...vielleicht um etwas über den "Tellerrand" zu blicken...
http://www.innermichael.com/20…-the-man-its-the-message/
Es ist nicht der Mensch, es ist die Botschaft
Es ist weder die Verpackung, noch das, worin es eingewickelt wurde, es ist das Geschenk, das sich im Innern befindet.
„Der Weg des spirituellen Kriegers ist nicht sanft und süß. Er ist nicht
künstlich glückselig und er tut auch nicht versöhnlich. Er fürchtet
sich nicht vor Uneinigkeit, nicht vor seinem eigenen Schatten. Er hat
keine Angst davor, unpopulär zu sein, wenn er die Wahrheit sagt. Er wird
nicht um den heißen Brei herumreden, wo Direktheit unerlässlich ist. Er
nimmt keine Rücksicht auf finanzielle Interessen, die Leiden
verursachen. Er ist gütig und mutig und beißend ehrlich in seinem
Bemühen, sich selbst und die Menschheit von egoistischen Fesseln zu
befreien. Starken Meinungen im Namen der Spiritualität aus dem Wege zu
gehen, ist nicht spirituell. Nur sanft dahin plätschernde Spiritualität
ist ein gutes Rezept für Desaster. Sie erlaubt jeglicher Art von
Manipulation, Amok zu laufen. Wahre Spiritualität ist die Suche nach
Wahrheit, in all ihren Formen. Manchmal finden wir die Wahrheit auf dem
Meditationskissen und manchmal finden wir sie im Herzen eines Konflikts.
Mögen alle spirituellen Krieger in Fülle emporsteigen. Ohne sie ist
dieser Planet verloren.“
Jeff Brown – Autor und Filmemacher
Und der wahre spirituelle Krieger ist auch weise.
Ich, selbst eine Kriegerin, wage es, einige Einblicke mit euch zu teilen:
Ich habe eine Bitte: Denkt über den Tellerrand hinaus. Denkt daran, dass
ihr nicht zu jeder Zeit alles sehen könnt, aber vertraut darauf, dass
es mehr gibt und malt euch aus, dass sich hinter dem Tellerrand das
größere Gut befindet, auch wenn es nicht immer danach aussieht. Unsere
Welt ist gebrochen. Denkt daran. Immerzu.
Rohe, unüberlegte Gefühle sind eine starke Sache. Gefühle sind der Motor
menschlichen Seins, sie haben oftmals eine Wirkung auf einen weiteren
Teil des Verstandes. Nicht auf den Intellekt, nicht auf den Instinkt und
auch nicht auf das Denken. Gefühl kann all das umgehen und den Menschen
dazu bringen, direkt aus dem Bauch heraus etwas zu sagen oder zu tun,
ohne Begründung und ohne nachgedacht zu haben. Hat das Gefühl ihn im
Griff, kann der Mensch Dinge tun oder sagen, die ihm schaden und die er
später bedauern könnte.
Solche in Eile und gefühlsbasiert gesagten Worte gründen nicht auf
Vernunft. Ständiges, gefühlsbasiertes Handeln kann Menschen verletzen
und wirklichen Schaden in der Welt anrichten. Haben Gefühle einen im
Griff, wird der Raum sehr eng, man wird eingeengt und erstickt an seinen
Gefühlen. Nichts kann sich ausbreiten. Und ist man eingeengt und
gefangen in seinen Gefühlen, liegt der Fokus nur auf dem Selbst, auf
„ich“, „mein“ und nicht auf „wir“. Dieser Ort ist kein sonderlich
großzügiger Ort. Er erlaubt keine Menschlichkeit für andere Menschen,
nur für mich selbst. Und da ich der Mensch bin, sind „sie“ es nicht. Es
ist auch ein sehr einsamer Ort.
Statt vom erwachseneren, sich ausbreitenden und großzügigen Teil des
Selbst geleitet zu werden, lebt diese Person einfach ihr Ego aus. Das
Ego möchte das Sagen haben und das Ego liebt es, „Recht“ zu haben. Ja,
es liebt es „redlich“ zu sein. Und an dieser Redlichkeit klebt es und
benutzt sie als Waffe. Am Ego, das an rohen, unüberlegten Gefühlen
klebt, ist nichts Spirituelles, nichts Großzügiges. Tatsächlich ist es
äußerst kurzsichtig, fordernd und benimmt sich wie eine kleine Göre.
Versuche mal dieses Bild: Dein Leben ist wie ein Bus mit Fahrersitz. Wen
hättest du gern am Steuer? Besonders, wenn dein Leben auf dem Spiel
steht? Eine Göre oder einen Erwachsenen? Ein von Emotionen gelähmtes
Kind oder jemanden mit vernünftiger Psyche? Wer soll deinen Bus lenken?
Ein vernünftiger Mensch? Oder möchtest du, dass dein Bus von jemandem
gelenkt wird, der in ständigen Trotzanfällen gefährlich über den Platz
schlittert? Wer also soll dein Leben lenken? Die Göre oder das höhere
Selbst?
Die Göre ist nicht nur kurzsichtig, sie liebt es auch, Dinge in der
Gegend herum zu werfen und Dinge zu zerstören - manchmal sind das Dinge
wie Freundschaft, Ansehen und vernunftgesteuerte Weisheit. Weisheit
entsteht durch Lernen, Zurückhaltung, Einsicht, Erfahrung und
Nachdenken.
Perspektive funktioniert genauso. Wenn Emotion übernimmt, wird
Perspektive begrenzt. Wir sehen nur, was direkt vor uns liegt. Unser
Reich. Unsere Meinung. Unseren Ärger. Unseren Ekel. Unser… unser… unser.
Der Inbegriff der Arroganz liegt darin, zu glauben, dass unsere Meinung
die Einzige ist, die zählt. Und dass es die einzig wahre ist. (Ja, wir
alle tun das, doch in dieser Sache können wir uns in Zurückhaltung üben.
Wir können abwarten, beobachten, überlegen, nachdenken und erst dann
handeln.)
Leider sehen wir, wenn wir uns in diesem Raum der Begrenzung, der Enge
und des Kleinseins befinden, nur das Innere des Tellers des kleinen
individuellen Egos. Doch da gibt es einen Tellerrand, über den man
hinausblicken kann. Es gibt ihn immer, da es einen höheren Plan gibt. Es
geschehen Dinge, die diesem höheren Plan dienen, der Evolution der
Menschheit.
Unser Job ist es, unser Mini-Ich in ein großartiges Ich zu verwandeln.
Großartigkeit erwächst aus Großzügigkeit, Freundlichkeit, Mitgefühl, dem
Einschließen anderer, dem Erkennen der Vernetzung der Menschheit und
dem Respekt vor jedem fühlenden Lebewesen.
Großartigkeit ist die Wahl, menschliche Schatten und ihre Natur zu
erkennen, den Schatten in sich selbst und in der Welt einzubinden und
sich dann zu entscheiden, der menschlichen Brillanz Ausdruck zu
verleihen, und nicht dem Schatten.
Immer wieder gibt es in der Michael Jackson Community
Auseinandersetzungen. Irgendetwas geschieht, was Unruhe stiftet, und
selbst wenn dies unbeabsichtigt geschieht, so wird es stets so
aufgenommen, als habe jemand absichtlich in ein Wespennest gestochen.
Und dann beginnen die Verletzungen. Der Schwarm fliegt herbei,
organisiert und sticht in das erste Nest, was greifbar ist, dann in das
nächste und so wird sich gegenseitig verletzt.
Bei einer Auseinandersetzung geht es darum, dass schließlich eine
Einigung erzielt werden muss. Ein Streit verliert an einem gewissen
Punkt seine Energie und ist er vorbei, bleiben stets Trümmer. Die
Umgebung, einst sanfter, erscheint nun zerklüftet und getrübt. Das
geschieht, wenn jemand eine direkte Haltung einnimmt und einen
begrenzten Blick besitzt, die Umgebung wird karg und trostlos.
Ein begrenzter Blick auf Dinge wird immer dazu führen, dass wir blind für das sind,
In die Produktion von „Xscape“ floss eine große Menge Sorgfalt.
Viel mehr als in vorherige Produktionen. Jene, die im Studio an dem
Projekt arbeiteten waren sich sehr bewusst darüber, wen sie
repräsentieren würden. Einige von ihnen meinten, sie hätten Michaels
Anwesenheit spüren können, als sie daran arbeiteten. Alle versuchten, in
seine Schuhe zu schlüpfen, obgleich sie wussten, dass sie ihnen viel zu
groß waren und alle überlegten sich, welchen Schritt er wohl gehen
würde. Alle versuchten, sich in ihn hineinzudenken. Und durch die
Arbeit, die manche von ihnen über Jahrzehnte mit ihm gemeinsam geleistet
hatten, konnten einige möglicherweise seine Reaktionen und sein
Gefallen daran vorhersehen. Sie kannten ihn so gut. Die DVD, die der CD
„Xscape“ beigelegt wurde, ist kein „bezahlter Job“. Sie ist eine von
Herzen kommende Zusammenarbeit und ein Ausdruck der Liebe für jemanden,
den sie persönlich kannten, gut kannten.
Bedauerlich war die offensichtliche Abwesenheit seiner Familie. Aus
welchem Grund, welcher Angst und welchen Ressentiments heraus auch
immer, es wäre so viel liebevoller gewesen, wäre seine Familie dabei
gewesen. Sie waren seine Verwandten. Er war ihr Bruder, ihr Sohn, ihr
Vater. Wie schade, dass die Dinge nicht anders sind. Deshalb ist es so
wichtig für Menschen, dass sie lernen, ihr Ego loszulassen, zu vergeben
und Verletzungen zu heilen. Es ist besser, wenn dies im Leben geschehen
kann, denn es ist qualvoll, damit im Tod konfrontiert zu werden, was
getan oder eben nicht getan wurde, gesagt oder nicht gesagt wurde, was
geliebt oder nicht genügend geliebt wurde. Lässt man es zu, dass Stolz
und Ego das Sagen haben, ist es so, als ließe man das kleine Ego den Bus
lenken.
Das versprochene Hologramm, obgleich nur ein nie bestätigtes Gerücht,
war für viele Fans eine Enttäuschung, da es sich um einen Vorgaukler
handelte. Die Wahrheit ist, dass es sich nach dem 25. Juni 2009 immer
nur um einen „Vorgaukler“ handeln wird. Irgendwann wird die Technologie
vielleicht soweit sein, etwas Komplexeres herzustellen, doch soweit ist
sie heute noch nicht. Und wenn man die Dinge bis zu diesem Zeitpunkt
aufschieben würde, würde man den Botschafter in der Zwischenzeit
vergessen. Und dieser Botschafter besaß eine Botschaft. Erinnert ihr
euch überhaupt noch an diese Botschaft?
Das Publikum und die Welt sahen das Hologramm ganz anders. Sie wurden
dadurch eindringlich an den Botschafter und somit auch an seine
Botschaft erinnert. Und sie wurden an das Warum erinnert. Sie wurden an
sein Bemühen erinnert, eine Botschaft zu überbringen, für die es noch
nicht an der Zeit war. Sie wurden an seine unermüdlichen Anstrengungen
erinnert, und an sein unerschütterliches Vertrauen in die Menschheit,
selbst nachdem er derart geschändet und gedemütigt worden war, bis zum
Schluss. Sie wurden an eine Begabung erinnert, die es nie wieder geben
wird. Und glaubt mir, da ist Bedauern und Trauer, denn mit all diesen
Erinnerungen kommt auch die Erkenntnis, dass der Botschafter brutal und
grausam missverstanden und behandelt wurde. Und das ist eine gute
Gedankenstütze für die Welt. Es soll die Herzen sanfter werden lassen.
Die Menschheit könnte sanfte Herzen gut gebrauchen, denkt ihr nicht
auch?
Die Wahrheit ist, dass die Welt erinnert wurde, sie erinnerte sich an
Michael, seine Musik eroberte wieder die Charts, seine Musik wurde
wieder einer neuen Generation vorgestellt (und somit auch seine
Botschaft). Es scheint so, dass die Welt wahrlich eine Rolle für ihn
hat. Und vielleicht ist es nicht vorbei. Möglicherweise gibt es eine
Rolle für ihn über diese Welt hinaus. Und vielleicht „ist es das“.
Über den Tellerrand blicken heißt, dass wie auch immer Michael Jackson,
seine Musik, sein Werk und seine Botschaft, wieder einmal vor dem
Angesicht der Welt stehen. Die Botschaft der Heilung ist wieder
auferstanden. Er ist wieder der King. Und all das überschattet den
Versuch, ihn wieder einmal zu zerstückeln. Das alles zeigt die Macht
hinter seiner Botschaft. Es wird immer jene geben, die versuchen, ihn zu
zerstören – erbärmlich, dass sie dies sogar noch nach seinem Tod
versuchen. Das ist ein Zeichen für das Fortbestehen des Mini-Ichs. Und
es wird immer jene geben, die ausbeuten. Das ist die menschliche Natur,
worauf er immer hinweisen wollte. Und auf Veränderung.
Manche sagen, seine Musik sollte im Tresor verborgen bleiben, da er ein
solcher Perfektionist war und sie veröffentlicht hätte, wenn er das
Gefühl gehabt hätte, sie sei fertig und sie hätte seinen Standard an
Perfektion erreicht. Und wenn Michael sie selbst nicht fertig gestellt
hätte, dann sollte sie nicht veröffentlicht werden. Ich kann mit jenen,
die so denken, mitfühlen und kann dieses Gefühl verstehen.
Doch bedenkt dies: Wurden Michael nicht alle möglichen Hindernisse in
seinem Leben in den Weg gelegt? Ihn schwächende Krankheiten, die ein
Gesicht verunstalten und einen Körper verwüsten – Vitiligo
und Lupus; Ausbeutung; Betrug durch Freunde; korrupte Manager; zynische
Mitläufer; heimtückische Opportunisten; leichtfertige
Rechtsstreitigkeiten – fast 50 pro Jahr; zerbrochene persönliche
Beziehungen; Drohungen, ihm seine Kinder wegzunehmen; Spott; Schikanen;
Hohn; mediale Zerstückelung vor den Augen der Öffentlichkeit;
Erfindungen der Klatschpresse und unfassbare Behauptungen; unglaubliche
Anklagen; Geldmacherei anderer mit seinen Sorgen und Nöten; ein
quälender Prozess ohne Beweise und ohne Grundlage, eine erfundene
Anklage; die Skepsis, dass ein Justizsystem funktioniert und ihm die
gleichen Rechte wie jedem anderen einräumt; das Gespenst Gefängnis und
die Angst und Sorge, was aus seinen Kindern wird; das Vertrauen in sein
Land, in Fairness und in die Gerechtigkeit an sich verlieren; ständige
und unlösbare Gewalt, Verfolgung und Schmerz; die Hysterie der Lügen,
die Hysterie der Liebe; und obwohl es Liebe war, diese Liebe machte
einfache Zivil- und Menschenrechte und ein simples durch diese Welt
gehen nahezu unmöglich; der Verlust der Liebe und der einer Frau, die
ständig bei ihm ist; das Zerbrechen von Träumen; der Verlust des
einzigen Heiligtums, an dem er Sicherheit, Entspannung und unbeobachtete
Augenblicke hatte; der Verlust von allem, was ihm wichtig war,
einschließlich seines Rufes, seiner Heimat, seiner Gesundheit, seiner
Zufriedenheit, seiner Sicherheit, seines Vertrauens (eine einfache
Erwartung, die derart verletzt wurde, dass die Überprüfung eines jeden
um ihn herum unerlässlich wurde); wiederholter Vertrauensbruch;
Reduzierung auf eine Ware; gejagt werden von Einzelpersonen, Firmen und
Berufsgruppen einschließlich Ärzten, nur wegen des Geldwertes;
Aberkennung der Menschlichkeit; in Schubladen gesteckt und seiner Würde
beraubt; und schließlich und endlich während seines letzten Projekts
seines kreativen Willens beraubt; selbst der verjüngenden Kraft des
Schlafes beraubt und schließlich die Unfähigkeit zur Ruhe, die ihm das
Leben nahm.
Ohne diesen menschlichen Schatten und den „Lärm“ im Leben kann jemand
vielleicht tatsächlich die Freiheit besitzen, sich seiner Kunst und dem
wahren Grund für seinen Ruhm zu widmen – seiner Plattform, eine wichtige
Botschaft abzuliefern. Möglicherweise hätte einiges an Musik im Tresor
das Licht der Welt erblickt, hätten die Menschen selbst sich großartig
verhalten, anstatt ihres boshaften Mini-Ichs. Vielleicht hätte Jackson
die Freiheit besessen, die Welt weiter mit der Fülle seiner Kunst zu
beschenken. Vielleicht hätte er länger gelebt und diese Kunst im Kino
über den Tellerrand gehoben.
Vielleicht sollten wir alle uns an den Tellerrand erinnern, bevor wir
den Schwarm losschicken, bevor wir stechen. Vielleicht müssen wir alle
einen Schritt zurücktreten und über den Tellerrand hinausblicken, uns in
Zurückhaltung üben und einen Blick auf die ausgedehnte Aussicht werfen.
Der Mensch ist nicht mehr da, doch seine Botschaft lebt weiter. Und er
selbst würde euch sagen… es ist die Botschaft, die zählt.
Er hat sie abgeliefert. Wieder einmal.
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von Barbara Kaufmann
Übersetzung: achildsbliss ![]()