Interview mit Charles Thomson - Sept. 2010

  • ..mal wieder was sehr Interessantes von Charles Thomson..:top


    Lorette C. Luzajc`s Interview mit Charles Thomson
    September 2010


    Original Teil 1 http://extrememichaeljackson.w…ents-in-the-mj-community/


    Original Teil 2 http://extrememichaeljackson.w…charles-thomson-part-two/



    Original Teil 3 http://extrememichaeljackson.w…h-charles-thomson-part-3/


    Original Teil 4 http://extrememichaeljackson.w…harles-thomson-part-four/


    Original Teil 5 http://extrememichaeljackson.w…h-charles-thomson-part-5/


    Original Teil 6 http://extrememichaeljackson.w…homson-final-installment/



    Gespräch mit Charles Thomson über kürzlich umstrittene Ereignisse in der MJ Community



    Teil 1 und 2
    Frage: Charles, Sie sind ein sehr junger Schreiber, der schon sehr früh von der Schule direkt in die Öffentlichkeit schoss, Sie haben sehr große Aufmerksamkeit erlangt durch Ihre Arbeit über James Brown. Dann plötzlich haben Sie sich in der Rolle des Michael Jackson Experten wieder gefunden. Kam dies unerwartet? Wie hat dies Ihre Karriere beeinflusst?


    Zu nächst einmal habe ich nicht die Schule verlassen und bin geradewegs in die Öffentlichkeit. Nachdem ich mit 16 die Schule verlassen hatte, ging ich für zwei Jahre aufs College, wo ich unter anderem Journalismus studierte. Vom College ging ich an die Universität, wo ich weitere drei Jahre Journalismus studierte, dort habe ich 2009 promoviert.


    Es ist wichtig zu sagen, dass keine dieser Studien eine Voraussetzung für eine journalistische Karriere in England sind. Die Qualifikation wird vom Nationalen Rat der Journalisten NCTJ ausgestellt und wenn man sich in einem Schnellkurs einschreibt, kann man die Qualifikation als Journalist in 6 Monaten erhalten, während ich ein Studium von 4 Jahren absolviert habe.


    Ich habe im Alter von 16,17 Jahren angefangen, bei Zeitungen mit zu schreiben, während ich auf dem College war. Es war eine Voraussetzung für einen Kurs, in dem ich eingeschrieben war, wir haben über Leute und Events vom Ort geschrieben und schrieben dann Berichte für lokale Blätter. Während meiner Jahre an der Uni arbeitete ich dann an mehreren lokalen Nachrichtenblättern mit, als ich 19 war arbeitete ich freiberuflich bei nationalen Zeitschriften und Magazinen mit.


    Meine Arbeit als Michael Jackson „Experte“ kam total unerwartet, gelinde gesagt. Wie ich schon in einem früheren Interview sagte, bekam ich einen Insider-Tipp darüber, wann und wo Michael Jackson ankommen würde, wenn er die Konzerte für die o2-Arena bekanntgab. Die Quelle bat mich, dies durchsickern zu lassen, da sie das Gefühl hatten, dass es für die Konzertankündigungen positive PR hervorrufen würde. Ich gab die Info an die Sun weiter, was für mich das Beste zu sein schien, wenn man Publicity will, sollte man zur größten Zeitung des Landes gehen. Die Sun bemerkte wohl, dass ich quasi an der Sache dran war und beschloss, mich zu nutzen.


    Meine Arbeit für die Sun hat sehr viel Kritik von Seiten der Fans gebracht, aber ich weiß nicht wirklich warum. Beim ersten Anzeichen unangemessener Berichterstattung schrieb ich einen langen und vernichtenden Artikel über sie wegen ihrer verdrehten Darstellung über den Selbstmord Evan Chandlers. Bevor dies geschehen war, haben sie sich mir gegenüber immer ethisch korrekt verhalten. Ich bin kein Klatsch-Anbieter oder bezahlter Fürsprecher für die Sun. Als ich diesen Artikel für die Sun schrieb, verschrotteten sie meine Untersuchungsergebnisse über Evan Chandler und ersetzten sie durch falsche Informationen, seither habe ich kaum noch für sie gearbeitet.


    Wenn ich mir anschaue, wie meine Arbeit über Michael Jackson meine Karriere beeinflusst hat, muss ich sagen, es hat mich nicht reich gemacht. Es hat mein Profil verstärkt, aber nur, weil die Fans meine Seite gefunden haben und damit anfingen, sie im ganzen Internet zu posten. Bevor die Fans mich entdeckten, habe ich über Michael Jackson fast ganz im Verborgenen gebloggt. Ich wurde für meine Arbeit bei der Sun bezahlt, aber der Rummel um Jacksons Konzerte und dann um seinen Tod dauerte etwa von März bis Oktober und sie zogen mich nicht bei jeder Story über ihn hinzu, die sie schrieben, bei weitem nicht. Es war kein langfristiger Gig und meine Mitarbeit wurde nur von Zeit zu Zeit angefragt.


    Der Großteil meiner Arbeit über Michael Jackson, besonders hinsichtlich der Anschuldigungen und des Prozesses, war total kostenlos. Ich werde für meine Huffington Post Artikel nicht bezahlt und meinen Blog schreibe ich auch ohne Bezahlung. Aber es macht mir nichts aus, auch mal etwas kostenlos zu tun. Ich sehe Journalismus als eine Berufung an. Ich denke, es ist ein notwendiger Job, besonders in Zeiten, in denen viele Journalisten gebunden sind an Firmeninteressen. Wenn ich also dass Gefühl habe, eine Story sei wichtig, schreibe ich sie auch dann, wenn ich nichts dafür bekomme, wenn ich das Gefühl habe, sie muss geschrieben werden. Dies gilt für 5000 Wörter- Essays über die entsetzliche Medienberichterstattung über Jacksons Prozess oder auch für mir wichtige Dinge für meine lokale Zeitung. Zurzeit schreibe ich gerade an einer Story über die lokale Landesregierung, die einen Kinderspielplatz niederwalzen will, um dort Häuser zu bauen.


    Meine Arbeit über Michael Jackson hat aus mir so etwas wie einen Internet-Star gemacht, und es hat mir genauso viele Vor- wie Nachtteile eingebracht. Doch es hat mich nicht reich gemacht oder mir einen lukrativen Job in der Medienbranche eingebracht. Ich bin dieselbe Person, lebe im gleichen Haus, mache täglich das, was ich sonst auch tat, mein Name bekommt lediglich mehr Klicks bei Google.


    Frage: Für Sie war es hilfreich als Journalist, dass die FBI-Akten veröffentlicht wurden. Erzählen Sie mir davon. Was haben diese Akten zutage gefördert?


    Die Akten wurden nach dem „Freedom of Information Act“ (Informationsfreiheit) veröffentlicht. Dieser „Act“ wurde geschaffen, um Offenheit und Transparenz in der Regierung zu gewährleisten, indem man der Öffentlichkeit erlaubt, Anfragen nach Informationen zu stellen, die aus dem einen oder anderen Grund nicht öffentlich sind. Das FBI ist als Bundesorgan verpflichtet, Anfragen nach dem FOIA zu beantworten.


    Wenn eine Person noch am Leben ist, sind die Akten nicht zugänglich, da es sonst die privaten Rechte der Person verletzen würde. Diese Regelung kann man umgehen, jedoch nur, wenn man die Person, um die es in den Akten geht dazu bekommt, eine Verzichtserklärung seines Privatrechts zu unterzeichnen. Wenn diese Person jedoch verstorben ist, kann man die Herausgabe der Akten anfragen und dann ist das FBI zur Herausgabe der Akten gesetzlich verpflichtet, es sei denn, man würde damit die nationale Sicherheit gefährden. Die Akten sind oftmals zensiert, da sie Informationen zu FBI-Mitarbeitern oder Leuten, die noch am Leben sind, enthalten.


    Ich war eine von mehreren Personen, die die Veröffentlichung der FBI-Akten über Michael Jackson nach dem FOIA beantragt haben, ich habe das getan, weil ich neugierig war, ob diese Akten weitere Informationen enthalten über die wiederholten Eingriffe der Regierung in sein Leben. Ich war mir nicht einmal sicher, ob es überhaupt eine FBI-Akte über ihn gab, also war ich schockiert, als ich feststellte, dass es eine gab und dass sie 600 Seiten umfasste.


    Insgesamt war ich ausgesprochen wenig beeindruckt von der Art, wie das FBI mit der Anfrage umging. Vor allem, weil das FBI sich so viel Zeit ließ, die Anfrage zu beantworten. In England sind die Regierungsorgane per Gesetz dazu verpflichtet, die Anfragen des FOIA innerhalb von 20 Tagen zu beantworten. Meine Anfrage an das FBI stellte ich im Sommer 2009 und die Akten wurden nicht vor Dezember freigegeben.


    Ich war auch unbeeindruckt von der Art, wie das FBI die Akten veröffentlichte, das hatte ich in keinem anderen Fall so gesehen. Sie kündigten es vor der Weltpresse an, dass sie die Akten zu einer bestimmten Zeit hochladen werden, was natürlich einen weltweiten Run auf das Downloaden der Akten verursachte, um der erste zu sein, der darüber berichtet. Ich habe also als einer der ersten, der die Anfrage stellte keinerlei Vorteile oder Vorrechte dadurch.


    Das Endergebnis war, dass die Medien, die alle getrieben davon waren, die erste Story darüber zu schreiben, die Akten überflogen und weitgehend falsche Storys darüber rund um den Globus veröffentlichten. Ich habe Nachrichtenblätter gesehen, die behauptet haben, das FBI habeangeblich Video-Aufnahmen von Jackson beschlagnahmt, auf der sich Kinderpornographie befunden habe. Was die Akten aber tatsächlich aussagten, war, dass die Aufnahme, die aus dem Besitz einer unbekannten Person aus Palm Beach beschlagnahmt worden war, lediglich mit Jackson in Zusammenhang stand und diese Verbindung schien lediglich daraus zu bestehen, dass jemand Jacksons Name auf den Aufkleber der Kassette geschrieben hatte. Hinsichtlich der Kinderpornographie gab es keine Andeutung, dass je irgendetwas gefunden wurde.


    Andere Zeitungen berichteten, dass das FBI Ermittlungen darüber angestellt habe, dass Jackson in den 80er Jahren zwei mexikanische Jungen belästigt haben soll. Dies war schlicht und ergreifend unwahr. Das FBI schrieb nur eine Notiz über einen Anruf, in dem jemand behauptete, „eine Story gehört zu haben“, dass das FBI einer solchen Sache nachginge. Die Dokumente halten außerdem fest, dass das FBI nach dem Anruf nach Unterlagen suchte, die die oben genannte Behauptung untermauern. „Kein Verweis/Hinweis gefunden“. Mit anderen Worten, jemand rief beim FBI an und machte falsche Anschuldigungen. Das FBI notierte den Anruf und fand nichts Verwertbares über die Behauptung in den Akten, doch die Medien stellten es falsch dar, so als sei es die Schlussfolgerung gewesen, die das FBI selbst gezogen habe.


    Die Ungenauigkeiten in den Medienberichten über die FBI-Akten von Jackson waren zahllos und sie gingen um die ganze Welt. Die Akten stützten Jacksons Unschuld, sie zeigten, dass nach 10-jährigen Untersuchungen von sowohl dem LAPD als auch dem FBI, keine der beiden Organisationen in der Lage war auch nur ein Fünkchen an Beweisen zu finden, die Jackson mit einer kriminellen Handlung in Verbindung brachte. Die Veröffentlichung der Akten hätte eine sehr positive PR für Jackson sein müssen, aber die erbärmliche Berichterstattung der Medien hatte genau den gegenteiligen Effekt.


    Deswegen war ich auch so irritiert über die Art und Weise, wie das FBI die Veröffentlichung der Akten handhabte. Wenn man mir einige Kopien schon vorher gegeben hätte, weil ich ja einer der ersten war, der sie angefordert hatte, hätte ich sie ordentlich lesen können und einen angemessenen Bericht schreiben können, der kopiert und von den faulen Medienvertretern auf der ganzen Welt übernommen worden wäre. Dadurch, dass die Akten einer weltweit sabbernden Medienmeute zugänglich gemacht wurde, stellte das FBI sicher, dass die Akten nicht genauestens gelesen würden, bevor die Medien damit beginnen würden, Berichte darüber zu verfassen. Also, anstatt angemessene Behauptungen über die Akten des FBI aufzustellen, recycelten die Medien nur wieder Verzerrungen und Fehlinformationen.


    Was mich auch noch an den FBI-Akten verärgerte, war, dass etwa die Hälfte der Akten fehlt und dafür keine Erklärung geliefert wurde. Mein Verständnis ist es, dass Regierungsorgane gesetzlich dazu verpflichtet sind, eine Erklärung darüber abzugeben, warum Informationen zurückgehalten werden nach einer Anfrage nach dem FOIA. Bisher habe ich eine solche Erklärung nicht gefunden.


    Frage: In einem vorangegangenen Interview mit mir, sagten Sie mir, Sie glauben an Michael Jacksons Unschuld, nicht weil Sie seine Musik lieben, sondern weil es das ist, was die beweise zeigen. Die Wichtigkeit dieser Unterscheidung scheint offensichtlich, ist es doch eine Unterscheidung, die sowohl von Fans als auch von Feinden übersehen wird. Können Sie das kommentieren?


    Michael Jackson ist umstritten. Er hat ein paar sehr übereifrige Fans und ein paar sehr übereifrige Gegner, beide haben mich sehr stark aus den gleichen Gründen angegriffen. Die Gegner haben mich attackiert, da es unmöglich ist, an Michael Jacksons Unschuld zu glauben, außer wenn man ein kranker Fan ist. Sie speisten mich ab als „floon“, einem Wort, das sie für Jacksons glühende Befürworter gebrauchen. Aber ich mag nicht mal alle Alben oder Konzerte Jacksons und ich bin auch ganz sicher kein Fürsprecher seiner Fehler.


    Leider hat die Tatsache, dass ich nicht alle Alben und Konzerte Jacksons mag und dass ich kein Verteidiger seiner Fehler bin, auch den Zorn von einigen seiner Fans auf mich gezogen. Sie scheinen nicht unterscheiden zu können zwischen einem Fan und einem Journalisten und so spiegeln sie die Logik von Jacksons Gegnern wider, die zu glauben scheinen, man könne nur von Jacksons Unschuld überzeugt sein, wenn man ein aufrichtiger Fan ist.


    Ich sagte bereits in meinem vorherigen Interview mit Ihnen, dass ich nicht viel von Jacksons späterer Musik oder von seinen späteren Konzerten mag. Daraufhin haben mich einige Fans als Heuchler und Verräter verbal angegriffen. Was meine Meinung über Jacksons HIStory-Konzert und sein Album Invincible mit meiner Meinung über den Prozess zu tun hat, weiß ich nicht wirklich, aber für einige Fans scheint es da eine vermeintliche Verbindung zu geben. Ich verstehe die Logik nicht, dass ich, weil ich an Jacksons Unschuld glaube, aber gleichzeitig eines seiner Alben nicht mag, ein Heuchler sein soll. Meiner Meinung nach hat das eine mit dem anderen nichts zu tun. . Es ist so, als würde man jemanden als Heuchler bezeichnen, der Äpfel liebt und Birnen hasst.
    .............

  • ..........


    Teil 3


    Frage: Du hast einen hervorragenden Artikel für die Huffington Post geschrieben, in dem es darum ging, dass das Lynchen Jacksons eine beschämende Episode in der Geschichte der Medien war. Du hast ständig Fakten-bezogenen Journalismus und Analysen abgeliefert, die für die Unschuld Michael Jacksons eintreten, Du hast viel dafür getan, seinen Gegnern diese Unschuld zu beweisen. Damit hast Du viele voreingenommene Hasstiraden-Drescher und die bedauerlicherweise falsch Informierten bloßgestellt. Doch kürzlich bist Du unter wirklich absurden Voraussetzungen angegriffen worden. Kannst Du darüber etwas sagen?


    Vor ein paar Monaten entdeckte ich, dass jemand bei TMZ so tut, als sei er ich. Da ich befürchtete, dass sie mich auch noch anderswo imitieren könnten, und da ich wusste, dass Twitter für solche Sachen berühmt ist, beschloss ich, mir selbst einen Twitter-Account anzulegen. Innerhalb weniger Tage hatte ich etwa 200 „Freunde“ bei Twitter und hatte Gefallen daran, mit den Fans in Kontakt zu treten und ihre Fragen zu beantworten.


    Bei einer Diskussion kamen wir auf das Thema „Michael Jacksons Medikamentenprobleme“ zu sprechen. Plötzlich wurde ich bombardiert mit wütenden und beleidigenden Posts, die darauf bestanden, Michael Jackson sei niemals von irgendwelchen Medikamenten abhängig gewesen und das alles sei nur eine bösartige Medienverschwörung. Ich wies darauf hin, dass viele seiner Bekannten nach seinem Tod in Interviews sagten, dass sie wussten, dass er abhängig war und versucht hätten, etwas dagegen zu unternehmen. Daraufhin behaupteten die Fans einfach, dass diese Bekannten Teil der Verschwörung seien.


    Dieser Vorfall brachte einige Fans dazu, sich gegen mich zu stellen. Seither verpufften meine Kommentare; es war das Ergebnis von einigen Monaten „stiller Post“. Kürzlich las ich, dass jemand behauptet, ich hätte auf Twitter angekündet, einen negativen Artikel über Jacksons Medikamentensucht zu planen, das ist eine komplette Lüge. Dieser Vorfall wurde bis zur Lächerlichkeit übertrieben.


    Zu so ziemlich genau derselben Zeit fuhr ich für eine Woche nach Los Angeles, wo ich den Autor Randy Taraborrelli traf, der Zitate aus meiner Arbeit in seiner letzten überarbeiteten Version seiner Jackson-Biographie abdruckte. Wir gingen zusammen essen und machten währenddessen ein paar Fotos. Wir posteten sie beide auf unserer Facebook-Seite.


    Kurze Zeit später fand ich heraus, dass jemand Randy und mich in einem Blog anklagte, an einer Verschwörung von Sony, Michael Jackson zu töten, beteiligt gewesen zu sein. Ich schrieb an diesen Blogger eine Email und bat darum, den Eintrag zu entfernen, da er falsch war. Der Blogger schrieb nur zurück:“Aber ich habe ein Foto von Dir und Randy. Was soll ich damit tun?“ Als ob das Foto ein großes Geheimnis sei. Der Blogger nahm eine offene, anerkannte Freundschaft zwischen mir und Randy und behauptete, es sei etwas Geheimes und Verdächtiges.
    Der Twitter-Vorfall kombiniert mit den Feindseligkeiten einiger Fans gegen Randy, und damit auch gegen mich, da ich in Beziehung zu ihm stehe, brachte negative Reaktionen gegen mich und meine Arbeit hervor, angestachelt durch die nicht gerade wenigen Behauptungen der „Verschwörungstheorie-Blogger“, dass ich einbezogen sei in ein unfassbares (zumindest für mich) Komplott von Sony, Michael Jackson zu töten, worüber sie nach seinem Tod in Blogs schrieben.


    Ich habe niemals für Sony gearbeitet. Nie. Die Behauptung ist absurd und entbehrt jeglicher Grundlage. Leider hat das einige Fans nicht davon abgehalten, diesen Behauptungen auf den Leim zu gehen.


    Der Streit um diese Sony-Behauptungen war für mich sehr anstrengend. Ich bekam viele obszöne und bedrohliche Nachrichten via Email und Facebook. Die Anhänger dieser Blogger spuckten mich auf meinen sozialen Netzwerken an und veröffentlichten Details, mit wem ich redete und worüber ich schrieb.


    Dieser Eingriff in mein Privatleben, sowie die Hass-Emails, haben mich dazu gezwungen, alle meine Account für die Öffentlichkeit zu schließen. Selbst das versuchte der Blogger gegen mich zu verwenden, indem er behauptete, ich habe meine Accounts nur für die Öffentlichkeit geschlossen, da Sony mir befohlen habe, das Zusammenspiel zwischen mir und den Fans zu beenden.


    Bald attackierte mich noch ein weiterer Blogger, der tatsächlich versucht hat, mich zu erpressen. Der Blogger Fan meine Seite auf der Webseite, bei der ich auf dem College angemeldet war, diese Seite bietet homosexuellen Jugendlichen Unterstützung an. Der Blogger schrieb mir eine Email und drohte mir, dies öffentlich zu machen, wenn ich nicht Informationen über Sony bezüglich Michael Jacksons Tod geben würde. Darüber hatte ich keine Informationen, also outete der Blogger mich als homosexuell.


    Dieser zweite Blogger grub auch noch einen alten Account aus, den ich bei einem Michael Jackson Forum hatte, in dem ich in fünf Jahren schätzungsweise 10.000 Posts geschrieben hatte. Der Blogger postete eine Handvoll ausgewählte Kommentare, die ich bei diesem Forum geschrieben hatte (die meisten waren ähnlich der Kommentare, die ich in unserem letzten Interview abgegeben hatte; Dinge wie, dass ich Jacksons spätere Musik nicht mag und Behauptungen, dass er sich selbst nicht gegen schlechte Presse schützt, wenn er sich ständig eine Zielscheibe auf den Rücken malt)Dies versprühte Wut unter den etwas obsessiveren Fans.


    Dies führt alles zu dem, was ich schon früher gesagt habe, dass es Fans gibt, die nicht verstehen können, dass jemand Jackson für unschuldig hält und doch mit einigen seiner Entscheidungen nicht einverstanden ist. Die Haltung, die diese Fans einnehmen ist die, dass Du entweder jedes kleinste Teil, was Michael Jackson je getan hat, liebst oder Du bist ein Gegner und ein Heuchler.


    In Deiner Frage hast Du das Wort „absurd“ benutzt und ich glaube, das ist ein sehr passendes Wort für das, was mir in den letzten Monaten passiert ist. Die Behauptungen, die mir gegenüber gemacht wurden, sind mehr als „absurd“. Es gibt überhaupt keine Beweise, die mich in irgendeiner Weise mit Sony in Verbindung bringen und das kann ich mit 100%iger Sicherheit behaupten, weil ich niemals für sie gearbeitet habe. Ich habe nie für Sony gearbeitet, ich habe John Branca niemals getroffen, ich war niemals für irgendwen ein „bezahlter Blogger“ und ich war ganz sicher nicht an Michael Jacksons Tod beteiligt. Jeder, der behauptet darüber Beweise zu besitzen ist ein Lügner und/oder Fantast.
    Manchmal, wenn ich die Blogs lese, werde ich immer noch wütend, wie diese Leute kompletten Unsinn über mich schreiben können und es nichts gibt, was ich dagegen tun kann. Aber ich ärgere mich nicht mehr zu sehr, denn wenn ich ihre anderen Inhalte durchstöbere, bösartige Kommentare über Jacksons gierige Verwandte, Behauptungen, dass in This is it nur Körper-Doubel auftraten und sogar Behauptungen, Jackson habe seinen eigenen Tod gefakt, dann verstehe ich, dass keiner mit einem gesunden Verstand das ernst nehmen kann.


    Was mich wirklich sauer macht ist, wenn ich sehe, dass verwundbare Fans in diesen Blogs nach Antworten suchen und diese ernst nehmen. Immer, wenn ich unter solche Blogs schaue und einen Kommentar lese „Danke, ich habe nicht gewusst, dass Charles Thomson ein angeheuerter Sony-Blogger ist. Ich werde ihn nicht weiter unterstützen.“, das bringt mein Blut zum Kochen. Diese Blogger ziehen ihre Vorteile aus verwundbaren Menschen und diese verwundbaren Menschen sind in diesem Fall die größeren Opfer als ich.



    .................

  • ..........



    Teil 4


    Frage: Bezüglich des Fotos mit Randy T, ist Randy auch ein Bösewicht in dieser Saga?


    Viele Fans scheinen Jackson als Heiligen darzustellen. Aufgrund seiner überdurchschnittlichen wohltätigen Arbeit und seiner humanitären Bemühungen scheinen ihn viele Fans als eine Art himmlisches Wesen zu betrachten, als einen Engel, der auf Erden wandelte.
    Im Gegensatz dazu zeigt ihn Randy Taraborrelli in seiner Jackson-Biographie als Mensch mit vielen Charakter-Facetten. Er schreibt über einen Jackson, der auch mal ausflippt oder, der schlagfertig mit seinen Angestellten umgeht, der auch mal flucht, solche Sachen halt. Grundsätzlich zeigt ihn Taraborrelli als Mensch und damit können einige Fans nicht umgehen, das ist ihnen zu real. Sie sehen die kleinste Kritik an ihrem Idol als Sakrileg an.


    Randy Taraborrelli ist einer der meist respektierten Biographen. Er interviewt an die 500 Personen für jedes Buch, das er schreibt und erlangt somit einen totalen Einblick in das Thema. Ich weiß auch aus unserem persönlichen Gespräch, dass er mit seiner Arbeit selbst sehr kritisch umgeht und dass er es nicht zulassen würde, dass etwas gedruckt würde, wovon er glaubt, dass es nicht der Wahrheit entspricht. Dass die Fans ihn als Klatsch ablehnen entbehrt jeder Grundlage. Wenn Du Klatsch haben willst, dann lies Christopher Andersens Buch oder das von Ian Halperin oder das von Diane Diamond. Randy Taraborrellis Buch ist, meiner Meinung nach, die einzige Jackson-Biographie, die sogar nah an Michaels Kern kommt und ihn als Mensch versteht.


    Zudem glaubt Randy Taraborrelli an Michaels Unschuld und hat sich dazu auch 1995 öffentlich in einem Interview über sein bevorstehendes HIStory-Album geäußert. Die Fans kritisieren ihn dafür, beide Seiten im Buch zu zeigen, besonders hinsichtlich der Anschuldigungen von 1993. Doch ich verstehe nicht, wie man diesen Teil von Randys Biographie lesen könnte ohne zu spüren, dass jeglicher Zweifel an dem Fall von 1993 absolut jeder Grundlage entbehrte.


    Was die Blogger betrifft, die Randy als Sony-gesponserten Anti-MJ-Blogger anklagen, müsste Randy der erste bezahlte Blogger der Welt sein, der nicht einmal ein Blog hat.


    Frage: Du wurdest auch beschuldigt, jemand zu sein, der Du gar nicht warst. Erzähl mir davon.


    Das ist ein weiteres Beispiel für dafür, dass sich Michael Jackson genauso verhalten wie seine Gegner, tatsächlich. Ich denke, das liegt daran, dass sie auf beiden Enden der gleichen Waage sitzen, auf der einen Seite sind die, die Michael Jackson obsessiv lieben, auf der anderen die, die ihn obsessiv hassen. Psychologen sagen, dass die, die die Verschwörungstheorie unterschreiben, dazu neigen, obsessive Persönlichkeiten zu haben.


    Es gibt da eine Webseite, sie heißt Topix, diese Seite beherbergt eine Gruppe von Leuten, die Michael Jackson fanatisch hassen. Von dieser Seite kamen die Verschwörungstheorien über meine Identität ursprünglich. Eine Schreiberin namens Deborah Ffrench ging dort immer wieder hin und verteidigte mich, also fingen sie an, zu behaupten, ich sei in Wirklichkeit Deborah. Ich erinnere mich daran, dass ich es zu dieser Zeit ironisch fand, dass diese Leute mir vorwarfen, über Michael Jacksons Unschuld zu lügen und gleichzeitig weiter ihre eigenen Lügen über mich verbreiteten. Das ist die totale Heuchelei.


    Tatsächlich ist Deborah Ffrench sehr real und sie veröffentlichte vor Kurzem den ersten Teil einer Trilogie von Artikeln über Michael Jackson auf ihrer Webseite Stereoboard. Der erste Teil, der um die Anschuldigungen von 1993 kreiste und wie die Medien darüber berichteten, war fantastisch, es war einfach der beste Artikel, den ich über die Beschuldigungen von 1993 gelesen habe. Wir helfen uns ständig aus mit Informationen, doch wir sind ganz sicher nicht dieselbe Person.


    Als von einigen Verschwörungstheoretikern beschlossen worden war, dass ich in Wahrheit ein teuflischer Sony-Handlanger war, machte sich unter den Fans eine weitere Theorie breit, nämlich dass Deborah Ffrench einige meiner Artikel über Michael Jackson geschrieben habe, aus ungeklärten Gründen, sogar für den, der die Theorie hervorbrachte. Sie nahmen sogar unterschiedliche Artikel, die ich geschrieben hatte und fingen an, den Satzbau und das Vokabular zu vergleichen, sicherlich um dadurch herauszufinden, ob die Artikel von unterschiedlichen Personen verfasste worden waren.


    Die Tatsache, dass Deborah auch in diese Sache hineingezogen wurde, zeigte wie krank das Ganze war. Manche Fans verglichen ihre Artikel mit meinen und sie schlossen daraus, dass wir wahrscheinlich dieselbe Person seien, da wir den gleichen Satzbau benutzten.
    Es zeigt lediglich, wie Verschwörungstheoretiker aus nichts etwas erfinden können. Deborah und ich schreiben keineswegs in der gleichen Art. Ich bin Journalist. Ich bin darin trainiert geradeheraus und sachlich zu schreiben, immer auf den Punkt und nichts Blumiges. Deborah ist eher literarisch geübt. Sie hat eine Begabung, die ich nicht nachahmen könnte, selbst wenn ich es versuchte. Es steckt einfach in mir, journalistisch zu schreiben, während Deborah in die Sprache verliebt ist.


    Wenn wir über Verschwörungstheoretiker sprechen, die aus nichts etwas machen, erinnert mich das gerade an etwas, was ich neulich gesehen habe, was mir wieder einmal zeigte, wie diese Blogger ein Fünkchen Wahrheit nehmen können und diese dann dazu nutzen gigantische und belanglose Theorien zu beweisen.


    Einige Blogger haben John Branca vorgeworfen, an Michael Jacksons Tod beteiligt gewesen zu sein und ihre Blogs machten bei Facebook die Runde. Irgendjemand postete den Link auf Randy Taraborrellis Facebook-Seite. Randy ist mit John Branca befreundet, also setzte er die Nachricht ab, dass er keinen Müll über John Branca auf seinem Profil haben wolle.


    Daraufhin schrieb ein Blogger: „Dann haben wir jetzt wohl drei: Taraborrelli, Branca und Charlie, die alle so dick miteinander befreundet sind, ist das nicht schön?“


    Dies ist das absolut perfekte Beispiel, wie eine Verschwörungstheorie banale, belanglose, sachliche Informationen nimmt und sie dazu benutzt, um irgendetwas anhand einiger Sprünge zu beweisen, was ohne Unterstützung von Beweisen dasteht.


    Tatsache: Charles Thomson kennt Randy Taraborrelli. Randy Taraborrelli kennt John Branca. Sprung eins: Dies ist ein Beweis dafür, dass Charles Thomson John Branca kennt.


    Sprung Nummer zwei: Dies beweist, dass Charles Thomson, Randy Taraborrelli und John Branca alle an einer mörderischen Verschwörung beteiligt sind.


    Ich habe John Branca niemals getroffen. Niemals. Ich habe nie mit ihm Korrespondenz ausgetauscht, habe nie mit ihm telefoniert, war nie mit ihm im gleichen Raum, war nie mit ihm im gleichen Gebäude. Ich habe buchstäblich in meinem ganzen Leben niemals irgendeinen Kontakt zu ihm gehabt. Doch einzig auf der Basis, dass ich Randy kenne und Randy Branca kennt wird mir vorgeworfen, an einer mörderischen Verschwörung mit John Branca beteiligt zu sein.


    Wie Du vorher schon sagtest: Absurd.


    Frage: Für das vorherige Interview mit Dir hatte ich in meinem Blog wunderbare Unterstützung, jedoch auch nicht von allen. Ich wurde gefragt, warum ich mit Dir ein Interview mache, obwohl Du angeblich vor seinem Tod nicht gerade ein Befürworter Jacksons warst. Ich sagte, da seist Du ja kaum aus der Schule und hättest wahrscheinlich zu Prozesszeiten noch gar nicht gearbeitet. Lag ich da falsch? Gab es eine Zeit, in der Du negative Presse für Jackson schriebst und dann irgendwann Deine Meinung ändertest?


    Ich komme sicherlich nicht gerade jetzt erst aus der Schule. Ich habe sie vor 6 Jahren verlassen, habe jedoch die darauffolgenden fünf Jahre noch an der Universität verbracht. (Anmerkung von Loretta: Mit Schule meinte ich natürlich auch die Hochschule und die Universität, nicht die öffentliche Schule, in Kanada bezieht sich das Wort „Schule“ auf Studium und nicht auf Volksschule)


    Ich bin froh, dass Du das fragst, denn es ist eine Lüge, die von Verschwörungstheoretikern seit einigen Monaten über mich in Umlauf gebracht wird. Es ist eine unbegründete und haltlose Lüge, dass ich erst angefangen hätte, positiv über Michael Jackson nach seinem Tod zu schreiben, dann nämlich, als es sich auszahlte. Dies ist eine beweisbare Lüge, von Bloggern in die Welt gesetzt, die sich damit einen Namen gemacht haben, mich anzugreifen und nun den Mythos am Leben halten müssen, dass ich ein lebendiges Feindbild bin, um ihre eigene Glaubwürdigkeit zu schützen.


    Ich schreibe seit dem Sommer 2008 für die Öffentlichkeit positiv über Michael Jackson, als ich Aphrodite Jones über ihr Buch „Conspiracy“ interviewte. Ich habe das Interview in dem Magazin „Deadline“ veröffentlicht. Das Interview ist auch auf meiner Webseite und damals merkte Aphrodite an, es sei der beste Artikel, der über ihr Buch geschrieben worden sei. Es wurde auch auf der Fanseite MJStar veröffentlicht und war auch auf vielen anderen Fanseiten zu finden.


    Dann, im Mai 2009, brachte ich mein eigens Magazin „Jive“ heraus, in dem es um die Musik der Farbigen geht. Der erste Artikel in diesem Magazin war ein Zitat aus Michael Jacksons Rede von 2002 in New York über Rassismus in der Musikindustrie und im folgenden Artikel schrieb ich darüber, wie farbige Künstler das letzte Jahrhundert hindurch verleumdet und schikaniert wurden, der Artikel umfasste den Chuck Berry-Fall von 1959 und Michael Jacksons Prozess 2005.


    Das zerstört wohl den Mythos, dass ich eine Art MJ-Hasser vor seinem Tod war. Was die ständigen Behauptungen angeht, es sei nun profitabel für mich, positiv über Michael Jackson zu schreiben oder, dass ich das täte, um meine Karriere voranzutreiben, das ist völlig krankes Geschwafel.


    Erstens ist meine Arbeit über Michael Jacksons juristische Probleme nur sowohl in meinem persönlichen Blog, als auch in der Huffington Post erschienen und in beiden schreibe ich sowieso ohne Bezahlung.


    Zweitens habe ich als Absolvent eines Hochschulstudiums in Journalismus in meiner Arbeit über Michael Jackson CNN, CBS, Fox News, ABC, MTV, VH1, CourtTV, die Daily Mail, die Sun, den Mirror, den Guardian, Channel 4, ITN Factual, die New York Post, die New York Times, den Hollywood Reporter und weiß Gott wen noch alles angegriffen. Jeder, der denkt, das könne meiner journalistischen Karriere zuträglich sein, lebt in einer Traumwelt.
    ............

  • ............


    Teil 5


    Frage: Es scheint das Phänomen zu geben, dass einige Fans, Blogger oder Schreiber das Gefühl haben, Michaels Vermächtnis für sich gepachtet zu haben. Während ich bei den meisten das Gefühl außergewöhnlicher Seelenverwandtschaft und Liebe in der Art des Fan-Seins spüre, so gibt es doch einige unglückselige Trennungen. Warum kommen wir damit nicht zurecht?


    Ich denke, es ist eine Schande, dass es so viel Gezanke, Machtkämpfe, Dramen und Trennungen in der Fan-Gemeinde gibt. Wenn die Gemeinschaft motiviert wäre durch gemeinsame Ziele, dann gäbe es auch eine wahre und greifbare Möglichkeit, eine Veränderung herbeizuführen.
    Wie es aussieht gibt es aber zu viele Menschen, die um die Aufmerksamkeit der Fans ringen. Jeder hat seine eigene Theorie über Michael Jacksons Tod, jeder verfolgt seine eigenen Ziele und findet seine eigenen Feinde. Manche sind hinter Steve Cooley her und möchten die Anklageerhebung gegen Dr. Murray. Manche sind hinter Sony her. Manche hinter AEG. Manche kämpfen für eine Medien-Reform. Manche gegen John Branca. Manche wollen sogar Gavin Arvizo aufspüren und ihn zwingen, die Wahrheit zu sagen. In der Zwischenzeit tauchen Leute wie Andrea Peyser auf und nennen Jackson offen einen Kindersch****der, dieses Problem wird einfach zugedeckt, da jeder sich nur auf seines konzentriert und jeder abgelenkt ist.


    Manche der Untersuchungen und Kampagnen sind berechtigt. Andere wiederum sind wilde Jagden und das sind die, die mich ärgern. Da sind Blogger, die behaupten, „Untersuchungen“ über Michael Jacksons Tod anzustellen, aber da gibt es gar keine Untersuchungen. Bei einer Untersuchung trägt man alle Beweise zusammen und zieht daraus logische Schlüsse. Aber viele Blogger haben ihre Schlüsse lange vorher schon gezogen. Ihre Schlussfolgerungen sind vorgefasst und ignorieren einfach alle Beweise, die diese belegen würden. Ein kleines Beispiel dafür sind die Blogger, die mir ständig vorwerfen, erst nach Michael Jacksons Tod, positiv über ihn berichtet zu haben, auch wenn schon eine oberflächliche Recherche genügen würde, herauszufinden, dass ich seit 2008 auf seiner Seite stand.


    Viele seiner Fans sahen Michael Jackson als ein Familienmitglied oder jemanden, den sie lieben, an, andere sahen ihn als Engel oder sogar Gott. Bei vielen dieser Menschen hat sein Tod Chaos und Verwüstung in ihr Leben gebracht. Sie sind verwirrt und suchen nach Antworten. Für manche war Michael Jackson so groß, dass sie es nicht begreifen können, dass er nicht durch etwas ähnlich großes, wie durch eine globale Verschwörung, gestorben sein kann. Diese verwundbaren Fans fallen auf die Blogger herein, die mit Theorien hausieren gehen, die nicht durch greifbare Beweise gestützt werden. Es besteht alles nur aus Hörensagen, zweifelhaften Verbindungen und Vertrauensvorschüssen. Es ist schwer zu sagen, ob diese Blogger, von dem was sie sagen, selbst überzeugt sind oder ob sie es nur der Aufmerksamkeit wegen tun, die sie dadurch erhalten. So oder so finde ich es frustrierend zu sehen, wie anfällige Fans von ihnen reingelegt werden.


    Frage: Du wurdest dafür kritisiert, dass du sagtest, einige künstlerische Entscheidungen Michaels hätten Dir nicht gefallen. Kannst Du dazu etwas sagen?


    Ich möchte nur noch einmal wiederholen, dass ich nicht sehen kann, was meine Ansicht über Jacksons Arbeit mit meiner Ansicht über seine rechtlichen Probleme zu tun hat. Diese beiden Dinge haben nichts miteinander zu tun und ich bin immer wieder verblüfft von Fans, die aus mir einen Heuchler machen wollen, weil ich an seine Unschuld glaubte, aber seine Playback-Konzerte nicht mochte.


    Einige Jackson-Fans ertragen einfach keine Kritik oder nur wahrgenommene Kritik an ihrem Idol. Kürzlich wurde ich bei Twitter gefragt, wer meiner Meinung nach, der größte Entertainer aller Zeiten war. Ich antwortete „ James Brown“ und bekam dafür unzählige bösartige Tweets, da gab es Beleidigungen, die nicht nur mir, sondern auch James Brown galten, und das alles nur, weil ich nicht „Michael Jackson“ schrieb. (Anm. von Loretta: Das ist schon eine Ironie, da Michael selbst James Brown erwählt hatte und von ihm aufmerksam lernte)


    Man sollte meinen, dass Michael Jackson Fans dankbar darüber wären, jemanden auf ihrer Seite zu haben, den die Medien nicht abspeisen können damit, dass er auch nur wieder ein glühender Verehrer sei. Leider scheinen einige mich von ihnen aber zu hassen, weil ich eben kein verrückter Fan bin.


    Für mich bedeutet es, so tun als ob er ein Held ohne Fehl und Tadel sei, so zu tun, als ob jeder Song und jede seiner Performances jedem gefallen müsste, dass ich Gefahr laufen würde, mein kritisches Denkvermögen zu verlieren. Michael Jackson stand selbst seiner Arbeit deutlich kritischer gegenüber als seine größten Gegner. Kannst Du da was zu sagen? Ich kann nichts darüber sagen, ob Michael Jackson seiner Arbeit gegenüber kritischer war als jeder andere, aber was ich damit sagen will, ist, dass es absurd ist, eine Fan-Gemeinschaft zu haben, in der Menschen Angst davor haben, Michaels Leben und Karriere kritisch zu betrachten, aus Angst, als „Hasser“ betitelt zu werden, verstoßen zu werden und gesagt zu bekommen, sie seien kein „wahrer Fan“. Es gibt Fans, die, wenn jemand sagt, die „HIStory-Tour war schlecht“ so tun, als habe dieser jemand gesagt: „Michael Jackson hat Kinder belästigt“. Ich denke solche Fans brauchen einen Realitäts-Check.


    Ich verstehe, dass die Fans in der Defensive sind nach dem jahrelangen Missbrauch, den Michael Jackson durch die Medien erfahren musste, doch manche ergreifen zu extreme Maßnahmen und es endet damit, dass sie die Ansicht der Leute über Jackson und seine Fans noch verschlimmern, anstatt sie zu verbessern. Es gibt da ein Klima der Angst unter denen in der Fan-Gemeinde, die Jackson realistisch sehen. Ich habe Fan-Seiten gesehen, die Mitglieder ausschließen, weil sie Tatsachen hervorbrachten, wie z.B. „Jackson trug bei der HIStory-Tour eine Perücke“ oder „die HIStory-Tour war größtenteils Playback“. Ich habe auch Fanseiten gesehen, die Mitglieder ausschließen für Aussagen, die dem gesunden Menschenverstand entspringen, wie „Es war unklug nach den Anschuldigungen von 1993 noch Kinder in seinem Bett übernachten zu lassen“. Wenn man so defensiv reagiert, dass man Tatsachen oder Aussagen des gesunden Menschenverstands schon als „negativ“ oder „Hass“ ansieht, dann hat man ein Problem.


    Frage: Ich habe auch das Gefühl, dass es gefährlich ist, Dinge unter den Teppich zu kehren, um das Ansehen eines Menschen aufzupolieren. Wir können Stigmata und Tabus nicht bewältigen, beispielsweise seine Medikamentenabhängigkeit, bis wir fähig sind ehrlich über solche Dinge zu reden. Ich wurde kritisiert, weil ich mich auf seine Medikamentensucht bezog, dies ist für mich ironisch angesichts meiner eigenen Kämpfe und Verluste. Macht es nicht Michaels Menschlichkeit kleiner, wenn wir einfach wichtige Teile es Puzzles weglassen? In gewissem Sinne bedeutet doch, Michaels verschiedenste Kämpfe zu verleugnen, seinen Schmerz, den Schmerz, den die Gesellschaft ihm zugefügt hat, zu verleugnen?


    Ich habe exakt den gleichen Kommentar bei Twitter abgegeben, nachdem dem Vorfall wegen der “Sucht“. Michael Jacksons Probleme mit seiner Sucht sind ein wichtiger Teil der Erzählung. Dies ist ein Junge, der es sogar aus Gesundheitsgründen abgelehnt hatte, Pepsi zu trinken und zu einem Mann wurde, der zum Arzt ging, um verschreibungspflichtige Medikamente zu kaufen und der offene Likörflaschen neben dem Bett stehen hatte. Er wurde vom strahlendsten jungen Talent der Welt, oft betitelt mit gerissenem Geschäftsmann, zu einem stark verschuldeten Abhängigen, der selbst von hilfsbereiten Zeugen während des Prozesses beschrieben mit, „er läuft oft auf seinem Grundstück total benebelt herum“. Wollen wir wirklich die von ihrer Verantwortung freisprechen, die ihm das angetan haben?


    Die Veränderung ist direkt zuzuschreiben. Ich denke, den Beschuldigungen, die gegen ihn hervorgebracht wurden und der Art, wie die Medien darüber berichtet haben. Ich glaube, Jacksons Seele war in einem solchen Ausmaß zerbrochen, dass er sich fragte: „Was soll das Ganze?“ Er ließ seine lebenslange Abstinenz von Medikamenten und Alkohol fallen und versuchte letztlich seine Probleme mit Hilfe chemischer Substanzen zu lösen.


    Seine Sucht aus der Erzählung zu entfernen heißt, den Schlag, den ihm die Beschuldigungen, der Prozess und die Medienberichterstattung versetzt haben, klein zu reden. Im Wesentlichen sollte man Sneddon, Zonen, den Chandlers, den Arvizos und den Medien die Verantwortung dafür überlassen, sie müssen auf sich nehmen, was mit Michael Jackson geschah.


    Jacksons eigene Verwandte gaben Interviews seit er starb, in denen sie sagten, dass sie von seiner Abhängigkeit wussten und mehrmals versuchten, einzugreifen, doch sie wurden durch Jacksons Verleugnung abgehalten und manchmal auch von seinen Sicherheitsleuten. Ich werde nicht so arrogant sein und sagen, ich wüsste es besser. Wenn Fans behaupten möchten, mehr zu wissen, als seine eigenen Verwandten, ist das ihr Vorrecht. Doch die Familie kannte ihn, ich nicht, und ich werde nicht hingehen und sie Lügner nennen.


    Frage: Du hast auch in dieser ganzen Zeit Unterstützung gehabt. Kannst Du uns darüber etwas sagen?


    Ich habe während der letzten beiden Monate sehr viel Unterstützung von Michaels Fans bekommen. Für jede Hass-Mail bekam ich drei Mails, in denen ich unterstützt wurde. Wie ich schon sagte, ich denke, dass die, die mich angreifen – seien es nun Pro-Michael-Anhänger oder Michael-Gegner – einfach zu extremen Spektren gehören. Obsessiv, emotional, reaktionär oder leicht beeinflussbar. Viele von Michael Jacksons Fans gehören nicht diesen extremen Spektren an und ihre Unterstützung war unschätzbar.


    Als ich in LA war, wurde ich in meinem Hotel von einer Gruppe Fans erkannt. Zuerst war ich etwas entnervt durch diese Erfahrung, doch ich war glücklich, lange Zeit mit diesen Fans geredet zu haben, weil sie mich so von Angesicht zu Angesicht kennenlernen konnten und so sehen konnten, wie absurd die Vorwürfe gegen mich sind. Ich konnte sehen, dass einige der Fans mich in den letzten Monaten verteidigt haben und darüber bin ich sehr dankbar.


    Ich hatte auch sehr prominente Unterstützung. Ich hatte das Glück, dass Randy Taraborrelli mir öffentlich seine Unterstützung zusicherte. Und auch Aphrodite Jones. Ich bekam auch eine Nachricht von einem Mitglied der Jackson-Familie, als das alles losging, das Mitglied sagte mir, dass die Leute, die hinter mir her seien, sogar Michaels trauernde Mutter angegriffen hätten und ich sollte dem einfach keine Beachtung schenken.


    (teil 6 wurde noch nicht übersetzt..bitte im Original -link lesen..)


    Übersetzung :schwitz..achildbliss MJ.net forum :blumen

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!