Billie Jean - Charme der 80er oder Perfektion der Neuzeit?

  • Es ist wohl der bekannteste Song von Michael weltweit. Denkt man an Michael Jackson, tanzt sich sofort der Moonwalk, und somit auch der Song Billie Jean, ins Gedächtnis. Von euch möchte ich wissen, welcher Auftritt euch persönlich am besten gefällt:


    Motown 25 - MSG 2001


    Meine Gedanken zu beiden Auftritten


    [ame='http://www.youtube.com/watch?v=WEFCM1fOLUk']YouTube - Billie Jean - Michael Jackson - Motown 25: Yesterday, Today, Forever[/ame]


    Thriller war gerade einmal 4 Monate alt, und doch sprach die ganze Welt nur von diesem jungen schwarzen Burschen, der die Musikwelt in seinen Grundmauern erschütterte, um sie nach seinem Bilde wieder neu aufzubauen. Seine revolutionären Musikvideos zu Beat It und Billie Jean laufen bei MTV rauf und runter, doch was fehlte, war ein Liveauftritt. Da kam die Motown Show gerade recht (auch wenn Michael, wie wir alle wissen, dies zunächst nicht sah). Schon der gemeinsame und sehr melancholische Auftritt mit seinen Brüdern offenbarte einen Michael Jackson, der einen guten Schuh tanzen konnte. Doch die Sensation kam erst danach. Dieser Auftritt katapultierte den 24jährigen Michael in Phsären, von denen er zuvor zwar nur geträumt, an die er jedoch immer geglaubt hatte.


    Als die ersten Takte von Billie Jean erklingen, ist das Publikum schon auf Michaels Seite. Die ganze Show, die er hinlegte, kann man mit einem Wort beschreiben: Neu. Die Art und Weise, wie er die Takte der Musik in seinen Tanzstil einfließen lässt, der pure Sex, den er mit seinen Bewegungen ausstrahlte und die damit einhergende Aggressivität kannte man bis dahin nicht. Der Höhepunkt, zweifelsohne, der Moonwalk. Als er die ersten zaghaften Meter dieses Tanzes zeigt, ertönt ein Aufschrei aus dem Publikum, der jedoch abrupt verstummte. Es scheint, als könne man nicht glauben, was sich auf der Bühne gerade abspielt.


    Am Ende dieses Auftritts ballt er seine Hand zu einer Faust, streckt sie in die Höh', schließt die Augen und lässt sich von der Menge feiern. Es war ein Triumph auf ganzer Linie. Der erste Billie Jean Auftritt offenbarte eine ganz neuartige Form des Tanzens. Er betrat die Bühne, zusammen mit seinen Brüdern, als little Michael from the Jackson 5, er verließ sie, als Michael Jackson the King of Pop. Dieser Auftritt war seiner Zeit voraus.


    Und doch, muss man sagen, war diese Performance nicht perfekt. Man merkt zwar, dass er sie geprobt hatte, doch im Vergleich zu späteren Auftritten sieht man, dass die Routine fehlte. Die ausgeklügelte Perfektion, die ihn später auf seinen Welttourneen begleitete war einfach noch nicht vorhanden. Seine "Landung" nach den Drehungen, die dem Moonwalk folgten, war fehlerhaft, was ihm persönlich auch schwer zu schaffen machte; er war eben schon immer ein Perfektionist gewesen. Und doch: Diese Performance darf in keiner Michael Rückschau fehlen, denn er leitete den Start einer Bühnenkarriere ein, die Seinesgleichen sucht.


    -------------


    [ame='http://www.youtube.com/watch?v=aqtNpSdN-Os']YouTube - Michael Jackson - Billie Jean MSG Live concert at New York 2001 by nicobus at Dailymotion.com[/ame]


    Die Vorzeichen zu diesem Auftritt waren, natürlich, ganz andere im Vergleich zur Motown Performance. Die Welt kannte seinen Genius. Seine Nachfolgealben BAD, Dangerous sowie HIStory wurden von der Kritik zwar zerrissen, hatten sich jedoch millionenfach verkauft und dutzende Rekorde gebrochen. Mit seinen Welttourneen zog er nicht nur Könige und Prinzessinen, sondern jeden Menschen in ihren Bann, der sie besuchte oder im Fernseher ansah. Seine Musikvideos wurden jedes mal mit großer Spannung erwartet, und er enttäuschte seine Fans nie. Doch schon Mitte der 80er Jahre fingen die Gerüchte um ihn an. Ein Schrein für Liz Taylor? Der Erwerb der Knochen des Elefantenmannes? Die Verleugnung der eigenen Hautfarbe sowie der eigenen Rasse? Dies waren nur Vorboten zu einem Skandal und dem einhergehenden Rufmord, der jeden Fan heute noch die Tränen in die Augen steigen lässt. Wir wissen alle, was ich meine, weswegen ich es nicht noch extra erwähnen muss. In den Augen der Welt war Michael ein gebrochener Mann. Ein Freak, der nur noch durch skurrile Auftritte und unzählige Skandale auffällig wurde. Seine Musik, seine Leidenschaft für die Bühne und seine humanitäre Arbeit fielen dabei in den Hintergrund. Es war einfach nicht mehr cool, sich Michael Jackson Fan zu schimpfen. Die Welt wollte ihn nicht, und es schien so, als hätte er sich damit abgefunden. Doch weit gefehlt:


    Er ließ sich feiern, indem er sein 30jähriges Bühnenjubiläum in NewYork, seiner Lieblingsstadt, abhielt. Und jeder wollte dabei sein. Es bestätigte sich, dass Michael im Kreise seiner Kollegen noch immer einen, wenn nicht den größten, Stellenwert besaß. Die aktuellen Stars der Musikbranche gaben sich gegenseitig die Klinke in die Hand. Das Highlight der Veranstaltung, mal abgesehen vom sexy Outfit der Spears, war natürlich Billie Jean.


    Sein Äußeres hatte sich seit dem Motown Auftritt verändert. Die Nase war schmaler, seine Haut war heller und sein Kinn trug ein Grübchen. Er sah einfach nicht gut aus. Doch als die ersten Takte von Billie Jean erklingen, ist all das nur Nebensache.


    Es war eine einzige Hommage an sich selbst. Eine Zelebrierung seines erfolgreichsten Songs. Ein Tritt in die Fresse all Jener, die seinen baldigen Untergang prophezeiten. Er konnte es noch immer, und wie! Der Auftritt unterschied sich in seinem Ablauf nicht von den Performances, die man bereits von ihm kannte. Doch sieht man es in Relation zum Motown Auftritt, springt einem die Perfektion geradezu ins Gesicht. Die langsamen Schritte zu seinem Koffer; das zum Vorscheinbringen des Handschuhs und des Hutes entfachte im Publikum eine Jubelarie nach der anderen. Jeder im Saal wusste, was passieren wird. Jeder im Saal wusste, wie er sich bewegen würde. Und doch trieb es nicht wenigen Menschen Tränen des Glücks in die Augen. Auch wenn man sich bei Michael um vieles Gedanken machen musste, auf eines war Verlass: Seine Genialität auf der Bühne.


    -------------


    Ich habe diese beiden Billie Jean Auftritte ausgewählt, weil sie beide etwas besonderes sind: Es ist jeweils die erste sowie die letzte Live-Performance, die Michael zu diesem Song gab. Die Unterschiede sind schon sehr krass. Zum einen der Motown Auftritt, der einfach so legendär ist, so neuartig und so revolutionär war, dass ich mir seine Genialität garnicht bewusst werden kann. Zum anderen der MSG Auftritt, der in seiner Perfektion und seinem Spektakel einfach den Showmenschen Michael Jackson zeigt. Der in seiner Perfektion in dieser Form einzigartig ist und bleibt.


    -------------


    Jetzt stellt euch vor, ihr müsstet einen dieser beiden Auftritte auf eine Insel mitnehmen, für welchen würdet ihr euch entscheiden?

  • Für mich ist Billie Jean ZEITLOS


    [COLOR="Blue"]When you're down and out there seems no hope at all[/COLOR]
    [COLOR="Purple"]But if you just believe there's no way we can fall
    well, let's realize that a change can only come[/COLOR] [COLOR="Red"]When we stand together as one[/COLOR]

  • Jetzt habe ich wieder dieses Gänsehautfeeling. Ich finde Motown klasse, eben weil es noch nicht Perfekt war. Es war Ausbaufähig und zeigte den noch in der nicht Perfektion das ganze Potential. Man spürte einfach wie die Musik durch ihn hindurch floss und was er dabei an die oberfläche brachte.
    Das sieht man vorallem wenn man sich Imitatoren daneben stellt.

    “In a world filled with hate, we must still dare to hope. In a world
    filled with anger, we must still dare to comfort. In a world filled with
    despair, we must still dare to dream. And in a world filled with
    distrust, we must still dare to believe.”

  • Jup, ist er. Darum gehts hier allerdings nicht. :D


    aber das war trotzdem meine Antwort darauf,zumal man die beiden Auftritte eh nicht miteinander vergleichen kann!


    [COLOR="Blue"]When you're down and out there seems no hope at all[/COLOR]
    [COLOR="Purple"]But if you just believe there's no way we can fall
    well, let's realize that a change can only come[/COLOR] [COLOR="Red"]When we stand together as one[/COLOR]

  • Ich würde keinen von beiden nehmen. Ich fand die BJ Perfomance von den Dangerous und HIStory Konzerten immer noch am besten.


    Und irgenwie hab ich das Gefühl, das man keinen Auftritt von Michael, mit einem anderen vergleichen kann. Er machte nie immer exakt das gleiche und das macht es auch interessant, sich jeden einzelnen Auftritt, jede einzelne Performance von ihm anzuschauen ;)

  • Das sieht man vorallem wenn man sich Imitatoren daneben stellt.


    Naja, ich denke, das kann man nun wirklich nicht miteinander vergleichen. Darum nennt man diese Leute ja Imitatoren und die werden niemals sp perfekt sein wie Michael. Egal wie lange sie trainieren und was sie sich einfallen lassen.


    Ich imitiere Michael selber und weiß, das ich nie diese Perfektion erreichen werde. Ich kann es so originalgetreu rüberbringen wie mir möglich ist, was ich nicht schaffe, muß ich improvisieren und meinen eigenen Stil einbringen.


    Ich würde als Imitator niemals einen Auftritt von mir mit einem von Michael vergleichen und ich würde auch nicht wollen, das das jemand anderes tut, das ist nämlich schlicht unmöglich.

  • Michaels Aufführungen von Billie Jean in den letzten Jahren waren mMn absolut perfekt und viel besser, als die Uraufführung.
    Der Moonwalk saß später sehr viel besser, zum Beispiel. Und auch die anderen Schritte.
    Ich weiß noch, als ich zum Xten mal Motown 25 ansah und auf einmal bemerkte ich, dass Michael an einer Stelle eine Drehung "verschwendet" - also er dreht sich und macht dann nichts. Was absolut untypisch für ihn ist.


    Sein Motown 25 Auftritt bleibt trotzdem ein Meisterwerk und Teil der Musikgeschichte. Aber ich finde, dass er es später noch besser gemacht hat.

  • Michaels Aufführungen von Billie Jean in den letzten Jahren waren mMn absolut perfekt und viel besser, als die Uraufführung.
    Der Moonwalk saß später sehr viel besser, zum Beispiel. Und auch die anderen Schritte.
    Ich weiß noch, als ich zum Xten mal Motown 25 ansah und auf einmal bemerkte ich, dass Michael an einer Stelle eine Drehung "verschwendet" - also er dreht sich und macht dann nichts. Was absolut untypisch für ihn ist.


    Sein Motown 25 Auftritt bleibt trotzdem ein Meisterwerk und Teil der Musikgeschichte. Aber ich finde, dass er es später noch besser gemacht hat.


    Dem kann ich mich komplett anschließen.

  • Michaels Aufführungen von Billie Jean in den letzten Jahren waren mMn absolut perfekt und viel besser, als die Uraufführung.
    Der Moonwalk saß später sehr viel besser, zum Beispiel. Und auch die anderen Schritte.
    Ich weiß noch, als ich zum Xten mal Motown 25 ansah und auf einmal bemerkte ich, dass Michael an einer Stelle eine Drehung "verschwendet" - also er dreht sich und macht dann nichts. Was absolut untypisch für ihn ist.


    Sein Motown 25 Auftritt bleibt trotzdem ein Meisterwerk und Teil der Musikgeschichte. Aber ich finde, dass er es später noch besser gemacht hat.


    Sehe ich ganz genauso. Es wurde immer besser. Allerdings gefällt mir die Permance bei den MSG 2001 deshalb nicht, weil er sich ständig mit der rechten Hand den Mund bedeckt oder zusätzlich ans Mikrofon greift. Hinzukommt, dass er zu dem Zeitpunkt leider einfach nicht gut aussah. Auch seine Haare fand ich füchterlich. Und der Handschuh saß nicht richtig.


    Ich bin mir sicher, dass die "this is it" Perfomace besser ist. Vielleicht werden wir sie ja sehen.


    Aber grundsätzlich perfektionierte er die BJ-Performance über die Jahre eher. Und wenn man nur das Tanzen beurteilt, dann war MSG 2001 besser.

  • been told ...Sein Motown 25 Auftritt bleibt trotzdem ein Meisterwerk und Teil der Musikgeschichte. Aber ich finde, dass er es später noch besser gemacht hat...


    ...allein das die Motown25-Variante so einmalig und besonders war zur damaligen Zeit ist diese -mit allen "Fehlern" die er auch seiner Ansicht nach bei diesem Auftritt machte- für mich die faszinierendere..hab das damals miterlebt und gerade verlasse ich mich ganz auf meine Emotion die ich beim Anschauen der beiden Filme habe...

  • ich mag den Motown25-Auftritt nicht. Mag sein, dass es innovativ war, aber verglichen mit den späteren veränderungen und Verbesserungen in seinem Tanzstil ist Motown einnfach nicht gut genug :uuh :tatort
    Da ist die spätere Perfektion noch lange nicht erreicht. Man merkt es auch bei seinen Touren. Bei HIStory z.b. tanzt er weitaus besser als bei Bad/Dangerous. Da sitzt einfach jede Bewegung. Er hat sich mit den Jahren immer weiter verbessert und weitereintwickelt. :top

  • ich mag den Motown25-Auftritt nicht. Mag sein, dass es innovativ war, aber verglichen mit den späteren veränderungen und Verbesserungen in seinem Tanzstil ist Motown einnfach nicht gut genug :uuh :tatort
    Da ist die spätere Perfektion noch lange nicht erreicht. Man merkt es auch bei seinen Touren. Bei HIStory z.b. tanzt er weitaus besser als bei Bad/Dangerous. Da sitzt einfach jede Bewegung. Er hat sich mit den Jahren immer weiter verbessert und weitereintwickelt. :top



    ...perfektioniert! du sagst es.....das stimmt schon!

  • Michaels Aufführungen von Billie Jean in den letzten Jahren waren mMn absolut perfekt und viel besser, als die Uraufführung.
    Der Moonwalk saß später sehr viel besser, zum Beispiel. Und auch die anderen Schritte.
    Ich weiß noch, als ich zum Xten mal Motown 25 ansah und auf einmal bemerkte ich, dass Michael an einer Stelle eine Drehung "verschwendet" - also er dreht sich und macht dann nichts. Was absolut untypisch für ihn ist.


    Sein Motown 25 Auftritt bleibt trotzdem ein Meisterwerk und Teil der Musikgeschichte. Aber ich finde, dass er es später noch besser gemacht hat.


    Als der erste Mensch, den Mond betrat, war das alles andere als sicher...die Kamera war schlecht, man hat kaum was verstanden...es dauert nicht sehr lange und war voller Probleme. Die ganze Welt war Zeuge und wird diesen Moment in Erinnerung halten. Jahre später gab es Mondlandungen, die liefen viel perfekter, besser geplant und besser zu sehen ab und heutzutage wäre das alles auch ein ganz anderes Niveau. Das Interesse ist trotzdem nicht das selbe. Man landet halt nur einmal zum ersten Mal auf dem Mond....egal wieviel besser es danach gemacht wird.


    ;)

  • Imitatoren können MJ nicht nachmachen ;) :ehre
    MSG 2001 zeigt die Perfektion seines Tanzstils. Das kann keiner Nachmachen.
    Motown ist WEIT von dieser Perfektion entfernt.


    Motown hat die jugendliche Energie und den Charme eines aufstrebenden jungen Michael Jacksons....MSG2001 hat einen kränkelnden Superstar, der eine bis zum umfallen geprobte Nummer aufführt in Konkurrenz zu sich selber...Perfekt ja...aber meiner Meinung nach kann man so einen Moment wie Motown25 eben nicht "nach konstruieren"...das bleibt einmalig und wird es immer bleiben. Es geht eben NICHT um Perfektion.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!