..mal wieder was sehr Interessantes von Charles Thomson..:top
Lorette C. Luzajc`s Interview mit Charles Thomson
September 2010
Original Teil 1 http://extrememichaeljackson.w…ents-in-the-mj-community/
Original Teil 2 http://extrememichaeljackson.w…charles-thomson-part-two/
Original Teil 3 http://extrememichaeljackson.w…h-charles-thomson-part-3/
Original Teil 4 http://extrememichaeljackson.w…harles-thomson-part-four/
Original Teil 5 http://extrememichaeljackson.w…h-charles-thomson-part-5/
Original Teil 6 http://extrememichaeljackson.w…homson-final-installment/
Gespräch mit Charles Thomson über kürzlich umstrittene Ereignisse in der MJ Community
Teil 1 und 2
Frage: Charles, Sie sind ein sehr junger Schreiber, der schon sehr früh von der Schule direkt in die Öffentlichkeit schoss, Sie haben sehr große Aufmerksamkeit erlangt durch Ihre Arbeit über James Brown. Dann plötzlich haben Sie sich in der Rolle des Michael Jackson Experten wieder gefunden. Kam dies unerwartet? Wie hat dies Ihre Karriere beeinflusst?
Zu nächst einmal habe ich nicht die Schule verlassen und bin geradewegs in die Öffentlichkeit. Nachdem ich mit 16 die Schule verlassen hatte, ging ich für zwei Jahre aufs College, wo ich unter anderem Journalismus studierte. Vom College ging ich an die Universität, wo ich weitere drei Jahre Journalismus studierte, dort habe ich 2009 promoviert.
Es ist wichtig zu sagen, dass keine dieser Studien eine Voraussetzung für eine journalistische Karriere in England sind. Die Qualifikation wird vom Nationalen Rat der Journalisten NCTJ ausgestellt und wenn man sich in einem Schnellkurs einschreibt, kann man die Qualifikation als Journalist in 6 Monaten erhalten, während ich ein Studium von 4 Jahren absolviert habe.
Ich habe im Alter von 16,17 Jahren angefangen, bei Zeitungen mit zu schreiben, während ich auf dem College war. Es war eine Voraussetzung für einen Kurs, in dem ich eingeschrieben war, wir haben über Leute und Events vom Ort geschrieben und schrieben dann Berichte für lokale Blätter. Während meiner Jahre an der Uni arbeitete ich dann an mehreren lokalen Nachrichtenblättern mit, als ich 19 war arbeitete ich freiberuflich bei nationalen Zeitschriften und Magazinen mit.
Meine Arbeit als Michael Jackson „Experte“ kam total unerwartet, gelinde gesagt. Wie ich schon in einem früheren Interview sagte, bekam ich einen Insider-Tipp darüber, wann und wo Michael Jackson ankommen würde, wenn er die Konzerte für die o2-Arena bekanntgab. Die Quelle bat mich, dies durchsickern zu lassen, da sie das Gefühl hatten, dass es für die Konzertankündigungen positive PR hervorrufen würde. Ich gab die Info an die Sun weiter, was für mich das Beste zu sein schien, wenn man Publicity will, sollte man zur größten Zeitung des Landes gehen. Die Sun bemerkte wohl, dass ich quasi an der Sache dran war und beschloss, mich zu nutzen.
Meine Arbeit für die Sun hat sehr viel Kritik von Seiten der Fans gebracht, aber ich weiß nicht wirklich warum. Beim ersten Anzeichen unangemessener Berichterstattung schrieb ich einen langen und vernichtenden Artikel über sie wegen ihrer verdrehten Darstellung über den Selbstmord Evan Chandlers. Bevor dies geschehen war, haben sie sich mir gegenüber immer ethisch korrekt verhalten. Ich bin kein Klatsch-Anbieter oder bezahlter Fürsprecher für die Sun. Als ich diesen Artikel für die Sun schrieb, verschrotteten sie meine Untersuchungsergebnisse über Evan Chandler und ersetzten sie durch falsche Informationen, seither habe ich kaum noch für sie gearbeitet.
Wenn ich mir anschaue, wie meine Arbeit über Michael Jackson meine Karriere beeinflusst hat, muss ich sagen, es hat mich nicht reich gemacht. Es hat mein Profil verstärkt, aber nur, weil die Fans meine Seite gefunden haben und damit anfingen, sie im ganzen Internet zu posten. Bevor die Fans mich entdeckten, habe ich über Michael Jackson fast ganz im Verborgenen gebloggt. Ich wurde für meine Arbeit bei der Sun bezahlt, aber der Rummel um Jacksons Konzerte und dann um seinen Tod dauerte etwa von März bis Oktober und sie zogen mich nicht bei jeder Story über ihn hinzu, die sie schrieben, bei weitem nicht. Es war kein langfristiger Gig und meine Mitarbeit wurde nur von Zeit zu Zeit angefragt.
Der Großteil meiner Arbeit über Michael Jackson, besonders hinsichtlich der Anschuldigungen und des Prozesses, war total kostenlos. Ich werde für meine Huffington Post Artikel nicht bezahlt und meinen Blog schreibe ich auch ohne Bezahlung. Aber es macht mir nichts aus, auch mal etwas kostenlos zu tun. Ich sehe Journalismus als eine Berufung an. Ich denke, es ist ein notwendiger Job, besonders in Zeiten, in denen viele Journalisten gebunden sind an Firmeninteressen. Wenn ich also dass Gefühl habe, eine Story sei wichtig, schreibe ich sie auch dann, wenn ich nichts dafür bekomme, wenn ich das Gefühl habe, sie muss geschrieben werden. Dies gilt für 5000 Wörter- Essays über die entsetzliche Medienberichterstattung über Jacksons Prozess oder auch für mir wichtige Dinge für meine lokale Zeitung. Zurzeit schreibe ich gerade an einer Story über die lokale Landesregierung, die einen Kinderspielplatz niederwalzen will, um dort Häuser zu bauen.
Meine Arbeit über Michael Jackson hat aus mir so etwas wie einen Internet-Star gemacht, und es hat mir genauso viele Vor- wie Nachtteile eingebracht. Doch es hat mich nicht reich gemacht oder mir einen lukrativen Job in der Medienbranche eingebracht. Ich bin dieselbe Person, lebe im gleichen Haus, mache täglich das, was ich sonst auch tat, mein Name bekommt lediglich mehr Klicks bei Google.
Frage: Für Sie war es hilfreich als Journalist, dass die FBI-Akten veröffentlicht wurden. Erzählen Sie mir davon. Was haben diese Akten zutage gefördert?
Die Akten wurden nach dem „Freedom of Information Act“ (Informationsfreiheit) veröffentlicht. Dieser „Act“ wurde geschaffen, um Offenheit und Transparenz in der Regierung zu gewährleisten, indem man der Öffentlichkeit erlaubt, Anfragen nach Informationen zu stellen, die aus dem einen oder anderen Grund nicht öffentlich sind. Das FBI ist als Bundesorgan verpflichtet, Anfragen nach dem FOIA zu beantworten.
Wenn eine Person noch am Leben ist, sind die Akten nicht zugänglich, da es sonst die privaten Rechte der Person verletzen würde. Diese Regelung kann man umgehen, jedoch nur, wenn man die Person, um die es in den Akten geht dazu bekommt, eine Verzichtserklärung seines Privatrechts zu unterzeichnen. Wenn diese Person jedoch verstorben ist, kann man die Herausgabe der Akten anfragen und dann ist das FBI zur Herausgabe der Akten gesetzlich verpflichtet, es sei denn, man würde damit die nationale Sicherheit gefährden. Die Akten sind oftmals zensiert, da sie Informationen zu FBI-Mitarbeitern oder Leuten, die noch am Leben sind, enthalten.
Ich war eine von mehreren Personen, die die Veröffentlichung der FBI-Akten über Michael Jackson nach dem FOIA beantragt haben, ich habe das getan, weil ich neugierig war, ob diese Akten weitere Informationen enthalten über die wiederholten Eingriffe der Regierung in sein Leben. Ich war mir nicht einmal sicher, ob es überhaupt eine FBI-Akte über ihn gab, also war ich schockiert, als ich feststellte, dass es eine gab und dass sie 600 Seiten umfasste.
Insgesamt war ich ausgesprochen wenig beeindruckt von der Art, wie das FBI mit der Anfrage umging. Vor allem, weil das FBI sich so viel Zeit ließ, die Anfrage zu beantworten. In England sind die Regierungsorgane per Gesetz dazu verpflichtet, die Anfragen des FOIA innerhalb von 20 Tagen zu beantworten. Meine Anfrage an das FBI stellte ich im Sommer 2009 und die Akten wurden nicht vor Dezember freigegeben.
Ich war auch unbeeindruckt von der Art, wie das FBI die Akten veröffentlichte, das hatte ich in keinem anderen Fall so gesehen. Sie kündigten es vor der Weltpresse an, dass sie die Akten zu einer bestimmten Zeit hochladen werden, was natürlich einen weltweiten Run auf das Downloaden der Akten verursachte, um der erste zu sein, der darüber berichtet. Ich habe also als einer der ersten, der die Anfrage stellte keinerlei Vorteile oder Vorrechte dadurch.
Das Endergebnis war, dass die Medien, die alle getrieben davon waren, die erste Story darüber zu schreiben, die Akten überflogen und weitgehend falsche Storys darüber rund um den Globus veröffentlichten. Ich habe Nachrichtenblätter gesehen, die behauptet haben, das FBI habeangeblich Video-Aufnahmen von Jackson beschlagnahmt, auf der sich Kinderpornographie befunden habe. Was die Akten aber tatsächlich aussagten, war, dass die Aufnahme, die aus dem Besitz einer unbekannten Person aus Palm Beach beschlagnahmt worden war, lediglich mit Jackson in Zusammenhang stand und diese Verbindung schien lediglich daraus zu bestehen, dass jemand Jacksons Name auf den Aufkleber der Kassette geschrieben hatte. Hinsichtlich der Kinderpornographie gab es keine Andeutung, dass je irgendetwas gefunden wurde.
Andere Zeitungen berichteten, dass das FBI Ermittlungen darüber angestellt habe, dass Jackson in den 80er Jahren zwei mexikanische Jungen belästigt haben soll. Dies war schlicht und ergreifend unwahr. Das FBI schrieb nur eine Notiz über einen Anruf, in dem jemand behauptete, „eine Story gehört zu haben“, dass das FBI einer solchen Sache nachginge. Die Dokumente halten außerdem fest, dass das FBI nach dem Anruf nach Unterlagen suchte, die die oben genannte Behauptung untermauern. „Kein Verweis/Hinweis gefunden“. Mit anderen Worten, jemand rief beim FBI an und machte falsche Anschuldigungen. Das FBI notierte den Anruf und fand nichts Verwertbares über die Behauptung in den Akten, doch die Medien stellten es falsch dar, so als sei es die Schlussfolgerung gewesen, die das FBI selbst gezogen habe.
Die Ungenauigkeiten in den Medienberichten über die FBI-Akten von Jackson waren zahllos und sie gingen um die ganze Welt. Die Akten stützten Jacksons Unschuld, sie zeigten, dass nach 10-jährigen Untersuchungen von sowohl dem LAPD als auch dem FBI, keine der beiden Organisationen in der Lage war auch nur ein Fünkchen an Beweisen zu finden, die Jackson mit einer kriminellen Handlung in Verbindung brachte. Die Veröffentlichung der Akten hätte eine sehr positive PR für Jackson sein müssen, aber die erbärmliche Berichterstattung der Medien hatte genau den gegenteiligen Effekt.
Deswegen war ich auch so irritiert über die Art und Weise, wie das FBI die Veröffentlichung der Akten handhabte. Wenn man mir einige Kopien schon vorher gegeben hätte, weil ich ja einer der ersten war, der sie angefordert hatte, hätte ich sie ordentlich lesen können und einen angemessenen Bericht schreiben können, der kopiert und von den faulen Medienvertretern auf der ganzen Welt übernommen worden wäre. Dadurch, dass die Akten einer weltweit sabbernden Medienmeute zugänglich gemacht wurde, stellte das FBI sicher, dass die Akten nicht genauestens gelesen würden, bevor die Medien damit beginnen würden, Berichte darüber zu verfassen. Also, anstatt angemessene Behauptungen über die Akten des FBI aufzustellen, recycelten die Medien nur wieder Verzerrungen und Fehlinformationen.
Was mich auch noch an den FBI-Akten verärgerte, war, dass etwa die Hälfte der Akten fehlt und dafür keine Erklärung geliefert wurde. Mein Verständnis ist es, dass Regierungsorgane gesetzlich dazu verpflichtet sind, eine Erklärung darüber abzugeben, warum Informationen zurückgehalten werden nach einer Anfrage nach dem FOIA. Bisher habe ich eine solche Erklärung nicht gefunden.
Frage: In einem vorangegangenen Interview mit mir, sagten Sie mir, Sie glauben an Michael Jacksons Unschuld, nicht weil Sie seine Musik lieben, sondern weil es das ist, was die beweise zeigen. Die Wichtigkeit dieser Unterscheidung scheint offensichtlich, ist es doch eine Unterscheidung, die sowohl von Fans als auch von Feinden übersehen wird. Können Sie das kommentieren?
Michael Jackson ist umstritten. Er hat ein paar sehr übereifrige Fans und ein paar sehr übereifrige Gegner, beide haben mich sehr stark aus den gleichen Gründen angegriffen. Die Gegner haben mich attackiert, da es unmöglich ist, an Michael Jacksons Unschuld zu glauben, außer wenn man ein kranker Fan ist. Sie speisten mich ab als „floon“, einem Wort, das sie für Jacksons glühende Befürworter gebrauchen. Aber ich mag nicht mal alle Alben oder Konzerte Jacksons und ich bin auch ganz sicher kein Fürsprecher seiner Fehler.
Leider hat die Tatsache, dass ich nicht alle Alben und Konzerte Jacksons mag und dass ich kein Verteidiger seiner Fehler bin, auch den Zorn von einigen seiner Fans auf mich gezogen. Sie scheinen nicht unterscheiden zu können zwischen einem Fan und einem Journalisten und so spiegeln sie die Logik von Jacksons Gegnern wider, die zu glauben scheinen, man könne nur von Jacksons Unschuld überzeugt sein, wenn man ein aufrichtiger Fan ist.
Ich sagte bereits in meinem vorherigen Interview mit Ihnen, dass ich nicht viel von Jacksons späterer Musik oder von seinen späteren Konzerten mag. Daraufhin haben mich einige Fans als Heuchler und Verräter verbal angegriffen. Was meine Meinung über Jacksons HIStory-Konzert und sein Album Invincible mit meiner Meinung über den Prozess zu tun hat, weiß ich nicht wirklich, aber für einige Fans scheint es da eine vermeintliche Verbindung zu geben. Ich verstehe die Logik nicht, dass ich, weil ich an Jacksons Unschuld glaube, aber gleichzeitig eines seiner Alben nicht mag, ein Heuchler sein soll. Meiner Meinung nach hat das eine mit dem anderen nichts zu tun. . Es ist so, als würde man jemanden als Heuchler bezeichnen, der Äpfel liebt und Birnen hasst.
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