@ Kummari
Gutes Statement, der letzte Satz bleibt wohl Spekulation.
Werde hierzu auch mal kurz was sagen. Ob ich es prinzipiell für möglich halte, dass Michael zum Islam übertritt? Eindeutiges Ja. Dafür gibts sicher mehrere Indizien und Gründe, die man zum einen Teil in objektiver, zum anderen Teil aber auch in sehr subjektiver Weise aufnehmen und beurteilen kann. Ich erläutere das mal kurz:
Michael bringt definitv die spirituellen Grundvorraussetzungen mit einer Glaubensgemeinschaft nahezutreten, die einen monotheistischen Charakter in sich trägt. Dass er an den "einen Gott" glaubt, sich diesem liebevoll, herzerwärmend, aber auch fragend, bittend unterordnet, mag man doch ziemlich eindeutig in seinen Songtexten wiederfinden. Außerdem entstammt Michael, wie wir alle wissen, aus einer Z. Jehovas Gemeinschaft, die christlichen Charakters, mit veränderten, sektenähnlichen Vorzeichen, ist. Eine gottorientierte Erziehung, im streng jehovatischen Sinne hat sicher bis zum heutigen Tage einen bleibenden Einfluß auf Michael, seine Kunst, sein Wirken, seine Tiefsinnigkeit hinterlassen, vielleicht sogar auf seine exzentrischen Offenbarungen. Sowas schüttelt man nicht einfach ab. Auch wenn er sich zu einem bestimmten Zeitpunkt in seinem Leben von den strengen Riten und für ihn vielleicht irgendwann befremdlichen Praktiken der Jehovas Gemeinde distanzierte, so bleibt er auch weiterhin ein überzeugter Monotheist, vielleicht sogar ein noch kompromisloserer, als jemals zuvor. Vor diesem Hintergrund wäre ein Übertritt zum Islam für ihn sicher kein allzu revolutionärer Schritt, wie man von Außen vielleicht glauben mag. Ferner sind Christentum und Islam in sehr vielen Punkten deckungsgleich, was in dämonisierten Debatten der letzten Jahre gerne unter dem Tisch der Dummheit gekehrt wird.
Dass sein Bruder Jermaine im Hause des Islam seine persönliche Erfüllung gefunden hat, ist sicher kein Zufall und ein weiteres Indiz dafür, dass der spirituelle Gottesbezug bei den Jacksons eine wichtige Rolle genießt. Ohne näheres zu wissen, würde ich aus Fernsehbildern und Interviews auch annehmen, dass Jermaine und Michael von ihrer Natur her sehr ähnlich sind und auf spiritueller Art gut miteinander auskommen können. Ich habe zum Beispiel bei Jermaine immer das Gefühl, dass er "Michael versteht". Will diesen Satz nicht weiter ausführen, vielleicht versteht ihr ja, was ich meine. Man könnte jetzt weiter spekulieren und sagen, dass es da noch die Nanny Grace gibt, die bekanntlich auch Muslima ist, zu der er sicher eine enge Beziehung pflegt. Auch ein Element, dass man nicht unerwähnt lassen sollte. Seine Kinder werden also sicher auch irgendwo mit islamischen Tugenden erzogen, in einer liberalisierten Form, nehme ich mal an. Auch diese Tatsache wird irgendwo auf Michael reflektiert und er scheint damit ja durchaus zufrieden zu sein (bissel spekulation)..
Dann noch der sehr respektvolle Umgang mit seiner Person in den arabischen Medien und der dortigen Gesellschaft und zwar durch die Bank, in einer Zeit, wo er anderswo als unvermarktbare, gar unwillkommene Person mit Saddam und anderen Verbrechern verglichen wurde. Sowas prägt ihn sicher auch.
Wie gesagt, es gibt Indizien, die dafür sprechen. Aber es bleibt irgendwo immer eine subjektive Interpretation von Vorgängen, die man versucht zu deuten, wie so oft.
Zum Image:
ich habe hier und auch anderswo mal Stimmen gehört, dass ein möglicher Übertritt Michaels zum Islam seinem Image schaden würde. Ich finde diese Aussage aus zweierlei Gründen ein bissel zynisch. Zum Einen denke ich mir immer, dass Michaels Image mit aller Macht von Außen mit Dreck bespuckt wurde und dabei spielte seine persönliche Überzeugung zu Gott, keine wirkliche Rolle. Sollte er sich daran wirklich orientieren? Michaels Image ist runiniert. Sich über ein Jahrzehnt lang pädophile Perversitäten vorwerfen zu lassen, das ist schon die Härte. Michael rappelt sich nun ganz langsam wieder auf, aber die Blessuren auf seiner Seele sind sicher tief, sehr tief.
Zum Anderen ist es zynisch, weil dadurch die angebliche Tatsache genährt wird, der Islam sei etwas dämonisch, unwillkommenes, wovon man sich fern halten sollte. Wieweit sind wir eigentlich gekommen, dass wir uns vereinnahmen lassen von Meinungen und Blendungen, die die Welt in Gut und Böse schablonisieren und pervertieren wollen?
Statt sich mit der Realität anzufreunden, dass auch oder gerade im Westen immer mehr Menschen, trotz teilweise sehr unschöner Negativkampagnen, sich dem Islam annähern und diesem religiösen Hause beitreten. In diesem Jahr sind in nur in der "Europäischen Union" noch so viele Menschen zum Islam übergetreten, wie nie zuvor, in den USA ist der Trend ähnlich. Und das sind nicht wie früher, Spätmigranten oder angeheiratete Ehefrauen, die einfach mal Ja sagen. Das sind überwiegend Leute, die sich dem islamischen Glauben auch intellektuell nähern und seine spirituelle Wirkung frei von allgemeinen Perversitäten erleben und kennenlernen wollen. Und das geht quer durch die Gesellschaft, das Promis nun auch dabei sind ist nur die Spitze des Eisbergs, die uns dann vielleicht ein Aha-Erlebnis beschert.
Und die, die immer noch Angst haben, sei gesagt, dass eine Unzahl von Deutsch-Rappern, wenn ich mich nicht irre muslimischen Ursprungs sind. Ihrem Erfolg hats nicht geschadet. Sogar ein Yusuf Islam (Cat Stevens) kann es sich erlauben im Taliban Look bei Wetten Dass aufzutreten und die Leute finden das auch noch toll und kaufen wie euphorisiert seine Platten. ![]()
Letztendlich wollten die Menschen authentische Künstler sehen, die gute Kunst hervorbringen und mit sich im Reinen sind. Die Menschen, die das nicht so sehen wollen, sollen sich vergraben ![]()
Gut jetzt habe ich doch einiges bebabbelt. Ist ja eh alles Spekulation, die News ist lächerlich, weil hier Jermaines Worte aus England kategorisch umgedeutet und dadurch eine scheinbare Tatsache erwirkt wurde. Mehr ist das nicht. Aber schön, dass mal drüber geredet wurde ![]()