Sony will Anteil an Sony/ATV angeblich abstoßen
Könnte sich bald mit Verkaufsgesprächen befassen: Martin Bandier
Bei Sony spielt man offenbar mit dem Gedanken, die Beteiligung an dem von Chairman & CEO Martin Bandier geleiteten Musikverlag Sony/ATV Music Publishing zu verkaufen. Nach Informationen des "Wall Street Journal", das sich dabei auf namentlich nicht genannte Quellen stützt, soll der japanische Konzern eine entsprechende Option gezogen haben. Diese Vertragsklausel würde es den beiden Eigentümern des Musikverlags erlauben, ihre Hälfte an Sony/ATV dem anderen Partner zum Kauf anzubieten.
Der Sony-Konzern führt das Musikverlagsgeschäft von Sony/ATV seit 1995 als Gemeinschaftsunternehmen, zunächst mit dem 2009 verstorbenen US-Superstar Michael Jackson und inzwischen mit dessen Nachlassverwaltern. 1995 hatte Sony die Hälfte des Unternehmens für rund 100 Millionen Dollar von Jackson erworben, der den ATV-Katalog mit unter anderem mehr als 200 Beatles-Titeln 1985 für knapp 48 Millionen Dollar gekauft hatte.
Das "Wall Street Journal" taxiert den Unternehmenswert von Sony/ATV inzwischen auf rund zwei Milliarden Dollar. Unklar bleibt dabei allerdings, ob es sich hierbei um die Bewertung für das Gemeinschaftsunternehmen von Sony und den Erben von Michael Jackson handelt, oder ob auch die Beteiligung an EMI Music Publishing mit einfließt. Schließlich hatte Sony die rund 2,2 Milliarden Dollar schwere Übernahme des EMI-Musikverlags 2011 mit einem Bieterkonsortium gestemmt - hier gibt es demnach eine andere Eignerstruktur, auch wenn die Kataloge inzwischen nach außen hin gemeinsam verwaltet werden. Sony/ATV gilt seit der Übernahme von EMI Music Publishing als weltgrößter Musikverlag.
Gerüchte um einen möglichen Eigentümerwechsel gab es in der Vergangenheit immer wieder, unter anderem 2004, 2005 und 2007 - also noch vor dem Tod von Michael Jackson.
Sony könnte sich mit den Einnahmen zusätzlichen finanziellen Spielraum verschaffen. Allerdings hatte der zuvor von einer Cyberattacke und Umstrukturierungen betroffene Konzern sein Ergebnis zuletzt wieder verbessern können.
Quelle: MusikWoche
..dazu auch: http://www.marketwatch.com/sto…it-sources-say-2015-10-07