Robert Hilburn remembers Michael Jackson

  • Robert Hilburn remembers Michael Jackson


    You can also watch a video interview of Robert Hillburn talking about Michael, which is interesting and has two rare photos of Michael from 1981.


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    Re: Pop music critic Robert Hilburn on Michael Jackson



    "It's beautiful at the shows when people join together. It's our own little world. For that hour and a half, we try to show there is hope and goodness. It's only when you step back outside the building that you see all the craziness."


    Michael's hunger for fame and success struck me as increasingly obsessive and unhealthy.


    Even though 1982's "Thriller" was the biggest-selling album of all time, Michael told me one night that his next album would sell twice as many copies. I thought he was joking, but he had never been more serious.



    As years went by, I watched with sadness as his music went from the wonderful self-affirmation and endearing spirit of "Thriller" to something increasingly calculated and soulless. His impact in the marketplace waned accordingly. It appeared that his desperate need for ultra stardom -- the "King of Pop" proclamation -- and his escalating eccentricities made it difficult for audiences to identify with him.


    Even some of his "Thriller" fans were ultimately turned off. In the public mind, he went from the "King of Pop" to the "King of Hype."


    When I surveyed leading record industry executives in 1995 to determine pop's hottest properties, Michael wasn't in the top 20.


    One executive said flatly: "The thing he doesn't understand is that he'd be better off in the long run if he made a great record that only went to No. 20 than if he hyped another mediocre record to No. 1. The thing he needs is credibility."


    Another executive said simply that Michael was "over."


    Michael was furious when he called me the day after the story ran in The Times.


    How could I betray him by writing such lies?


    Couldn't I see the record executives were just jealous?


    I tried gently to tell him that I thought there was some truth in what the executives were saying and that he had lost touch with the qualities that once made him so endearing.


    "That hurts me, Robert," he said, his voice quivering.


    I felt bad.


    I started to say that he could be as big as ever if he would only . . . , but I couldn't complete the sentence.


    Michael hung up.


    After that, I followed his life from a distance -- the child molestation charges, the battle with painkillers, the marriage to Lisa Marie Presley, the increasingly bizarre lifestyle.


    Although he would periodically announce recording projects or touring plans, I couldn't imagine, after all the humiliation and disappointment, that Michael could find the strength to step in front of the public again. I thought the fear of failure was too great. It was easier to stay in a fantasy land.


    So I was surprised when he announced that he was returning to the stage in a few weeks and was even more surprised when he sold out 50 nights at the O2 Arena in London.


    Maybe Michael was stronger than I thought. It took enormous courage to be willing to go back on stage for what could be a make-or-break moment -- and the ticket demand must have given him hope. Despite all that had happened, he saw that he was still loved by millions of fans.


    In the best scenario, Michael, 50, would have triumphed in London, not only erasing his mountain of debt but also restoring to himself the sense of invincibility that fame represented. Failure in those shows, however, could have left him even more wounded and vulnerable.


    As the July dates neared, I imagined Michael's anxiety mounting day by day, even hour by hour. There must have been days when he felt he could do it, could reclaim his crown with a series of breathtaking performances and stand forever alongside Elvis Presley and the Beatles in pop music lore.


    But what if he was wrong?


    What if he wasn't strong enough, physically and emotionally? What if he couldn't live up to expectations?


    What if no amount of adulation could make him feel safe again?


    The stress must have been immense -- and maybe in the end it was too much for his broken heart.


    Robert Hilburn was The Times' pop music critic from 1970 to 2005. Parts of this article are excerpted from his memoir, "Corn Flakes With John Lennon, and Other Tales From a Rock 'n' Roll Life," which will be published in October.


    http://www.latimes.com/enterta…27,0,4897003.story?page=1

  • ..die Übersetzung des IV's..:


    Michael Jackson: Die Wunden, das gebrochene Herz


    Popmusik-Kritiker Robert Hilburn erinnert sich an die Jahre, als die Öffentlichkeit dem Sänger den Rücken zuwandte. "Ich bin einsam", sagte ein dreiundzwanzigjähriger Jackson.


    27. Juni 2009 | Robert Hilburn



    Ich werde immer bedauern, daß mein letztes Gespräch mit Michael Jackson damit endete, daß er verärgert den Telefonhörer auflegte - zumindest dachte ich lange Zeit, Michaels Stimmung an diesem Tag vor einem Jahrzehnt sei zornig gewesen. Heute begreife ich, daß die zutreffendere Bezeichnung "verletzt" gewesen wäre.
    Michael war einer der süßesten und talentiertesten Menschen, denen ich in fünfunddreißig Jahren Berichterstattung über Popmusik für die Los Angeles Times begegnet bin.


    Ich hatte das Glück, bei vielen seiner herausragendsten Momente anwesend zu sein. Ich war an dem Abend im Jahr 1983 im Publikum, als er während des Motown TV Specials zum ersten Mal den atemberaubenden Moonwalk zeigte, und ich war während der Aufnahme-Session der Stars für We Are The World 1985 im Studio. Ich war mit ihm im Haus der Jackson Familie in Encino, kurz nachdem er im Jahr 1985 den Beatles-Song-Katalog gekauft hatte.


    Michael erschien mir als einer der zerbrechlichsten und einsamsten Menschen, die mir je begegnet sind. Sein Herz mag am Donnerstag Nachmittag für immer aufgehört haben zu schlagen, doch es war schon vor langer Zeit gebrochen.


    An den Wochenenden, die ich mit ihm während der Victory Tour der Jacksons im Jahr 1984 unterwegs verbrachte, erfuhr ich, daß ihn die Erlebnisse während seiner späteren Jugendjahre so traumatisiert hatten - insbesondere die Ablehnung der Fans, die den "kleinen" Michael aus den Tagen der Jackson 5 vermissten - daß er sich verzweifelt auf den Ruhm verließ, um sich vor weiterem Schmerz zu schützen. Letzten Endes war dieses elementare Bedürfnis nach Ruhm die Wurzel seiner Tragödie.
    Ich traf Michael in den frühen Tagen der Jackson 5 im Haus der Familie in Los Angeles, und meine herausstechendste Erinnerung ist, daß Michael, so süß und treuherzig, wie ein Elfjähriger nur sein kann, das Interview so schnell wie möglich hinter sich bringen wollte, um sich Cartoons anzuschauen, bevor er zu Bett gehen mußte.
    Als ich ihn ein Jahrzehnt später wiedertraf, hatte sich seine Persönlichkeit grundlegend verändert. Das unbekümmerte Kind von einst war verschwunden.


    Michaels Umsätze waren Mitte der 1970er Jahre dramatisch gesunken, und als er 1979 mit dem Hitalbum Off The Wall wieder erschien, hatte seine Seele Narben. Oftmals besteht ein Unterschied zwischen der öffentlichen und der privaten Seite eines Künstlers, doch selten war er so bemerkenswert wie bei Michael.
    Nach einem triumphalen Konzert in St. Louis im Jahr 1981 saß Michael ängstlich, häufig mit gesenktem Kopf, auf der hintersten Bank des Tourbusses und antwortete flüsternd auf meine Fragen. Im Gegensatz zu der charismatischen, extrovertierten Persönlichkeit auf der Bühne kämpfte er mit einer bambiartigen Schüchternheit. Ungeachtet des Wiederauflebens seiner Popularität klagte er, er fühle sich allein – geradezu verlassen. Er war dreiundzwanzig.


    Als ich ihn fragte, warum er nicht wie seine Brüder allein lebte statt im Haus seiner Eltern, sagte er: "Oh nein, ich glaube, allein würde ich sterben. Ich wäre so einsam. Sogar zu Hause bin ich einsam. Ich sitze in meinem Zimmer, und manchmal weine ich. Es ist so schwer, Freunde zu finden, und es gibt Dinge, über die man nicht mit seinen Eltern oder der Familie sprechen kann. Nachts laufe ich manchmal durch die Straßen und hoffe, jemanden zum Reden zu finden. Doch am Ende lande ich immer wieder zuhause."


    So weit konnte Michael an diesem Abend gehen, um seine tief verwurzelte Angst zu erklären. Es würde vier Jahre dauern, bis er bereit war, mir mehr zu erzählen.
    Michael hatte vor der Victory Tour mit Jacqueline Kennedy Onassis, Redakteurin bei Doubleday, einen Buchvertrag unterzeichnet, und er wollte, daß ich ihm dabei half, es zu schreiben. Während der Tour verbrachte ich mehrere Wochenenden mit ihm unterwegs. Ich kam bald dahinter, daß Michael - der seine Privatsphäre mit allen Mitteln schützte – einen Bildband zusammenstellen wollte, während Onassis eine umfassende Biografie wollte.
    Nach einem Showdown zwischen den beiden rief mich Michaels langjähriger Anwalt und Freund John Branca an, um mir für meine Bemühungen zu danken und mir mitzuteilen, Doubleday verfolge eine andere Richtung. Mein Engagement war beendet.


    Während unserer gemeinsamen Zeit führten meine Gespräche mit Michael bisweilen – wenn das Tonbandgerät ausgeschaltet war - zu dunkleren Momenten seiner Vergangenheit. Eines Nachts, als wir einen Stapel alter Fotos durchsahen, löste ein Bild von ihm selbst aus seinen späten Jugendjahren eine überraschende Offenheit aus.
    "Oh, das ist schrecklich", sagte er, vor dem Bild zurückschreckend.
    Michael erklärte, in dieser Zeit sei sein Gesicht so sehr von Akne gezeichnet und seine Nase so groß gewesen, daß Besucher des Familienheims in Encino ihn manchmal nicht erkannten. "Sie kamen herein, sahen mir direkt in die Augen und fragten, ob ich wüßte, wo der 'süße kleine Michael' sei. Es war, als würde die ganze Welt sagen: 'Wie kannst du es wagen, erwachsen zu werden.'"
    Michael sagte, er begann, zu Boden zu sehen, wenn ihn jemand ansprach, oder in seinem Zimmer zu bleiben, wenn Besucher ins Haus kamen.


    Michael schwor, alles zu tun, damit die Menschen "mich wieder lieben". Die Ablehnung schürte seinen Ehrgeiz, der größte Popstar der Welt zu werden und zu versuchen, sein Gesicht schön zu machen. Leider war Michaels Bedürfnis so groß, daß keine Liebesbezeugung genug zu sein schien.
    Die Bühne war sein Heiligtum. Dort war er größer als das Leben, und niemand konnte ihn verletzen. Jedes Mal, wenn er die Bühne verließ, sagte er, fühlte er sich wieder verwundbar.
    In dem Interview im Jahr 1981 erzählte er mir: "Mein wirkliches Ziel ist es, Gottes Bestimmung zu erfüllen. Ich habe mir nicht ausgesucht, zu singen oder zu tanzen. Doch das ist meine Rolle, und ich möchte es besser machen als jeder andere. Ich erinnere mich noch das erste Mal, als ich im Kindergarten Climb Every Mountain sang, und alle waren so begeistert.
    Es ist wunderbar, wenn sich Menschen bei den Shows zusammenfinden. Es ist unsere eigene kleine Welt. In diesen eineinhalb Stunden versuchen wir zu zeigen, daß es Hoffnung und Güte gibt. Doch wenn man am Ende das Gebäude wieder verläßt, sieht man all die Verrücktheit."


    Michaels Hunger nach Ruhm und Erfolg erschien mir als obsessiv und ungesund.
    Auch wenn Thriller aus dem Jahr 1982 das meistverkaufte Album aller Zeiten war, sagte Michael mir eines Nachts, werde sich sein nächstes Album doppelt so oft verkaufen. Ich dachte, er macht einen Scherz, doch er hatte noch nie etwas so ernst gemeint.
    Im Laufe der Jahre beobachtete ich voller Traurigkeit, wie sich seine Musik von dem wunderbar selbstbewußten und liebenswerten Geist von Thriller mehr und mehr in etwas Berechnendes und Seelenloses verwandelte. Sein Einfluß auf den Markt ließ entsprechend nach. Es schien, sein verzweifeltes Bedürfnis nach Ruhm – die Proklamierung zum "King of Pop" - und seine zunehmende Exzentrizität machten es dem Publikum schwer, sich mit ihm zu identifizieren.
    Selbst einige seiner Thriller Fans wandten sich schließlich ab. In der öffentlichen Meinung, wandelte er sich vom "King of Pop" zum "King of Hype."
    Als ich im Jahr 1995 Führungskräfte aus der Musikbranche bat, die angesagtesten Pop-Künstler zu ermitteln, war Michael nicht unter den Top 20.


    Ein Manager sagte rundheraus: "Was er nicht versteht, ist, daß er, auf lange Sicht gesehen, besser dran wäre, wenn er ein tolles Album machen würde, das nur Platz 20 erreicht, als ein weiteres mittelmäßiges Album künstlich auf Platz 1 hochzutreiben. Was er braucht, ist Glaubwürdigkeit."
    Ein anderer Manager sagte schlicht, Michael sei "passé".
    Michael war wütend, als er mich am Tag, nachdem die Geschichte in der Times erschien, anrief.
    Wie konnte ich ihn verraten, indem ich solche Lügen schrieb?
    Merkte ich nicht, daß die Bosse der Plattenfirmen nur neidisch waren?
    Ich versuchte vorsichtig, ihm zu sagen, daß meiner Meinung nach etwas Wahres daran war, was diese Führungskräfte sagten, und daß er die Verbindung zu seinen Fähigkeiten, das, was ihn einmal so hinreißend machte, verloren hatte.
    "Das verletzt mich, Robert", sagte er, und seine Stimme zitterte.
    Ich fühlte mich schlecht.
    Ich begann zu sagen, er könne wieder so groß werden wie er es immer war, wenn er nur ... doch ich konnte den Satz nicht beenden.
    Michael hatte aufgelegt.


    Danach verfolgte ich sein Leben aus der Ferne - die Anklagen wegen Kindesmißbrauchs, der Kampf mit den Schmerzmitteln, die Ehe mit Lisa Marie Presley, der zunehmend exzentrische Lebensstil.
    Obwohl er regelmäßig Studioaufnahmen oder Tourpläne ankündigte, konnte ich mir nicht vorstellen, daß Michael nach all den Demütigungen und Enttäuschungen die Kraft aufbrachte, wieder öffentlich aufzutreten. Ich glaubte, die Angst, zu scheitern, sei zu groß. Es war leichter, in einem Phantasieland zu bleiben.
    Darum war ich überrascht, als er ankündigte, in einigen Wochen auf die Bühne zurückzukehren, und noch überraschter, als er fünfzig Abende in der O2 Arena in London ausverkaufte.


    Vielleicht war Michael stärker, als ich dachte. Es erforderte enormen Mut, bereit zu sein, zurück auf die Bühne zu gehen, für etwas, das ein Alles oder Nichts-Moment sein könnte - und die Ticket-Nachfrage muß ihn ermutigt haben. Trotz allem, was geschehen war, sah er, daß er noch immer von Millionen Fans geliebt wurde.
    Im besten Fall würde Michael, 50, in London triumphiert haben, was nicht nur seinen Schuldenberg getilgt, sondern ihm selbst auch das Gefühl der Unbesiegbarkeit zurückgegeben hätte, das Berühmtheit ausmacht. Ein Scheitern bei diesen Shows jedoch hätte ihn nur noch mehr verwundet und angreifbar gemacht.
    Als die Juli-Termine näher rückten, stellte ich mir Michaels wachsende Angst vor; Tag um Tag, sogar Stunde um Stunde. Es muß Tage gegeben haben, an denen er glaubte, er könne es schaffen, er könne seine Krone mit einer Reihe atemberaubender Darbietungen zurückgewinnen und für immer in die Geschichte der Popmusik eingehen, Seite an Seite mit Elvis Presley und den Beatles.


    Was aber, wenn er sich irrte?
    Was, wenn er nicht stark genug war, körperlich und seelisch? Was, wenn er den Erwartungen nicht gerecht werden konnte?
    Was, wenn auch der größte Beifall ihm nicht das Gefühl zurückgeben konnte, in Sicherheit zu sein?
    Der Stress muss unermesslich gewesen sein - und war am Ende vielleicht zuviel für sein gebrochenes Herz.


    ~


    Robert Hilburn war von 1970 bis 2005 der Popmusik-Kritiker der Times. Teile dieses Artikels sind seinen Memoiren "Corn Flakes With John Lennon, and Other Tales From a Rock 'n' Roll Life" entnommen, die im Oktober veröffentlicht werden.

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