Die Ruhe vor dem Sturm? - Michael Jackson derzeitig zurückgezogen.
by TLC
25.07.2006
Nach einem unerwarteten, furiosen und vollkommen sensationellen Japanaufenthalt Ende Mai, bei welchem Michael Jackson sogar den „Legend-Award“ von MTV Japan verliehen bekommen hatte, hat sich der King Of Pop derzeitig zurückgezogen, währenddessen er ohne vor Gericht zu erscheinen mehrere Gerichtserfolge feiern konnte.
Der Japan-Aufenthalt und das erste „Daily Mirror“ - Interview
Nachdem Jacksons Pressesprecherin Raymone K. Bain am 25.05.2006 den Megastar für einen längeren Japanaufenthalt ankündigte, war eine Fanhysterie schon so gut wie vorprogrammiert. Dieses sollte der erste offizielle Auftritt des Popstars seit dem Juni letzten Jahres sein und spätestens als die ersten Bilder und Videos von Michael Jackson und seinem Erscheinen bei den diesjährigen MTV Japan Video Awards um die Welt gingen, war allen klar, dass man mit diesem vor Freude, Gesundheit und Fitness nur so strotzenden Michael Jackson auch in Zukunft wieder rechnen muss, und das nicht nur musikalisch.
In den folgenden Tagen zeigte sich der King Of Pop gut erholt, besuchte in gewohnter Manier ein Waisenhaus, bei welchem er sich besonders viel Zeit nahm, ging mehrmals in der Weltstadt Tokyo shoppen und zeigte sich Fannah und locker wie nie zuvor. Als Abschluss seines Japanaufenthalts machte Jackson noch einen Überraschungsauftritt in der angesagten japanischen Show SmapSmap, mit welchem er nicht nur die dortigen Moderatoren sprachlos erscheinen ließ.
Schon einige Tage vorher, als Jackson sich noch in London aufhielt, gab der sonst so zurückhaltende Superstar ausgerechnet dem Tabloid-Blatt „The Daily Mirror“ ein Kurzinterview, in welchem er unter anderem sagte: "Ich suche einen Platz zum Leben. Ich habe Großbritannien schon immer geliebt und ich liebe einfach die Fans hier." Des Weiteren bestätigte er der Zeitung persönlich, dass er derzeitig an einem neuen Album arbeitet. Zudem erzählte er auch, dass er seinen guten Freund Mohamed Al Fayed besuchen würde. Die „Scottish Daily Record” will sogar erfahren haben, dass Jackson mit Al Fayed in Gesprächen über einen Deal ist, um das Record-Label Warners zu kaufen. Die Aktion einer Tabloid Zeitung zuerst ein kleines Interview zu geben, kann man als klugen Schachzug ansehen und genauso wie den gelungenen Japanaufenthalt als erste Aktion des neuen Michael Jackson Management um Guy Holmes betrachten. Weitere öffentliche Auftritte werden nach Aussage von Raymone Bain folgen.
Umstrukturierungen Im Jackson-Team
Am 27.06.2006 veröffentlichte Jacksons Pressesprecherin ein Statement, in welchem sie Umstrukturierungen im Team von Michael Jackson bekannt gab. Demnach habe sich Jackson von seinen langjährigen Anwälten und Business-Managern Bernstein, Fox, Whitman, Goldman und Sloan getrennt. Unklarheit herrschte vor allem über die Rolle des erst kürzlich ins Amt getretenen neuen Manager von Jackson Guy Holmes. Nach momentanem Stand der Dinge scheint Holmes nicht mehr in erster Linie Manager von Michael Jackson zu sein, sondern ausschließlich der CEO der Plattenfirma 2SeasRecords. Damit ist er aber wohl weiterhin an Planungen für Auftritte, für die Promoarbeit und alles weitere bezüglich des neuen Albums und der neuen Plattenfirma beteiligt und zuständig. Die wirkliche Arbeit des Managers hatte er anscheinend nur für eine kurze Zeit übernommen, bis sich jemand gefunden hat, der die Arbeit vollständig ausführen kann. Dieser jemand scheint jetzt die vorherige Pressesprecherin Raymone K. Bain zu sein, welche nun zum General Manager ernannt wurde. Sie soll in Zukunft als Bindeglied zwischen den Geschäftspartnern und Jackson selbst vermitteln. Des Weiteren wurde der in New York ansässige Anwalt L. Londell McMillan und die McMillan Firma angeheuert, um die juristischen Aspekte seiner geschäftlichen Angelegenheiten zu beaufsichtigen. Die Firma sei für Restrukturierungen und komplette Veränderungen bekannt. Zudem habe der King Of Pop die Firma „The Michael Jackson Company Inc.“ mit dem Plan gegründet, „MJJ Productions“ abzuschaffen. Außerdem habe Jackson laut Bain schon bekannt gegeben, dass er an einem neuen Album arbeiten würde, welches er nach eigener Voraussage 2007 veröffentlichen will. Der kürzliche Japanaufenthalt sei zudem nur der erste von vielen weiteren öffentlichen Auftritten gewesen. So prüfe Jackson gerade einige Angebote für eine Konzert-Tournee, welche er innerhalb der nächsten Monate durchführen will. Im Zusammenhang damit möchte der Popstar zudem ein Haus in Europa kaufen um näher am hiesigen Musikmarkt zu sein. Seine Residenz in Bahrain solle natürlich weiterhin bestehen bleiben, denn er fühle sich dort sehr wohl und auch der Hauptsitz seiner neuen Plattenfirma 2SeasRecords ist ja bekanntlich in Bahrain ansässig. Auch weitere Umbauten und Umstrukturierungen im Management Team von Michael Jackson sind geplant und werden nach Aussage von Raymone Bain in Kürze folgen.
Die Ruhe vor dem Sturm?
Angesichts der vielen strukturellen Veränderungen im Management Team von Michael Jackson und der neuen Plattenfirma, sowie dem geplanten neuen Album, lässt sich erkennen, dass einiges in Planung ist und es jetzt daran gilt dieses auch umzusetzen.
Nachdem Michael Jackson sich der Öffentlichkeit für mehrere Tage in Japan zeigte, zog er sich danach gleich für mehrere Wochen völlig aus der Öffentlichkeit zurück und besuchte sowohl Paris als auch Irland, wo er sich angeblich mit Businessleuten, wie zum Beispiel dem Promoter und Manager Louie Walsh, welcher unter anderem für Klienten wie U2, Madonna und die Rolling Stones zuständig ist, getroffen haben soll. Auch wird er sicherlich weiter an neuer Musik schreiben und arbeiten. So soll unter anderem auch Teddy Riley von Bahrain aus an einigen neuen Tracks für Jacksons neues Album gearbeitet haben. Auch bestehen weiterhin Pläne die Charity-Songs betreffend. Gerade „What More Can I Give“ kam im Zusammenhang mit dem Schaffel-Prozess wieder zur Diskussion und der neue Anwalt L. Londell McMillan, welcher auch für die Restrukturierung von Jacksons Finanzen engagiert wurde, sagte, dass dieser veröffentlicht werde. Das Problem hierbei sei aber, dass bislang die japanische Firma „Music Figthers“ die Rechte an diesem Song hielt. Dieses müsse noch geklärt werden. Und auch eine Veröffentlichung von „I Have This Dream“, an welchem Bain in fast jedem Statement noch festhält, scheint zu gegebener Zeit und einem günstigen Zeitpunkt noch in Planung.
Gerade die Verpflichtung des Anwalts McMillan scheint sich auszuzahlen und ein kluger Schachzug von Bain gewesen zu sein. Nicht nur, dass McMillan Jackson in seinem Prozess gegen Marc Schaffel mit Erfolg vertrat, auch hat er besonders gute Beziehungen zum Musikbusiness. So gewann er unter anderem 1996 einen Prozess, mit welchem er Prince aus seinem Langzeitvertrag mit Warner Bros. befreite. Nach diesem Fall stand McMillan in der Öffentlichkeit und vertrat seitdem Klienten wie Stevie Wonder, Faith Evans, Lil Kim, Wesley Snipes und jetzt auch Michael Jackson. Mittlerweile hat seine Firma allein in den letzten Jahren mehr als 400 Millionen US Dollar Umsatz gemacht. Auch könnte McMillan Jackson einen Vertragsdeal mit seinem guten Freund LA Reid, Chef des Labels Def Jam Records, sichern. Schon letztes Jahr war LA Reid mit Jackson in Gesprächen sein neues Album in einer Partnerschaft mit 2SeasRecords und Def Jam weltweit zu vertreiben. Doch ergaben die Gespräche mit Jackson und Prince Abdullah, Chef von 2SeasRecords, leider bislang kein Ergebnis. Dieses könnte sich jetzt ändern. Auch hat McMillan Geschäftsbeziehungen zu einigen schon mehrmals gehandelten Kollaborationspartnern von Michael Jackson, wie Kayne West und John Legend. Auch dieses könnte sich mehr als positiv auswirken.
Gerichtserfolge
Doch zunächst gilt es alle anstehenden Gerichtsverhandlungen, in welche McMillan maßgeblich als Anwalt Jacksons beteiligt ist, positiv zu gestalten. So geschehen im noch nicht ganz beendeten Prozess mit dem ehemaligen Produzenten Jacksons Marc Schaffel, welcher anfänglich über 6 Millionen Dollar von Jackson verlangte. In der ersten Runde dieses Prozesses erkannte die Jury Herrn Schaffel aber lediglich 900 000 Dollar zu. Sie erkannten Herrn Jackson allerdings ebenfalls 200 000 Dollar mit Zinsen zu, und zwar wegen Betrugs und Vertragsbruch.
Michael Jacksons Anwalt und Berater L. Londell McMillan sagte dazu: "Es ist ein neuer Tag für Michael Jackson. Wir wollten keinen Penny mehr bezahlen, als das, was man Schaffel tatsächlich schuldet und das Urteil war somit ein Erfolg. Dieser Prozess repräsentiert den Anfang einer neuen Art, mit welcher Michael Jackson von jetzt an arbeitet und geschäftliche Angelegenheiten regelt."
Zudem muss ein Mann, welcher Jackson während eines Fluges mit Kamera und Mikrofon aufgenommen hat nun für acht Monate ins Gefängnis. Auch dieses kann als Erfolg angesehen werden. Man kann also durchaus erkennen, dass es nun in die andere Richtung geht und Michael Jackson, auch dank seiner neuen Anwälte, nicht mehr in der Opfer-Rolle sein will, und stattdessen aggressiv und mit vollem Elan gegen jeglichen Angriffe vorgeht. Erst wenn diese Etappe beendet ist, wird es auch musikalisch wieder einiges zu hören geben, wenn man Jackson und seinem neuen General Manager Raymone K. Bain trauen darf.
@jacksonvillage.org (TLC, 25.07.2006)