Interview mit Adrian Grant, langjähriger Freund von Michael Jackson und Macher des Musicals „Thriller Live“

  • 25. September 2018
    Interview mit Adrian Grant, langjähriger Freund von Michael Jackson und Macher des Musicals „Thriller Live“


    Das Musical „Thriller Live“ ehrt das Vermächtnis des Künstlers Michael Jackson. Der 48-jährige Adrian Grant, ein langjähriger Freund Jacksons, ist der „Vater“ der erfolgreichen zweistündigen Performance. Wir führten ein Interview mit Grant.


    Michael Jackson bleibt über seinen Tod hinaus ein Phänomen. Mit seiner Musik und seinem Tanzstil gehört er bis heute zu den Trendsettern der Popmusik. Das Musical „Thriller Live“ ehrt das Vermächtnis des Künstlers. Im Londoner West End ist die Tribute Show bereits zum 4000. Mal über die Bühne gegangen. Sie bietet einen Querschnitt durch das Werk des Ausnahmekünstlers: von den ersten Erfolgen mit den Jackson Five wie „ABC“ oder „Can You Feel It“ über Welthits wie „Bad“ und „Billie Jean“ bis hin zu den Songs aus seinem Mega-Album „Thriller“. Der 48-jährige Adrian Grant, ein langjähriger Freund Michael Jacksons, ist der „Vater“ der erfolgreichen zweistündigen Performance.


    Mr. Grant, wie haben Sie als Londoner Vorstadtjunge den Weltstar Michael Jackson eigentlich kennen gelernt?


    Alles begann mit meinem Fanmagazin „Off the Wall“. Michael sah es, mochte es und hat mich nach Los Angeles in sein Studio eingeladen. Ich war gerade einmal 21 Jahre alt und ohne Job. Ich konnte das Magazin nur mit Hilfe der Wohlfahrtsorganisation „Prince´s Trust“ drucken, die junge Menschen den Weg ins Leben ebnen möchte.


    Und nun haben Sie die 4000. „Thriller-Live“-Show als Charity zugunsten bedürftiger Jugendlicher veranstaltet. Das hätte Michael sicher auch gefreut.
    Mit Sicherheit. Hier schließt sich ein Kreis und ich bin dankbar für diese fantastische Entwicklung.


    Und was passierte dann, als Sie zum ersten Mal in die USA reisten?


    Michael und ich verstanden uns auf Anhieb. Er nahm mich mit auf seine Neverland Ranch, damit ich für die englischen Fans eine Reportage schreiben kann. Es war für mich ein Wahnsinn und gleichzeitig fantastisch. Da hüpften Affen im Gras herum. Nebenan standen Giraffen und Lamas. Es gab einen Jahrmarkt. Ich sagte zu einem seiner Bodyguards: Kneif mich, das ist nicht wirklich. Seine Antwort: Für Michael ist das die Normalität. Er wacht jeden Morgen in dieser Welt auf und lebt in ihr.


    Wie war der Superstar Michael Jackson denn so privat?


    Immer nett, höflich und wie ein ganz großes Kind, das oft gelacht und Blödsinn gemacht hat.


    Und dann kamen die Vorwürfe der Pädophilie. Wie stehen Sie dazu?


    Es war schrecklich. Die Leute redeten plötzlich nur noch über diese bösen Anschuldigungen. Ich will sie mit meiner Show daran erinnern, was für ein großartiger Künstler er war. Der Michael Jackson, den ich kannte, war ein unschuldiger Mann.


    Wie haben Sie von seinem plötzlichen Tod erfahren?


    Ich war zu Hause, eine SMS nach der anderen kam auf mein Telefon und ich schaltete den Fernseher an. Ich wusste, er wurde ins Hospital gebracht, habe aber gedacht, es wäre wegen Erschöpfungszuständen und nichts Ernsthaftes. Bis mir klar wurde, dass Michaels Tod Wirklichkeit ist, hat es lange gedauert. Aber umgeben von seiner unsterblichen Musik erscheint es mir heute so, als wenn er immer noch unter uns weilen würde.


    Also wiegt die Verantwortung, Jacksons Erbe gerecht zu werden, schwer auf ihren Schultern?


    Unglaublich schwer. Er war wohl zusammen mit Elvis, dem King of Rock, der größte Entertainer der Welt. Bei „Thriller Live“ legen wir schon bei den Castings der Akteure die Messlatte sehr hoch, um die Qualität unserer Show zu halten.


    Das ist sicher schwierig?


    Ohne Frage, denn wir brauchen ja keine 1:1-Doubles, sondern sehr gute Sänger und Tänzer, die seinem Talent möglichst nahe kommen. Und, glauben Sie mir, davon gibt es nicht sehr viele.
    Neuerdings haben Sie mit der Nummernrevue „Beat it“ aber Konkurrenz erhalten.


    Ich habe diese Show nicht gesehen und will deshalb nichts dazu sagen. Ich habe aber gelesen, dass es juristische Probleme um die Urheberrechte an den Musiktiteln gibt. Der Medienanwalt und Jackson-Nachlassverwalter geht wohl aktuell gegen die Show vor. Und es ist tragisch und bedauerlich, dass auch zehn Jahre nach Jacksons Tod wieder am Erbe des unvergleichlichen Multitalents herumgezerrt wird.


    Das Interview führte Wolf H. Goldschmitt.

    Adrian Grant (links) und Michael Jackson – gemeinsam haben sie seinerzeit die Show „Thriller Live“ entwickelt.


    P.S. ZWEI SHOWS: „THRILLER“ UND „BEAT IT“


    Die inzwischen fast zum Klassiker gewordene Hommage-Show „Thriller Live“ ist vom 2. bis zum 6. Oktober in der Alten Oper Frankfurt, vom 2. bis 4. Januar 2019 in Mannheim zu sehen. Daneben tourt im Jubiläumsjahr noch eine zweite Michael-Jackson-Show: Die deutsche Produktion „Beat It“. Produzent Oliver Forster hat dafür für die verschiedenen Phasen Jacksons die Sänger Dantanio Goodman und Koffi Missah auf die Bühne geholt. Die Spanne von frühen Hits der Jackson Five wie „ABC“ bis zu Michael Jacksons Mega-Erfolgen „Bad“, „Thriller“ oder „Beat It“ wird von einer Live-Band umgesetzt. Die Choreografien von Alex Burgos und Detlef Soost greifen immer wieder die inzwischen ikonischen Moves Jacksons auf. „Beat it“ ist am 7. November im Rhein-Main-Theater in Niedernhausen zu sehen, am 18. November in Mannheim und am 20. November in Frankfurt.


    https://www.wiesbadener-kurier…s-thriller-live_19081430#


    • „Thriller - Live“- Macher im Interview

    Adrian Grant: „Fan ab dem ersten Moonwalk“

    15.01.2019


    Fast 20 Jahre lang stand Adrian Grant mit Michael Jackson in Kontakt. Im Interview erzählt der Macher der „Thriller - Live“-Show, die vom 16. bis 18. Januar im Metropol-Theater gastiert, von dieser Zeit.

    Adrian Grant traf Michael Jackson 1990 das erste Mal persönlich und stand von diesem Zeitpunkt an in regem Kontakt mit dem King of Pop – bis zu dessen Tod im Jahr 2009.

    Adrian Grant traf Michael Jackson 1990 das erste Mal persönlich und stand von diesem Zeitpunkt an in regem Kontakt mit dem King of Pop – bis zu dessen Tod im Jahr 2009. (Adrian Grant/Key Concerts)


    Herr Grant, woher kommt Ihre Begeisterung für den King of Pop?


    Adrian Grant: Ich wurde ein Fan von Michael Jackson, als ich ihn das erste Mal auf einer Bühne moonwalken sah. Das war 1983, beim 25-jährigen Jubiläum von Motown. Ich kannte zwar die Jacksons schon und hörte als Kind auch die Musik der Jackson Five, aber ich war eigentlich immer ein Fan von Prince. Doch nachdem ich Jackson da auf der Bühne sah, habe ich mir sein Album „Thriller“ angehört, und dieses Album ist einfach sensationell. Je mehr ich mich mit ihm beschäftigt habe, desto mehr ist mir klar geworden, was für ein außergewöhnliches Talent er war.


    1988 haben Sie sogar das weltweit erste Michael Jackson-Magazin veröffentlicht.

    Ja. Ich wollte gerne in der Verlagsindustrie arbeiten. Es gab bereits ein Prince-Fanmagazin, aber keins über Michael Jackson. Also dachte ich mir: Er ist der größte Star der Welt, er sollte ein Fanmagazin haben. Ich fragte bei Sony Records an, und sie gaben mir ihr Okay. Erst wurde es in einer Auflage von 200 Exemplaren gedruckt, nach und nach wurden es mehr. Richtig glücklich war ich, als ich eine Nachricht von Jacksons Management bekam, das mir sagte, dass er mein Magazin liebt und ich meine Arbeit weiterhin so gut machen soll.


    Bei einem schriftlichen Dank sollte es aber nicht bleiben. Wann sind Sie Michael Jackson das erste Mal persönlich begegnet?

    1990 wurde ein Treffen organisiert, als er gerade in Los Angeles war, um das Album „Dangerous“ aufzunehmen. Wir trafen uns im Studio. Damals war ich 21 Jahre alt.


    Was war das für eine Erfahrung?

    Ich hoffte vor allem, dass bei dem Treffen ein schöner Artikel für mein Magazin rausspringt. Aber natürlich war es auch ein großes Privileg ihn zu treffen. Er gab sich sehr bodenständig. Als er in den Raum kam, sang er a cappella und lächelte. Im Studio durfte ich mir dann noch ein paar neue Songs anhören und Fotos machen. Wir haben den ganzen Nachmittag geredet, und schließlich frage Michael mich, ob ich Lust habe, ihn am Wochenende auf seiner Ranch zu besuchen, um mit ihm zu essen. Was für eine Frage, natürlich hatte ich Lust.


    Was ist Ihnen von diesem Wochenende in Erinnerung geblieben?

    Ich erinnere mich noch, wie ich durch das Tor zur Ranch lief und diese grüne Oase sah, mit Bergen, Seen und Flamingos. Im Hintergrund standen Giraffen, Schimpansen rollten durchs Gras. Lamas gab es auch und aus den Blumenbeeten erklang klassische Musik. Es war wie im Märchen. Als der Sicherheitsmann mich zum Haupthaus begleitete, sagte ich nur: ‚Das kann nicht real sein’, und der Mann von der Security sagte: ‘Doch, das ist Michael Jacksons Realität.’ Wir haben einen Film in seinem Kino geguckt und Spiele im Arcade-Raum gespielt. Er hat all das gerne mit anderen geteilt. Und an diesem Tag eben mit mir. Von da an habe ich ihn mindestens einmal im Jahr besucht.


    Wie haben Sie von Jacksons Tod erfahren?

    Ich war zuhause und habe geschlafen. Mein Telefon klingelte und klingelte. Als ich schließlich ran ging und die Info bekam, konnte ich es erst nicht glauben. Ich habe den Fernseher angemacht, immer noch in der Hoffnung, alles sei ein großer Irrtum. Als mir klar wurde, dass er tatsächlich gestorben ist, war ich geschockt. Vor allem der Gedanke an seine Familie war für mich niederschmetternd. Außerdem war ich sicher, dass das das Ende der „Thriller – Live“-Show bedeutet. Doch die Nachfrage am nächsten Tag war umso größer, die Leute kauften Karten, legten Blumen und Briefe vor das Theater. Die Show wurde zu einer Art Ventil für die Leute, zu einem Ort, um Michael Jackson Respekt zu zollen.


    Hat Jackson die Show vor seinen Tod gesehen?

    Die Idee zu „Thriller – Live“ entstand aus einer Tribute-Show, die ich einmal im Jahr veranstaltet habe. Diese Show hat er 2001 gesehen und war begeistert. Es gab bereits das ABBA-Musical „Mamma Mia“ und die Queen-Show „We Will Rock You“. Also dachte ich: Warum keine Michael Jackson-Show? Eigentlich wollte er sie sich 2009 in London ansehen, aber leider ist es dazu nicht mehr gekommen.


    Wie lange hat es gedauert, die Show zu entwickeln?

    Ich habe 2005 mit der Arbeit begonnen. Im August 2006 gab es die erste Show, im Mai 2007 starteten wir die erste UK-Tour, ein paar Monate später dann die erste Tour durch Europa. 2009 starteten wir im Londoner West End. Aber natürlich entwickelt sich die Show auch immer weiter. Es ist gar nicht so leicht, Sänger zu finden, die Jacksons Songs singen können. Für viele Tänzer ist es aber ein Traum, zu seiner Musik zu tanzen.


    Für alle, die die Show nicht kennen: Steht die Musik im Vordergrund oder lernt das Publikum auch mehr über Jacksons Geschichte?

    Für mich ist „Thriller – Live“ eher eine Art Jukebox-Musikshow. Das heißt, die Musik erzählt die Geschichte. Es ist mehr ein Konzert mit Verbindungselementen zwischen einigen Songs, bei denen es auch um seine Geschichte geht. Aber es ist vor allem eine Performance und keine Geschichte nach Buch. Das Schöne an Jacksons Musik ist, dass Songs wie „Beat It“, „Thriller“ oder „Smooth Criminal“ sehr visuell sind. Sie alleine erzählen schon eine Geschichte, und das ist wirklich mitreißend.


    Für alle oder nur für echte Fans?

    Nicht nur für echte Fans. Das ist auch ein Grund, warum es uns schon seit zwölf Jahren gibt. Die Show zieht Menschen jeden Alters an, auch die, die noch nicht einmal geboren waren, als Michael Jackson sein letztes Album herausgebracht hat. Fünfjährige Kinder kommen und sehen die Shows genauso wie Menschen jenseits der Achtzig. Selbst wenn man kein Fan ist, bin ich sicher, dass jeder mindestens einen Song hat, den er liebt.


    Das Gespräch führte Alexandra Knief.


    https://www.weser-kurier.de/br…onwalk-_arid,1798902.html

  • Michael-Jackson-Tributeshow

    Interview:"Wir feiern seine Musik"

    Die Hommage an Michael Jackson geht in diesem Jahr wieder auf Tournee in Deutschland, Österreich und Luxemburg.

    Initiator der Michael-Jackson-Tributeshow „Thriller – Live“, Adrian Grant, im Interview. Die Show kommt auch nach Rostock.

    svz.de von svz.de

    05. Februar 2019, 12:00 Uhr


    Adrian Grant war nicht nur glühender Fan von Michael Jackson, er war mit dem „King of Pop“ sogar befreundet. Der Künstlermanager, Autor, Verleger und Regisseur aus London war dabei, als der Sänger den Popklassiker „Dangerous“ in L.A. aufnahm. 2006 initiierte Grant die Tributeshow „Thriller – Live“. Die Hommage an Michael Jackson geht 2019 wieder auf Tournee in Deutschland, Österreich und Luxemburg. Olaf Neumann sprach mit Adrian Grant über die Show.


    Wie erklären Sie sich den Erfolg Ihrer Show, die weltweit fast 5000 Mal aufgeführt wurde?


    Das liegt an Michael Jacksons Musik, die einfach großartig ist. Sein erster Nummer-1-Hit gelang ihm 1969 mit „I Want You Back„ als Teil der Jackson Five. Damit beginnt auch unsere Show. Wir nehmen das Publikum mit auf eine Reise über vier Jahrzehnte. Von den Jacksons sind Titel wie „Shake Your Body Down“ dabei.


    Und dann geht es weiter mit Michaels Solo-Superstaralben „Off the wall“, „Thriller“, „Bad“ und „Dangerous“. Für jede Generation ist etwas dabei. Deswegen ist die Show auch immer noch so populär. Und wir spielen seine ikonischen Videos auf der Bühne nach. Jeder kennt doch den „Moonwalk“.

    Show in Rostock: 16. Februar, 20 Uhr, Stadthalle, Südring 90


    Hat Michael Jackson Sie bei der Konzeption der Show beraten?


    Ich erzählte ihm 2006 von meiner Idee und dass ich es toll fände, wenn er sich irgendwie an der Show beteiligen würde. Zu dem Zeitpunkt wollte er das jedoch nicht, aber er wünschte mir Glück. Er hat sicher nicht damit gerechnet, dass „Thriller – Live“ sich zu einem Dauerbrenner entwickeln würde. Wir haben bislang in 33 Ländern vor insgesamt viereinhalb Millionen Menschen gespielt.


    Auch Michaels Erben stehen hinter der Show. Für mich ist es übrigens keine Tributeshow, sondern eine Feier seiner Musik. Seitdem haben viele andere versucht, uns zu kopieren.


    Konnte Michael Jackson die Show noch sehen?


    Er wollte sie sich eigentlich im Juli 2009 ansehen, als er in London an seiner Comebackshow „This is it“ arbeitete. Leider schaffte er es nicht mehr, aber sein Regisseur Kenny Ortega und all seine Brüder waren da.


    Wie akribisch haben Sie den Künstler Michael Jackson studiert?


    Ich sah ihn 1987 live auf der „Bad“-Tour. Aber ich kann selber weder tanzen noch singen, weshalb ich immer nach herausragenden Talenten Ausschau halte. Ein guter Sänger zu sein bedeutet nicht notwendigerweise, seine Songs singen zu können. Es ist sehr schwer, geeignete Leute zu finden.


    Wo waren Sie, als Michael Jackson starb?


    Am 25. Juni 2009 war ich zuhause und lag im Bett. Ich wurde vom Telefon geweckt; auf dem Anrufbeantworter waren bereits etliche Nachrichten. Ich konnte nicht glauben, was ich da hörte und schaltete den Fernseher ein. Es hieß, Michael Jackson sei zusammengebrochen und es gehe ihm nicht gut. Und dann wurde mir bestätigt, dass er gestorben war. Ich habe sofort seiner Familie kondoliert. Ich stand unter Schock und wollte die Thriller-Show aus Respekt vor Michael absagen. Aber dann musste ich feststellen, dass unheimlich viele Menschen sie sehen wollten. Unser Theater im West End wurde zu einem Michael-Jackson-Schrein.


    Nach seinem Tod wurde „Thriller – Live“ sogar noch erfolgreicher, weil diese Show den Leuten offensichtlich etwas bedeutet.


    Michael Jackson wurde „King Of Pop“ genannt. Ist dieser Titel gerechtfertigt?


    Absolut! Elvis war der „King of Rock'n'Roll“, Bruce Springsteen ist der „Boss“ und Michael Jackson eben der „King of Pop“. Nur wenigen Künstlern ist es vergönnt, mit ihrer Musik die ganz breite Masse zu erreichen.


    Jeder Mensch auf der Welt weiß, wer Michael Jackson ist. Er hat mit seinen Videos eine neue Kunstform kreiert und heute sind Superstars wie Lady Gaga und Justin Timberlake von ihm beeinflusst.


    Was an ihm hat Sie am meisten überrascht?


    Seine Bodenständigkeit. Michael war ein großzügiger Mensch. Er arbeitete hart und konnte sämtliche Instrumente spielen, aber ich werde auch sein breites Lächeln nie vergessen. 1996 spielte er bei der Verleihung der Brit Awards den „Earth Song“ – umgeben von Kindern und Erwachsenen. Plötzlich lief Jarvis Cocker zu ihm auf die Bühne, um direkt in der Mitte gegen ihn zu protestieren. Manche unterstellten Michael, er würde sich wie Jesus Christus verhalten. Leider wurde er oft missverstanden. Michael wusste nicht, warum Cocker dies tat, vielleicht war er ja eifersüchtig auf seinen Erfolg.


    Ich hatte das Glück, dabei sein zu dürfen, als Michael Jackson 1994 ein Krankenhaus in Budapest besuchte und dort Geschenke an kranke Kinder verteilte. Der bewegendste Moment war, wie ein Mädchen die Hand nach ihm ausstreckte und mit einem Lächeln auf den Lippen starb. Michael hat viel Gutes getan, aber die Presse tat das oft als PR-Gags ab.


    War Michael Jackson glücklich?


    Der Michael Jackson, den ich kannte, lachte oft. Er machte ständig Witze.


    Gab es keinen Schmerz in seinem Leben?


    Natürlich gab es den auch. Er wurde der schlimmsten Verbrechen beschuldigt. Fälschlicherweise. Er war ja unschuldig.<3


     
    https://www.svz.de/22512522