was. Mit Verwandten und Bekannten, die finanziell genauso scheiße dastehen wie du. Weil sie auch schwarz sind und weil sie auch keine Rechte in dieser Welt haben.

      Joe stellt sich, sicher sein Leben lang, denn er ist ein ehrgeiziger Mensch, die Frage: was kann ich tun, um aus dieser Hölle zu entkommen? Nicht saufen, wie viele andere. Nicht Drogen nehmen. Denn das ist alles fake. Er will wirklich raus. Und als er Vater wird, sieht er seine täglichen Qualen als schwarzer Mann in den USA 10 Jahre nach dem zweiten Weltkrieg. Schwarze durften seit ein paar Jahren schon selber wählen, wo sie im Bus sitzen wollten. Na ja, nicht wirklich, zumindest nicht im Süden. Sie wurden noch immer gelyncht und ermordet und waren nichts wert. Er sieht alles das und ihm wird klar: egal wie viel ich arbeite, egal wie viel meine Kinder arbeiten. Weder sie noch ich werden jemals aus dieser Hölle entkommen. Für einen Schwarzen gab es damals nur drei Möglichkeiten, aufzusteigen. Professionelle Karrieren in der Kriminalität, im Sport oder in der Musik. Der erste Weg war aussichtslos und führte am Ende meist ohnehin in den Tod. Also blieben nur zwei. Und weil er selbst Musiker war und das Talent bei seinen Kindern sah, nahm er den dritten Weg. Die Musik.
      Aber ihm ging es nie darum, Kunst zu erschaffen. Schöne Lieder zu singen. Dass er oder seine Kinder sich künstlerisch ausdrücken konnten. Ihm ging es um zwei Dinge und nur um diese zwei Dinge: Die Kinder durften auf keinen Fall in den Drogensumpf abrutschen, der allgegenwärtig war. Und sie durften nicht so bettelarm werden wie er selbst.
      Für Michael und seine Brüder war es unverständlich, dass Joe sie zwang, so hart zu arbeiten. Michael, Randy, Tito, Jackie, Jermaine und Marlon waren Kinder, die Musik machten und denen es Spaß machte. Und zumindest am Anfang machten sie es nur des Spaßes wegen. Später weil sie Erfolg haben wollte. Und natürlich, weil Joe sie teilweise sehr hart dazu motivierte. Aber für sie war es die Musik und die Performance, die an erster Stelle stand. Das ist bis heute so.
      Joe hatte diesen Luxus nicht. Er sah jeden Tag die Zukunft, die seine Kinder haben würden, wenn sie nicht die besten werden, die sie überhaupt sein konnten. Er stand jeden Morgen auf und ging ins Stahlwerk und sah das. Und am Ende des Monats bekam er seinen viel zu kleinen Lohn und sah das. Und als Katherine sagte, dass sie nicht genug Geld hat, um diese Woche Lebensmittel zu kaufen, sah er das auch.
      Er war ein Getriebener. Es gab für ihn nur eins: Erfolg oder nichts. Denn so ein Leben wie er es hatte, wollte er nicht für seine Kinder.

      Heute sagen wir: klar, jeder ist das Produkt seiner Umstände und seiner Kindheit. Aber wenn man erwachsen wird, muss man irgendwann mal die Verantwortung für sein Leben übernehmen. Man muss aus den Fehlern seiner Eltern lernen, seine Schlüsse daraus ziehen und aufhören, alles auf die Kindheit zu schieben. Das sagen wir zu Joe. Aber nicht zu Michael. Nicht zu einem Mann, der mit Ende vierzig nach mehreren Erpressungen und einer Leibesvisitation von Polizeifotografen 1994, im Fernsehen sagt, dass er sein Bett mit einem Teenager teilt.
      Michael hat schreckliche Fehler gemacht in seiner Beurteilung von Situationen. Selbst wenn es für ihn normal war, Pyjama Partys mit Kindern zu haben. Er war jemand, der die ganze Welt gesehen hat. Er war unheimlich belesen. Er sah Hunderte von Filmen, vielleicht mehr. Und dennoch traf er die Entscheidungen, die er traf. Weil er keine Kindheit hatte. Weil Joe ihn geschlagen hat und ihm keine Liebe zeigte.
      Aber warum ist Joe das Monster? Hat Joe von seinem Vater vorgelebt gekriegt, wie man seinem Sohn Zuwendung zeigt in den 1920ern und 30ern? Wollt ihr mir erzählen, dass Joe eine Kindheit hatte? Natürlich nicht! Er hatte keine Kindheit, wie alle anderen schwarzen in den USA damals. Noch immer haben viele Kinder keine Kindheit. Aber damals war es viel, viel schlimmer und normaler.
      Michael darf also grobe Fehler begehen, sein Kind aus dem Balkon halten, öffentlich von Pyjama Partys mit Kindern erzählen, die dämlichsten Verkleidungen tragen, seine Nase mit Klebeband abbinden und zum Gericht kommen, Fake-Gerüchte über Sauerstoffzelte verbreiten und sich dann wundern, warum die Welt ihn für sonderbar hält. All das darf Michael, weil er keine Kindheit hatte. Aber Joe darf seine Kinder nicht geschlagen haben, obwohl er selbst auch keine Kindheit hatte.
      Und warum? Weil Michael ein genialer Musiker und Entertainer war. Und Joe nicht. Und das ist widerlich.

      Wäre Joe nicht so gewesen, wie er war, gäbe es keine Jackson 5. Und nein, ich übertreibe nicht. Alle Kinder in der Nachbarschaft von den Jacksons haben Musik gemacht. Aber niemand ist auch nur ein Millionstel so erfolgreich geworden wie sie. Denn es war ihr Hobby und sie verloren die Lust oder Zeit dazu. Erfolg, wirklicher Erfolg, besteht nicht hauptsächlich aus Talent. Er besteht hauptsächlich aus Arbeit. Deshalb standen alle erfolgreichen Sportler mit 4-5 Jahren schon auf dem Feld, Eisrink oder was auch immer. Und manchmal wollten sie nicht trainieren, aber sie mussten. Heute, wo jeder zum Star werden kann, ohne überhaupt irgendwas zu können, ist das kaum vorstellbar. Aber damals wurde man in der Musik nur erfolgreich, wenn man es tierisch drauf hatte. Wenn man zu den besten zählte. Vor allem als Schwarze.

      Deshalb bleibe ich dabei: ohne Joe hätten wir keine Jackson Five, keine Jacksons, keinen Michael, keine Janet... Niemanden. Aber hey, scheiß auf uns. Was wäre denn mit Joes Kindern?
      Sie wären entweder auch zu armen Arbeitern geworden oder wären doch in die Kriminalität abgerutscht, wie viele andere. Oder vielleicht hätte ein Polizist einen von ihnen erschossen, weil er schwarz ist. Oder was weiß ich.
      Aber wegen der Entscheidung, der Verzweiflung und der Getriebenheit von Joe und der harten Arbeit der Jackson Brüder, wird der RIESIGE Jackson Clan niemals wissen, was es heißt, von einem tödlich harten Job nach Hause zu kommen, seiner Frau sagen zu müssen, dass man wieder entlassen wurde und die Enttäuschung und Angst in ihren Augen zu sehen.
      Ja, es war nicht der angenehmste Weg und Gott weiß nicht der einfachste. Aber es war der einige Weg, den Joe kannte, um seine Familie und sich aus der Hölle zu befreien, in die sie geboren wurden. Und deshalb sage ich zu jedem, der Michael seine Eigenheiten vergibt und Joe nicht: du bist ein Heuchler.

      So. Sorry für den Roman, aber es musste mal raus.
      "Solange es Leute gibt, die nichts können, nichts wissen und nichts geleistet haben, wird es auch Rassismus geben. Denn auch diese Leute wollen sich gut fühlen und auf irgendetwas stolz sein. Also suchen sie sich jemanden aus, der anders ist als sie und halten sich für besser. "
      - Farin Urlaub
    • Danke Been für Deine Ausführungen. Sehr anschaulich! :top
      Ich habe ja sein Buch gelesen und da steht auch drinnen das er teilweise 2 Jobs hatte, harte, gefährliche Jobs. Das er faul war kann ihm wirklich keiner nachsagen. Ich denke wir können uns in diese Zeit ( selbst die Eltern der meisten hier dürften jünger sein und weiße ) nicht rein versetzen. Das hast Du wirklich gut beschrieben! Auch das Michael wegen seiner Kindheit so war wie er war, ist natürlich nicht alles, sein ganzes Leben war nicht so wie wir es kennen.
      Es mag viele Fans geben die alles was er je machte entschuldigen aber nicht alle. Seit ich Michael bewusst wahr genommen habe, musste ich oft den Kopf schütteln und hätte ihm manchmal gerne den Kopf gewaschen. Auch als ich mich mit den Ereignissen vor meinem "Fan werden" 1992 beschäftigte. Davon gibt es einige Fans. Nicht alle sehen ihn als unfehlbaren Engel auf Erden, wie jetzt diese Dame die ihn heilig sprechen lassen will.