Diesen Artikel habe ich soeben auf der JacksonVillage.org Website veröffentlicht:
Nein, das wird kein Artikel über die Wegbegleiter des King of Pop, die ihn in den letzten Jahren ausgenommen und ausgebeutet haben.
Ich glaube, diese werden mit der Zeit - einer nach dem anderen - entlarvt.
Viel mehr geht es um Leute, die ihre Beziehung zu Michael übertrieben darstellen oder einfach nur erfinden.
Und diese Tragödie, deren Auslöser der Verlust des größten Entertainers aller Zeiten war, bietet uns zwei Paradebeispiele dieser Leute. Und eine Faustregel:
Je schneller jemand nach dem Tod eines Stars im Fernsehen über ihn spricht, desto weniger hat er zu sagen. Desto weniger ist das gesagte auch die Wahrheit.
In den USA war es der unter den Fans berüchtigte Anwalt Brian Oxman. Bevor eine offizielle Bestätigung über Michaels Ableben von Jermain abgegeben wurde, war Brian Oxman bereits am Telefon, mit (unter anderem) CNN. "Michael war ständig unter Drogen. Er war immer unter Drogen. Und die Leute um ihn rum sind daran schuld. Wenn sie denken, dass die Sache mit Anna Nicole Smith schlimm war - das war garnichts gegen das, was mit Michael Jackson passiert ist." Und dann "ich kann ihnen nichts bestätigen, aber ich kann ihnen sagen, dass sie alle weinen und völlig im Schock sind." Ah ja, Mr. Oxman. Wie dezent.
Die Fanclubs und Fan Foren in den USA explodierten mit Fans, die Oxman am liebsten in der Luft zerfleischt hätten. Schließlich war es nicht das erste mal, dass er unauthorisiert für oder über Michael Jackson spricht. Als Michael Jackson sich 2003-2005 gegen falsche Anschuldigungen vor Gericht verteidigen musste, sagte sein Haupt-Anwalt Thomas Messereau zu Beginn des Prozesses allen beteiligten ganz klar: "es ist hiermit niemandem gestattet, für oder über Michael Jackson oder den Fall zu reden!" Brian Oxman, der zu dem Zeitpunkt im erweiterten Anwälte-Team war, redete unbeirrt weiter mit Vertretern der Presse. Bis Messereau ihn kurzerhand rausschmiss.
Man würde denken, dass Oxman daraus gelernt hat, dass es manchmal einfach besser ist, die Klappe zu halten. Und vor allem nicht von Dingen zu reden, von denen man nichts weiß.
Wie will Oxman wissen, ob Michael Jackson "immer auf Drogen" war? Sie hatten seit Jahren keinen Kontakt mehr. Hinzu kommt, dass sich Thomas Messereau, Michaels Strafverteidiger, auch schon zu Wort gemeldet hat. Und zwar mit den Worten: "Soweit mir bekannt, war Michael keineswegs auf Drogen während des Prozesses."
Tja, wer sagt denn nun die Wahrheit? Langjähriger Jackson Biograf J. Randy Taraborrelli sagte dazu: "Ja, Michael musste viele Medikamente nehmen. Aber warum fragt niemand wieso? Dieser Mann hatte mehr Erkrankungen und körperliche Probleme, als ich auflisten könnte. Er litt 24 Stunden am Tag an starken Schmerzen!"
Und wir Deutschen mussten auch nicht leer ausgehen. Bei uns im Fernsehen tauchte als allererstes ein ehemaliger Fun Factory - Sänger auf, dessen Name mir jetzt irgendwie so gar nicht einfallen will. Ich stockte: Wer ist das? Ich hatte diesen Mann noch nie zuvor gesehen und er erzählte frei weg von Drogenproblemen bei Michael. Und er sei ein langjähriger Freund der Familie.
Solche Äußerungen machen mich meist etwas stutzig. Also stellte ich Recherchen an. Bei dem Herren handelt es sich um jemanden, der sich als "Lichtensteins größter RnB Star" bezeichnet haben soll. Im Jahr 2005 konnte er Jermaine Jackson offenbar zu einem Duett bzw. Feature überreden (Living A Dream), mit dem sie im 2005er Eurovision Song Contest für Lichtenstein antreten wollten. Daraus wurde aber nichts.
Eine weitere Verbindung zu den Jacksons gibt es noch. Eine Quelle, die anonym bleiben möchte, informierte mich darüber. Am 10. September 2001 war der besagte Lichtensteiner Zuschauer beim 30th Anniversary Konzert von Michael Jackson. Danach schaffte er es irgendwie, backstage ein Foto mit Michael zu machen. Wenn man es sich mal ansieht, kann man die Freude in Michaels Gesicht direkt sehen.
Meine Quelle sagte zu diesem Bild: "Das ist das einzige Bild, das er mit Michael machen konnte und das hat er auch direkt mit zu [deutscher Nachrichtensender] geschleppt. Er hat mich direkt vorher angerufen und mir erzählt, wie aufgeregt er ist, dass er jetzt zu [deutscher Nachrichtensender] kommt." Und die Quelle erzählt weiter: "Wenn man den Typ mal googlet, sieht man dass der ständig irgendwelchen bekannten Leuten nachsteigt und sich mit ihnen fotografieren lässt. Genau wie bei Michael Jackson! Er kennt Michael nicht. Die haben sich gegrüßt bevor das Foto gemacht wurde und er hat Michael vorher und danach nie wieder gesehen oder gesprochen. Weder persönlich, noch am Telefon. Null! Das ist einfach nur jemand, der sich auf Jacksons Kosten profilieren will!"
Nun ja, ich will mir natürlich kein Urteil erlauben. Aber wenn das alles stimmt, haben wir deutschsprachigen Fans das perfekte Gegenstück zu Brian Oxman. Wenn man es genau betrachtet, sogar in einer noch extremeren Version.
Michaels wirkliche Freunde hatten besseres zu tun, als mitten in der Nacht oder am Morgen, wenige Stunden nach seinem Tod, in TV-Studios zu gehen und sich für skandalöse Mutmaßungen bezahlen zu lassen, die am Ende wahrscheinlich als Lügen oder krasse Übertreibungen entlarvt werden.
Michaels wirkliche Freunde waren zu geschockt und empfanden zu viel Leid, um direkt als erstes zum Fernsehen zu laufen.
Michaels falsche Freunde (bzw. Leute, die ihn nicht mal kannten, aber so tun als ob,) haben sich dafür aber komplett selbst entlarvt. Schämt euch.
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