Hat es sich gelohnt die Maxi von “Hold my hand“ zu kaufen?
Grundsätzlich muss ich sagen, dass ich die imperativen Musiktitel (z.B.: Don't Walk Away, Keep The Faith, Beat it, Leave Me Alone)immer sehr spannend finde. Dabei muss ich immer daran denken, dass irgendjemand (Q oder B. Sweden) sagte, dass MJ einen „Arbeitstitel“ benötigte. Selbst ohne musikalische Grundkenntnisse, kann ich das gut nachvollziehen, eine „Überschrift“ zu haben, die mit dem Inhalt stark verbunden ist, um auch nicht den Faden zu verliehen und Wiedererkennung zu ermöglichen.
Es gibt hier bestimmt hunderte von Usern, die sich besser auskennen als ich, aber auch hier habe ich in Erinnerung, dass sich MJ immer eine Grundversion erarbeitet hat und dann in der „End-Misch-Produktionsphase“ zurück gezogen hat, um den letzte, den einmaligen MJ-Schliff an den Songs anzulegen. Meine persönliche Befürchtung ist, dass MJ viele Songs angekaut hat, wie es seine Herangehensweise war, aber die Endschliffphase noch nicht durchlaufen ist. Bei „Hold my hand“ denke ich, war es bestimmt zwischen 85-90% erledigt und erreicht, und dieses hört man und ich genieße es.
Natürlich mag man auch andere Musiker und Songschreiber, aber die Einmaligkeit, die MJ in meinem Empfinden hat, ist unerreicht. Was mich glaube ich persönlich besonders anspricht, ist dieser Mix aus old-school (Q), den modernen Einflüssen (Dark-child etc.)und dieser perfekten produzierten Musik. Gleichzeitig finden sich immer wieder Elemente der schwarzen Souligkeit mit minimalen Gospelelementen, diese meistens in der Endphase der Songs. Diese Gospel- und Soulelemente wirken immer spontan und auch nicht „perfekt“ produziert. Diese Mischung ist einfach unerreicht. Selbst Invincible, welches oft als over-produced, verschrienen hat, ist gespickt mit dieser Mischung. Mein „Trick“ dieses zu erfahren und erleben ist, die Musik laut und mit viel Bass und viel Höhen zu genießen. Und ich glaube mich auch an eine Aussage erinnern zu können, dass MJ im Studio seine Musik immer sehr laut hörte. Erst mit Lautstärke wird diese richtig deutlich, wie viel-spurig und –schichtig die Musik ist. Nach dem Kauf von „Hold my Hand“ konnte ich in CD-Qualität den Song in entsprechender Lautstärke hören. Vielleicht fehlten mir seit der Verfügbarkeit von vor 2-3 Jahren die Möglichkeiten, aber die CD-Qualität ist ein purer Genuss, der das oben Empfunden richtig zur Geltung kommen lässt. Beim Einlegen und 2000 watts
kommt einem schon bei 11sec. plötzlich eine melodische Harmoniewelle entgegen, die einen Hinhören lässt.
Wie gesagt, ich habe keine Ahnung von Noten oder Harmonielehre, aber der erste Satz der erste Strophe mit „This life don't last forever“ und dem Tod von MJ würde mich im Grunde traurig stimmen, aber die Melodie unterstreicht die positive Stimmung der nachfolgende Botschaft so angenehm, dass es weiter nach Vorne geht. Das dieser Satz auch noch im Solo gesungen wird, würde die Einsamkeit des Todes im Grunde unterstreichen, aber das erste „Hold my hand“(„Zukunft + Hoffnung“) im „mehrtonigen“ Chor, macht wieder dieses Mischung aus Gegensätzen aus, die die Musik von MJ so spannend und einmalig macht. Die Stimmen von Akon & MJ sind recht ähnlich, dass es mir, bei nicht genauem Hinhören, manchmal schwer fällt, zu definieren wer gerade an der Reihe ist. Aber dieses ging mir bei „Just can´t stop loving U“ auch schon immer so. Aufgrund des Inhaltes des Songs, finde ich es sogar sehr gut, denn wenn es zwei sehr gegensätzliche Stimmen wären, klänge das im klaren Zusammenhang mit dem Inhalt recht „schwul“ (ich habe nichts gegen Homosexualität; aber MJ war es nicht).
Was ich völlig herausragend finde ist dieses Kombination von „Hall“ und Überlagerung von Stimmen. Dieses hat so etwas „gebetsmühlenartiges“ ohne das ich das Gefühl habe mich wollte jemand einer „Gehirnwäsche“ , durch permanentes Wiederholen, unterziehen wollte, oder das die Aufnahme in einem gekacheltem Raum vorgenommen wurde. Dieses geschickte Austarieren zwischen Hall und Überlagern ist Weltklasse. Hier werden die Stimmen und Stimmspuren der beiden so angenehm verwebt, dass man die ganze Zeit vor eine Vocal-Wand steht.
[Was ich persönlich richtig „schei….“ also ungelungen finde sind die Steicher am Anfang. Vielleicht versteh ich dieses Stilmittel nicht, dass die Streiche beim Ausklingen, wie abgehackt klingen, aber ich mochte das auch schon zur Leakszeit des Songs nicht. Wenn man dagegen die Anfangsstreicher bei „You Rock my world“ hört, habe ich das Gefühl, da stehen 10-15 Streicher auf der Bühne oder im Studio, die Saiten richtig zum Zittern bringen. Aber diesem Synthesizer-Kram kann ich nichts abgewinnen.]
Da ich nicht langweilen mag, breche ich hier ab, obwohl ich noch viele Gedanken hätte.
Fazit: Laut, laut, laut….einfach unschlagbar. ..und es hat sich gelohnt!! ![]()