.
Ich bin raus!
Noch viel Spaß im Kindergarten.
na da hamwa ja echt glück gehabt, denn diskussionen mit einem der nur monologe führen will bringen ja bekanntlich nichts.
.
Ich bin raus!
Noch viel Spaß im Kindergarten.
na da hamwa ja echt glück gehabt, denn diskussionen mit einem der nur monologe führen will bringen ja bekanntlich nichts.
@ badwoman
ich bin bzw wäre noch lange nicht zu ende mit meinen Vorträgen, aber ich habe Dir denke ich ausführlich erläufter, warum mir diese Diskussion zu blöd ist.
Da ist mir meine Zeit irgendwann denn doch zu wertvoll.
wenn Speed Demon meint, daran zu zweifeln, daß Mike Vitiligo hat, dann soll er damit glücklich werden. Wir haben genug Fotos angefangen von seiner Kindheit bis heute, die genau das belegen. Zig Aussagen engster Freunde und langjähriger Weggefährten. Er war mal mit Debbi Rowe verheiratet, die Krankenschwester seines Hautarztes war, bei dem er Vitiligo behandeln ließ. Michael Jackson wird weltweit als bekanntester Vertreter dieser Pigmentstörung geführt. Was willst du eigentlich als Beweis? Daß Mike Dir seine gesamte Krankenakte rüberfaxt?
Aber vielleicht empfindest Du die Erblingung Stevie Wonders ja auch nur als geschickten Marketinggag und glaubst das ebensowenig *lach*
Du verstehst nicht...hier geht es nicht darum, die Krankheit anzuzweifeln...sondern vielleicht mal zu hinterfragen, wie er es bekommen hat, was danach passiert ist und wie damit umgegangen wurde...aber das wäre natürlich nix für dich, weil du da kritische Punkte entdecken könntest. ![]()
@ Screamlouder
unreflektiert ist nur das, was du hier willfährig von den Medien übernimmst. Dir ist keine Gerücht zu blöd und zu abwegig um es zu glauben.
Was für Gerüchte hab ich denn unreflektiert übernommen? Leg mal los. Ansonsten kannste dir sowas verkneifen, nur weil dir offensichtlich nix mehr einfällt.
Natürlich ist fast nichts nur schwarz oder nur weiß. Das predige ich schon seit ich in irgendwelchen MJ-Foren unterwegs bin, aber stellst Dinge in Frage die längst keiner Klärung mehr bedürfen, die längst abgehakt sind und verbindest sie mit lächerlichen Medienberichten und Gerüchten, von denen man den Ursprung größtenteils schon längst kennt.
von was redest du??? Was du predigst, ist bekannt und nachlesbar: unreflektierte Wiedergabe von Michael Jackson-PR-Meldungen. Wenn man es so zusammenfassen will.:D Was bedarf denn ansonsten keiner Klärung mehr? Also alles was wir hier gerade besprochen haben und was in diesem Essay aufgeworfen wird, ist meilenweit von geklärt entfernt...sonst hätte sie es ja nicht aufgegriffen...also!?
Ich habe aber keine Lust dir in jeder Kleinigekeit nachzuweisen, daß du falsch liegst, vor allem, da du nie etwas einsiehst und das nächste mal den selben Mist verzapfst. Bei dir ist das mittlerweile einfach nur vergeudete Zeit.
Und wenn dir eine Anwort nicht paßt und du nicht mehr weißt, was du schreiben sollst, dann wird am Ende doch immer behauptet, DAS hättest du ja gar nicht gesagt, obwohl es eine Seite vorher noch für jeden zu lesen ist.
lol* Es ist auf der Seite vorher zu lesen, dass ich nicht das geschrieben habe, was du behauptest. Ich kann nichts für deine Fehlinterpretation. Ansonsten wirkst du grad etwas sehr argumentenarm...
Egal was hier im Thread noch verzapft wird. Egal, ob du mich weiter zu provozieren und Dich mit jedem Mittel zu profilieren versuchst.
Ich bin raus!
Noch viel Spaß im Kindergarten.
lol
Du hast ne tolle Art und Weise mit Kritik umzugehen!
Halten wir fest: Der Großteil deiner Aussagen basierte auf von dir völlig sujektiv empfundenen Dingen und nicht auf Fakten. Desweiteren siehst du die ganze Medienperson MJ kräftig unkritisch...offensichtlich aus Selbstschutz...
Du verstehst nicht...hier geht es nicht darum, die Krankheit anzuzweifeln...sondern vielleicht mal zu hinterfragen, wie er es bekommen hat, was danach passiert ist und wie damit umgegangen wurde...aber das wäre natürlich nix für dich, weil du da kritische Punkte entdecken könntest.
Ganz genau
Es geht darum, nicht alles unreflektiert hinzunehmen, was einerseits die Presse schreibt aber auch andererseits Michael in Interviews sagt. Vieles sind auch einfach Schutzbehauptungen. Die sind völlig legitim, um sein Privatleben zu schützen, aber müssen sie deswegen wahr sein?
Michael wollte selbst sein Privatleben zur "größten Show aller Zeiten" machen und hat teilweise selbst die Gerüchte gestreut. Dass er im Nachhinein so tut, als sei das eine Erfindung der Presse (Interview von 1993), basiert nur darauf, dass die Negativpresse so überhand genommen hat, dass er gegensteuern musste.
Und genau deshalb muss man auch die Umstände seiner Hautkrankheit hinterfragen. Ist es Zufall, dass die Krankheit zur gleichen Zeit ausbrach wie die anderen äußerlichen Änderungen? Vielleicht! Vielleicht eben auch nicht. Vielleicht hat er nachgeholfen, vielleicht auch nicht....Who knows....
Ein schönes Beispiel dafür, dass Mike in Interviews nicht immer die Wahrheit erzählt, ist das Bashit-Interview. Dort sagt er noch in Las Vegas: Er habe das Kind mit einer Frau auf natürliche Weise gezeugt (Blankett), in Miami gibt er dann zu, dass es eine künstliche Befruchtung einer Frau war, die er nicht kannte. Dies aber erst nach mehrmaligen Nachfragen....
Margo Jefferson versucht einfach genau das zu tun. Sie hinterfragt unabhängig von dem, was Presse oder Michael sagen. Sie fragt, was ist Michael Jackson Freak oder Heiliger ? Und kommt zu dem Schluss, vielleicht etwas von beidem.....Und das ist genau der Punkt. Michael ist eben auch nur ein Mensch.....
Michael wollte selbst sein Privatleben zur "größten Show aller Zeiten" machen und hat teilweise selbst die Gerüchte gestreut.
dass er das mal vor langer zeit gesagt haben soll (quelle?)
kann nun aber nachdem sich das alles so dermaßen
unglücklich verselbstständigt hat auch nicht mehr als
entschuldigung für all die untaten der presse herhalten.
sicher hat er dazu beigetragen dass die lawine ins rollen kam...
und er versucht nun nach wie vor gezwungenermaßen PR
technisch das beste daraus zu machen.
als er das damals sagte/dachte (wahrscheinlich legenden wie
Houdini im kopf) war aber mit sicherheit noch nicht abzusehen
wie skrupellos die medien in den 90ern und 00ern werden würden.
daher halte ich diese generelle "selbst schuld" erklärung für genauso
einseitig beleuchtet wie wenn fans ausschließlich den engel in ihm sehen.
was die verschiedenen "wahrheiten" angeht...
bei michael kann man davon ausgehen dass zumindest er selber
die wirkliche wahrheit kennt. bei der presse kann man zu 100% davon
ausgehen dass ihre "wahrheiten" bestenfalls aus 2ter hand stammen.
von offensichtlichen lügen mal abgesehen, bin ich im zweifelsfall also
immer für den "angeklagten". ![]()
Alles anzeigendass er das mal vor langer zeit gesagt haben soll (quelle?)
kann nun aber nachdem sich das alles so dermaßen
unglücklich verselbstständigt hat auch nicht mehr als
entschuldigung für all die untaten der presse herhalten.
sicher hat er dazu beigetragen dass die lawine ins rollen kam...
und er versucht nun nach wie vor gezwungenermaßen PR
technisch das beste daraus zu machen.
Das ist sehr richtig. Der Punkt ist jedoch das er sich auf dieses Spiel eingelassen hat bis es nicht mehr zurück ging.
Alles anzeigen
als er das damals sagte/dachte (wahrscheinlich legenden wie
Houdini im kopf) war aber mit sicherheit noch nicht abzusehen
wie skrupellos die medien in den 90ern und 00ern werden würden.
daher halte ich diese generelle "selbst schuld" erklärung für genauso
einseitig beleuchtet wie wenn fans ausschließlich den engel in ihm sehen.
Ich glaube nicht das ein Nachrichtenredakteur in den 80ern weniger für eine Schlagzeile getan hätte als ein aktueller. ![]()
Alles anzeigen
was die verschiedenen "wahrheiten" angeht...
bei michael kann man davon ausgehen dass zumindest er selber
die wirkliche wahrheit kennt. bei der presse kann man zu 100% davon
ausgehen dass ihre "wahrheiten" bestenfalls aus 2ter hand stammen.
von offensichtlichen lügen mal abgesehen, bin ich im zweifelsfall also
immer für den "angeklagten".
Das kommt ja auf die Art der Quelle an und die Art und Weise wie es transportiert wird. Niemand schenkt RTL Exclusiv die selbe Glaubhaftigkeit wie meinetwegen Frontal 21. Und natürlich kennt Michael Jackson die Wahrheiten...er kennt aber auch wie kein zweiter das Bild das er aufbauen wollte.
kann nun aber nachdem sich das alles so dermaßen
unglücklich verselbstständigt hat auch nicht mehr als
entschuldigung für all die untaten der presse herhalten.
daher halte ich diese generelle "selbst schuld" erklärung für genauso
einseitig beleuchtet wie wenn fans ausschließlich den engel in ihm sehen.
Das hab ich doch nie gesagt??? Ich habe gesagt, er hat selbst Halbwahrheiten und Gerüchte gestreut und dann ist das Ganze aus dem Ruder gelaufen. Deshalb hat er ja schon 1993 Oprah das Interview gegeben, um zu versuchen, die Wogen zu glätten! Natürlich wurde die Presse in den 90ern und 00ern immer negativer gegenüber Michael. Aber er hat nunmal einen Anteil daran!
Die Presse hätte nichts zu schreiben gehabt, wenn er nicht 2002 bei der Bambi-Verleihung sein Baby aus dem Adlon hat baumeln lassen. Das hat jeder mitbekommen. Auch wenn er es festhielt, war das einfach eine wirklich naive Idee und da muss man mit negativen Schlagzeilen rechnen.
Resumée: Mike hat eine erhebliche Mitschuld an seinem schlechten Image. Natürlich ist alles aus dem Ruder gelaufen und oftmals werden Stories komplett frei erfunden. Also weder "selbst schuld" noch "Engel". Die Wahrheit liegt wie immer dazwischen.
Das Buch
ÜBER MICHAEL JACKSON
Leseprobe 1
Michael Jackson war schon als Fünfjähriger in der Welt des Showbusiness zuhause. Er und seine Brüder probten jeden Tag sechs Stunden lang, drei vor der Schule, drei danach. Sie fingen mit den Soulhits an, die im Radio gespielt wurden. Joseph studierte die Tanzschritte anderer Bands und brachte sie seinen Jungs bei. Zwischen 1964 und 1968 quälten sich die Jacksons durch die Clubs von Gary, Indiana, etwa durch die Guys and Gals Cocktail Lounge, und nahmen ihre Songs in Studios wie Steeltown oder Dynamo auf. An den Wochenenden reisten sie zu den Amateurwettbewerben nach Chicago und New York, die in großen Theatern mit majestätischen Namen stattfanden: The Regal. The World-Famous Apollo.
Sie schliefen dicht an dicht auf der Rückbank eines Kombis, Mund offen, den Kopf auf der Schulter des Nebenmanns. Die Schulaufgaben machten sie hinter der Bühne oder in Motels. Sie lebten sehr isoliert, Verbrechen, Armut und die dunklen Seiten des Lebens kamen gar nicht erst vor – ebenso wenig Hobbys, Freunde und die Möglichkeit, herumzualbern. Sie gewannen die Amateurwettbewerbe und bestritten Abende im Vorprogramm richtiger Profis: The Coasters, Etta James, Sam and Dave, The Temptations, Gladys Knight and The Pips. Und Mr. Excitement, Jackie Wilson und Mr. Dynamite, Mr. Please Please persönlich, James Brown. Kinder vergessen nie die erste Begegnung mit Erwachsenen, die in ihren Augen Glamour und wahres Können verkörpern. Showbusinesskinder schon gar nicht, denn sie sind die ganze Zeit damit beschäftigt, sich Tricks von ihren Idolen abzugucken.
Als Michael noch zu jung war, mit der Band aufzutreten, stand er fasziniert am Bühnenrand und beobachtete seinen Bruder Jermaine. Sobald er ihn als Leadsänger abgelöst hatte, stand er ständig in den Kulissen und sah sich jeden Act an, der die Bühne betrat: „Ich prägte mir ein, wie sie ihre Füße bewegten, wie sie ihre Arme hielten, wie sie mit dem Mikrofon umgingen, und versuchte herauszufinden, was sie da machten und warum sie es genau so machten. Nachdem ich von den Kulissen aus James Brown gesehen hatte, kannte ich jeden Schritt, jeden Laut, jede Bewegung und jede Drehung.“
Er schaute sich das Beste ab, was er unterwegs auf dem Chitlin’ Circuit zu sehen kriegte. Aber die Genealogie von Kinderstars ist meist recht eigen. Michaels erster öffentlicher Auftritt hatte im Kindergarten stattgefunden, als er die Anwesenden mit einer fulminanten Version von „Climb Every Mountain“ begeisterte. Er bewegte sich ganz unbefangen von der Mother-Superior-Hymne emotionaler Erbauung zur ekstatischen Vision von Jackie Wilson an der Garderobenwand im Apollo, „ein Bein hochgeworfen, halb gedreht, aber noch in Reichweite des Mikrofonständers, den er soeben noch vor- und zurückgeworfen hatte.“ Andererseits hatte auch Jackie Wilson keine Mühe, zwischen „Doggin’ Around“ und „Danny Boy“ hin- und herzuwechseln. Michael begriff, dass Soulmusik raffiniert inszenierte Leidenschaft war, ein Ineinanderübergehen von zurückgehaltener und entäußerter Energie. Soul war auch eine Frage der richtigen Bühneneffekte, der optischen Details, die den Gesang überhöhten. Diese umwerfenden Lacklederschuhe, die die Sänger anhatten. Ein typischer Kinderblick: Michael, der am verdreckten Bühnenrand steht und wie hypnotisiert auf die glänzenden Schuhe starrt.
„All meine Träume schienen sich nur noch um ein paar Lackschuhe zu drehen. [...] Ich ging von Geschäft zu Geschäft und fragte nach Lackschuhen, und man sagte mir: ’So klein haben wir die nicht.’ Ich war schrecklich traurig, weil ich Schuhe haben wollte, die wie diese Bühnenschuhe aussahen, poliert und glänzend, rot und orange leuchtend, wenn sie von den Scheinwerfern getroffen wurden. Oh, wie sehr habe ich mir gewünscht, Lackschuhe zu haben, wie sie Jackie Wilson trug.“
Alle Kinder haben ihre ganz eigene Welt, die sich aus dem zusammensetzt, was sie tagtäglich sehen und hören, und aus Objekten, die sie in Fetische verwandeln. Es ist ein eigenes Reich, in dem sie spielen und träumen können. Aber Michaels private Welt lieferte immer auch den Stoff für seine Karriere als Kinderstar. Inzwischen ist es der Stoff einer privaten Mythologie, die sein Leben prägt und die uns so fremd ist.
_______________________________________
Leseprobe 2
Michaels Verwandlung begann Mitte bis Ende der Achtziger mit seinen Haaren und seinem Make-up, zu der Zeit war sein Teint noch dunkel. Dann wurde er heller und zunehmend bleicher. In den frühen Neunzigern war sein Gesicht kalkweiß, was in der Öffentlichkeit einen ebenso großen Schock auslöste, wie eine Geschlechtsumwandlung es vermocht hätte. Er trug Eyeliner und Lippenstift und hatte Frisuren, wie man sie nur aus Schönheitssalons kannte. Anfänglich redeten die Leute eher über das Bleicherwerden seiner Haut als über die zunehmend effeminierten Züge. Wahrscheinlich, weil die Veränderung der Hautfarbe ein Thema war, auf das Schwarze, Weiße und andere – Schwule, Heteros, Bi- und Transsexuelle – sich ohne weiteres einigen konnten. Das Mantra lautete: „Selbsthass ist schrecklich, beschämend und bemitleidenswert.“
Mir ging es irgendwann so, dass ich meine Enttäuschung über seine Verwandlung nicht mehr länger mit sich verständnisvoll gebenden Weißen diskutieren wollte. Ich war verwirrt. Michaels Zustand machte all die altbekannten Metaphern schwarzer Selbsthassbezichtung obsolet. Warum jemanden noch „Oreo“ (außen schwarz, innen weiß) nennen, wenn er nicht mal mehr versuchte, außen schwarz zu sein? Wenn ein Vorwurf wie „Du glaubst wohl, du bist weiß!“ buchstäblich und nicht mehr bloß habituell gemeint ist, wie soll man dann damit umgehen? Der Preis von Selbstverachtung, der auf die Hautfarbe zurückgeht, ist seit langem bekannt. Für viele war nun aber der Geschlechtswandel eine weitaus kompliziertere Angelegenheit. Nicht, dass die Menschen sich angesichts von Homosexuellen, Transvestiten oder Transsexuellen unbedingt wohler gefühlt hätten als beim Anblick eines schwarzen Mannes, der sich vor ihren Augen in einen weißen verwandelte. Aber wenn sie auch nur halbwegs liberal waren, wenn sie sich für Popkultur interessierten, muss ihnen die eigene Voreingenommenheit größeres Unbehagen bereitet haben.
Der Künstler Keith Haring war damals erfrischend unvoreingenommen. Einer seiner Tagebucheinträge aus dem Jahr 1987 lautet: „Ich gebe eine Art Interview und sage, dass ich Michaels Versuch anerkenne, die Schöpfung zu seiner eigenen Sache zu machen und eine weder schwarze noch weiße, weder männliche noch weibliche Kreatur zu erfinden, mit Hilfe der plastischen Chirurgie und der modernen Technik. Er ist total verdisneyt! Zumindest ein interessantes Phänomen. Vielleicht ein bisschen unheimlich, aber trotzdem bemerkenswert, und, finde ich, irgendwie ein gesünderes Vorbild als Rambo oder Ronald Reagan. Er leugnet, dass Gottes Schöpfung endgültig ist, und nimmt die Sache selbst in die Hand, und dabei stellt er sich die ganze Zeit in vorderster Front der amerikanischen Popkultur zur Schau. Ich finde, noch cooler wäre es, wenn er bis in die letzte Konsequenz ginge und sich die Ohren spitz machen oder einen Schwanz dranmachen ansetzen ließe oder so was, aber das kann ja noch kommen!“ Wie sich später herausstellen sollte, hatte Michael tatsächlich noch einige Überraschungen auf Lager.
_______________________________________
Leseprobe 3
Es ist ganz offenbar so, dass Michael Jackson abgesehen von Kindern mit niemandem richtige Beziehungen eingehen kann. In seinen Videos halten Kinder Kerzen in den Händen und singen mit ihm von einer Welt ohne Hass, dank seinem Einsatz entkommen sie Kriegen. Kinder verkörpern die Unschuld, die Michael verwehrt geblieben ist. Und er benimmt sich wirklich wie der allmächtige Vater, den kein menschliches Kind je erreichen kann. Kinder lieben bedingungslos. Sie sind auf Erwachsene angewiesen, man muss sich um sie kümmern, und das verleiht Eltern neben Verantwortung auch Macht. Kann es sein, dass Michael Jackson Kinder zu sexuellen Handlungen zwingt? Ja. Zwanghaft muss er sich die Verletzung seiner eigenen Unschuld vergegenwärtigt haben, um sich anschließend durch gute, fürsorgliche Taten rein zu waschen. Kann es nicht eben so gut sein, dass er asexuell ist? Dass er sich in seiner Unschuld sonnt und sie sich ebenso zwanghaft bewahrt – dass er in Versuchung gerät, ihr aber immer wieder aufs Neue widersteht? Er spielt die Szene seines eigenen Missbrauchs nach, er wiederholt das Szenario, aber er schreibt das Ende um, indem er sich und sein Gegenüber rettet. Und zugleich erfährt er die innerliche Erregung – den Eros –, in Versuchung geraten zu sein.
„Please don’t judge me / Just try to love me,“ singt Michael in seinem Video Have You Seen My Childhood?. Er sitzt auf einem grasbewachsenen Hügel, die Arme um die Knie geschlungen. Seine Haare sind kurz und gelockt, wie die von Peter Pan. Sein Gesicht ist verzückt und voller Verwunderung, während er Kindern – Jungen und Mädchen aller Hautfarben – dabei zusieht, wie sie in kleinen Booten durch einen bestirnten Himmel treiben. If you want to know about my life, look at this video, hat Michael einmal gesagt. Was sieht er? Was sehen wir? Einen Mann, der androgyn sein möchte und über seine Herkunft erhaben? Einen genialen Künstler, der uns große Gefühle und großartige Musik geschenkt hat? Einen eigensinnigen Popstar, der alles kontrollieren will, aber darauf besteht, dass wir ihn bedingungslos lieben? Einen Mann, der getrieben ist, sich seiner Identität zu entledigen und zugleich verleugnet, was ihn schmerzt? Unser Mann im Spiegel? Oder eine Kreatur, der wir keine Beachtung mehr schenken wollen?
Michael Jackson spricht für das monströse Kind in uns allen, er spricht es an.
quelle: Über Michael Jackson | Margo Jefferson Buch
Hat es in der Zwischenzeit jemand gekauft und gelesen ![]()
gekauft, gelesen und für gut befunden ![]()
Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!