Ein Exklusiv-Interview mit Geraldine Hughes, die über die Anschuldigungen von 1993 spricht
Von Deborah Kunesh
G.H. ist die ehemalige Anwaltsgehilfin von Barry Rothman, der 1993 Evan Chandlers Anwalt war. Derzeit ist G.H. beides, Schriftstellerin und Missionarin. Dieses Interview muss man einfach lesen, vor allem die, die wissen wollen, was wirklich 1993 hinter den Anschuldigungen gesteckt hat.
DK: Sie waren 1993 die Anwaltsgehilfin für den Vater des Anklägers, richtig?
GH: Richtig.
DK: Wie kam es dazu, dass Sie für ihn arbeiteten und wie lange arbeiteten Sie für ihn?
GH: Oh, nicht wirklich lange. Ich habe vielleicht 8 Monate für ihn gearbeitet und das fing so 2 Monate vor den Anschuldigungen an.
DK: Barry Rothmann hat einen ziemlich schlechten Ruf, es heißt er sei sehr fies?
GH: Ihn fies zu nennen wäre noch ein Kompliment. Er hatte wirklich ein furchtbares Benehmen und eine schreckliche Persönlichkeit, einfach alles an ihm, seine Art, wie er mit Menschen umging. Er hatte einfach wirklich einen schlechten Charakter.
DK: Hat es lange gedauert, bis Ihnen das auffiel?
GH: Ich bemerkte es sofort. Wir hatten eine Empfangsdame und es war so, als brauchte er jeden Tag jemanden, dem er zusetzen konnte und er hat jeden Tag auf ihr herumgehackt. Mich hat er in Ruhe gelassen, weil er es sich nicht leisten konnte, dass ich einfach aufstand und ging, die Empfangsdame brauchte er nicht.
DK: Es muss hart gewesen sein, für so jemanden zu arbeiten.
GH: Ich hatte mich mit der Empfangsdame angefreundet und teilweise war für mich der Grund, zu bleiben, dass ich ihr Mut zusprechen wollte. Unter anderen Umständen wäre ich schon lange gegangen.
DK: In gewisser Hinsicht war es gut, dass Sie nicht gegangen sind, sie können einiges bezeugen. Haben Sie tatsächlich die Erpressung mitbekommen? Was haben Sie gesehen und Gehört?
GH: Nun, sie fingen an, zu verhandeln. Wenn ich sie sage, meine ich Evan Chandler, Barry Rothman und einen Vertreter von Michael Jackson, Anthony Pellicano. Sie wollten, dass Michael ein Filmprojekt mit 20 Millionen $ finanziert, also trafen sie sich erst einmal mit Michaels Beratern, sie zeigten ihnen einen Brief eines Psychiaters, den sie gefragt hatten, was man davon halten solle, dass ein erwachsener Mann Kinder bei sich übernachten ließ. Der Psychiater schrieb zurück, dass er ohne den Jungen gesehen zu haben, keine Schlüsse ziehen könne und nur hypothetisch darauf antworten könne, „dass es unanständig sei“, und das war‘s. Also nahm Evan Chandler diesen hypothetischen Brief, der eine Antwort auf eine hypothetische Frage war und ging zu Michaels Beratern und sagte zu ihnen, dass er Michael mit diesem Brief ruinieren würde, wenn er sich weigerte zu zahlen.
DK: Sie glauben nicht an die Geschichte mit dem „Wahrheitsserum“, nach dem Jordy dann die Belästigung zugab?
GH: Nein, ich glaube, das ist ihre Story, wie sie herausfanden. Ich glaube die ganze Sache war ausgedacht und geplant und Jordy wurde gesagt, was er sagen sollte. Ich habe den 13-jährigen Jungen im Büro meines Chefs gesehen, ohne Begleitung seiner Eltern und er schlich dort herum, es war so, als sollte niemand im Büro wissen, dass er hier war. Er war für einige Stunden hinter verschlossenen Türen im Büro meines Chefs und ich glaube, da wurde ihm gesagt, was er auszusagen hat. Ich habe nicht gehört, dass ihm das gesagt wurde, aber ich kann bezeugen, dass er für Stunden im Büro war. Es war ein Treffen, von dem niemand im Büro wissen sollte und der einzige Grund dafür, dass ich davon wusste, war, dass ich gerade im Begriff war, das Büro zu verlassen. Ich hatte es eilig. Es war so, dass wir unter keinen Umständen in das Büro des Chefs durften, ohne vorher anzuklopfen, da ich aber schnell weg wollte, öffnete ich die Tür und sah dann Jordy Chandler und war total geschockt. Wir hatten nicht einmal gewusst, dass er da ist und mein Chef verfluchte mich dafür, dass ich unangemeldet reinplatzte.
DK: Sie bestreiten die Sodium-Amylath-Theorie…Sie sagten, Sie seien die einzige, da Sie gesehen haben, dass etwas ganz anderes vor sich ging.
GH: Es ist so, dass ihr ganzes Vorgehen, die ganze Sache geplant war, selbst der Plan war geplant, einfach alles. Der Vater sagte einmal in einer Unterhaltung:“Wir agieren nach einem Plan, es ist nicht mein Plan, aber ich habe jemanden angeheuert, der fies, hinterhältig und gemein genug ist, gegen Michael Jackson vorzugehen und er wartet nur auf meinen Anruf.“ Ihr ganzes Gehabe zielte nur darauf ab, etwas so erscheinen zu lassen, was es gar nicht war. Sie haben so getan, als ob sie den Jungen nur zum Psychiater gebracht hätten und da wäre dann alles raus gekommen, so als hätte der Psychiater alles aufgedeckt. Dann hörte ich von der Sodium-Sache und da sagte ich mir, zuerst sagen sie der Psychiater hat sie Sache aufgedeckt und dann erzählen sie, der Vater habe seinem Sohn eine Wahrheitsdroge gegeben und da wäre es dann herausgekommen, und ich fragte mich, ja was denn nun?
DK: Als er sagte, er habe jemanden angeheuert, meinte er Rothman?
GH: Oh, absolut.
DK: Michaels Versicherungsfirma zahlte den Vergleich, nicht er selbst?
GH: Richtig. Sie zahlten nicht für aus fahrlässiges Verhalten, sie zahlten aus Haftungsgründen. Versicherungen zahlen nicht für fahrlässiges Verhalten. Die Tatsache, dass die Versicherung bezahlte, bedeutet, dass kein fahrlässiges Verhalten vorlag, sonst hätte sie nicht gezahlt.
DK: Was bedeutet das „Sie zahlte aus Haftungsgründen“?
GH: Du gehst zum Einkaufszentrum und rutschst aus und fällst hin. Dann gehst du zum Arzt. Ob das nun wirklich alles so passiert ist und warum du tatsächlich zum Arzt gegangen bist, die Versicherung haftet dafür. Denn wenn sie nicht zahlt, gehst du vor Gericht und so ist es für die Versicherung, leichter einen Ausgleich zu zahlen, als hohe Gerichtskosten. Sie wollen die Sache einfach nur loswerden.
DK: Danke für die Erklärung, nun verstehe ich das besser.
GH: Der Vergleich ist der beliebteste Weg, einen Streit zu beenden. Das Gericht verpflichtet zu Besprechungen über einen Vergleich. Du bekommst einen Gerichtstermin, aber vor diesem Termin müssen die gegnerischen Parteien sich treffen, um zu versuchen, die Sache durch einen Vergleich zu beenden, sie müssen versuchen, die Sache außergerichtlich zu klären. Das ist ihre Pflicht. Sie haben gar nicht genug Richter und Personal, um jeden Streit vor Gericht zu klären. Kann kein Vergleich durch Verhandlungen erzielt werden, werden die Parteien zum Schlichtungsgespräch geschickt, dann zur Mediation, zu allem möglichen, wenn es nur außergerichtlich geklärt werden kann.
DK: Haben Sie 1993 den Ermittlern mitgeteilt, was Sie herausbekommen hatten?
GH: Ja. Ich habe es MJs Privatermittler Anthony Pellicano erzählt.
DK: Sie gingen also zu Pellicano mit dem, was Sie herausgefunden haben?
GH: Ja schon ganz zu Anfang. Ich denke, meine Treffen mit P. waren nicht später als 2 Wochen nachdem das Ganze begonnen hatte.
DK: Sie haben gesehen, dass Jordy Chandler im Büro war und Sie haben die Aufzeichnungen gesehen über Telefongespräche etc. Wissen Sie, wie viel später der Fall gegen MJ dann zustande kam?
GH: Der Fall gegen MJ wurde lanciert zu dem Zeitpunkt, als sie eine Ein-Parteien-Anhörung hatten. Sie hatten eine Anhörung, der Vater des Jungen ließ der Mutter das Sorgerecht entziehen und zu dieser Zeit waren alle Planungen im Gange, da sah ich den Jungen im Büro, die Verhandlungen mit MJ liefen und Evan hatte das Sorgerecht für Jordy. Dies alles geschah ohne das Einverständnis der Mutter, denn es war vorgesehen, dass die Mutter wieder das Sorgerecht zurückbekam. Also strengte die Mutter einen Sorgerechtsstreit mit Evan an. Die Chandlers trafen sich vor Gericht, nachdem sie monatelang mit MJ verhandelt hatten, um Geld von ihm zu bekommen, sie behaupteten, die Beschuldigungen wegen unangemessenem Verhalten als Druckmittel gegen ihn zu verwenden, aber dann stehen sie vor einem Richter und erwähnen nicht mal ihre Sorge wegen Kindesmissbrauch. Sie sagten keinen Ton hinsichtlich dessen. Der Richter ordnete an, dass die Mutter wieder das Sorgerecht für Jordy bekommt. Ich dachte nur:“Gott, was werden die als Nächstes tun?“ Ich dachte:“Ha, sie hat gewonnen!“ Sie mussten den Jungen zurückgeben. Am selben Tag lancierten sie die Missbrauchsvorwürfe. Am selben Tag, an dem sie den Jungen zur Mutter zurückbringen sollten. Am selben Tag!
DK: Und sie haben vor Gerichts nichts darüber erwähnt?
GH: Nichts. Denn, wenn sie das getan hätten, hätte der Richter eine Untersuchung angeordnet. Wenn man darüber nachdenkt, wäre das der richtige Weg gewesen. Wenn man einen Sorgerechtsprozess anstrebt, sollte jedem das Wohlergehen des Kindes wichtig sein. Aber sie gingen vor Gericht und sagten nichts über ihre Sorgen. Das war so nicht geplant. Sie hatten keine Zeit (Sie hatten nur den einen Termin). Sie gingen vor Gericht und waren dem Beschluss des Richters ausgeliefert und dann entschied der Richter für die Mutter. So sagten sie sich, wir machen jetzt weiter wie geplant, denn ohne das Sorgerecht für den Jungen konnten sie das alles nicht tun, er hätte der Mutter vertrauen können und das wollten sie natürlich nicht. Alles in allem konnten sie es nicht zulassen, den Jungen in die Obhut der Mutter zurückzugeben, dafür waren sie schon zu weit gegangen.
DK: Wie geplant?
GH: Ja, wie geplant. Deshalb sage ich auch, dass das mit dem Wahrheitsserum nicht stimmt, es war alles nur Teil ihres Plans. Alles war schon haarklein geplant. Sie heckten sogar schon aus, wie darüber berichtet werden sollte. Wenn Evan wirklich durch eine Wahrheitsdroge von dem Missbrauch erfahren hätte, hätte er nur die 911 wählen müssen. Sie legten es so aus, als sei Evan mit Jordy beim Psychiater gewesen und der hätte den Missbrauch dann festgestellt. Ein Psychiater ist ja auch ein glaubwürdiger Mensch. Er ist jemand, den niemand in Frage stellt.
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GH: Ja, wie geplant. Deshalb sage ich auch, dass das mit dem Wahrheitsserum nicht stimmt, es war alles nur Teil ihres Plans. Alles war schon haarklein geplant. Sie heckten sogar schon aus, wie darüber berichtet werden sollte. Wenn Evan wirklich durch eine Wahrheitsdroge von dem Missbrauch erfahren hätte, hätte er nur die 911 wählen müssen. Sie legten es so aus, als sei Evan mit Jordy beim Psychiater gewesen und der hätte den Missbrauch dann festgestellt. Ein Psychiater ist ja auch ein glaubwürdiger Mensch. Er ist jemand, den niemand in Frage stellt.
Ich tippte den Brief an den Vater ab, in dem der Anwalt ihm sagte, wie er darüber berichten solle. Rothman schickte Chandler Unterlagen über Kindesbelästigung, wie ein Psychiater darüber berichtet hatte, so informierte er den Vater darüber, wie er damit umgehen solle, und genau das war der Plan. Das tat Rothman, damit sich Chandler mit dem ganzen wohlfühlt und er damit einverstanden war. Er bekam einige Zeitungen von uns, ein paar Nachrichtenmagazine usw. Ich erinnere mich daran, als ich den Brief schrieb, dachte ich:“ Wenn einer auch nur den Verdacht von Missbrauch hat, wäre doch alles, was er tun müsste, den Hörer in die Hand zu nehmen. Man muss doch nicht Pläne schmieden und den Jungen zum Psychiater bringen, weil niemand kann glaubhaft darüber berichten.“
DK: Sagten Sie das direkt zu Rothman oder dachten Sie es nur?
GH: Um Himmels willen, nein, hätte ich das gesagt, wäre ich am selben Tag geflogen und hätte die Geschichte nicht bis zu Ende verfolgen können.
DK: Das ist wahr. Nun gehen Ihnen so viele Dinge durch den Kopf, wenn Sie an diese Zeit zurückdenken, irgendetwas war damals nicht richtig, oder?
GH: Der Brief, den ich abtippte zeigte mir, dass etwas wirklich falsch war.
DK: Es ist fast so, als hätte Gott Sie dahin gesetzt, um Zeuge zu sein?
GH: Absolut.
DK: Was war mit den Aufnahmen eines Telefongesprächs, das Evan mit jemand anderem geführt hatte? Mit wem sprach er da?
GH: Es war ein Gespräch Evans mit dem Stiefvater des Jungen, und der Grund, warum der Stiefvater das Gespräch aufzeichnete, war, dass Evan ihm in vorangegangenen Gesprächen gedroht hatte, also wollte er diese Aufnahmen nur für den Fall, dass er sie einmal brauchte. Chandler wusste natürlich nicht, dass er aufgenommen wurde, aber er hat in diesem Gespräch einiges zugegeben. Er sagte, dass er nicht verstehe, warum Michael Jackson sich so von ihm zurückgezogen habe. Er sagte, wenn er diesen Plan durchzieht, wird er haushoch gewinnen und er sagte, er habe jemanden angeheuert, der fies, hinterhältig und gemein genug ist, gegen Michael Jackson vorzugehen und er warte nur auf seinen Anruf, und er werde diesen Plan durchsetzen, er werde MJ zerstören, und er werde hoch gewinnen. Das war es, was er sagte.
Sie haben dieses Gespräch veröffentlicht, Pellicano bekam das Tape, gab es an eine Nachrichtenstation und die veröffentlichten es wirklich. Warum haben die Leute nicht zugehört, als sie das hörten? Er hat da zugegeben, dass er bereit war, etwas zu tun, dass er nach einem bestimmten Plan vorgeht. Er hat kein Wort darüber gesagt, dass sein Kind belästigt worden war. Er sagte einfach nur, dass er das durchzieht, dass er haushoch gewinnen und MJ ruinieren wird.
Die Aufzeichnung des Gesprächs von Evan Chandler am 2. Juli 1993
„Es gibt keinen Grund dafür, dass er (MJ) aufgehört hat, mich anzurufen…Ich habe mir den fiesesten Mistkerl genommen, den ich finden konnte, alles, was er tun will, ist das alles so schnell und so groß wie er kann in die Öffentlichkeit zu zerren und so viele Menschen wie möglich zu demütigen. Er ist fies und gemein, er ist gerissen und er ist Publicity-geil. Alles läuft nach einem speziellen Plan, das ist nicht nur meiner. Sobald ich meinen Anruf mache, geht der Kerl hin und zerstört jeden, den er sieht auf jedwede böse, fiese, grausame Weise, die er kennt. Ich habe ihm jede Befugnis dafür gegeben. Jackson ist ein schlechter Kerl, schlechter als das und ich habe das Zeug, das zu beweisen. Wenn ich damit durch bin, werde ich haushoch gewinnen. Ich kann gar nicht verlieren. Ich werde alles bekommen, was ich will und sie werden für alle Zeit zerstört sein…Michaels Karriere wird vorbei sein.“
In der gleichen Unterhaltung sagte Chandler, nachdem er gefragt wurde, welche Auswirkungen das auf seinen Sohn habe, sagte er:“ Das interessiert mich nicht…es wird ein Massaker geben, wenn ich nicht bekomme, was ich will…das wird größer als wir alle zusammen… dieser Mann wird jenseits jeden Glaubens gedemütigt werden…er wird nicht eine Platte mehr verkaufen.“
DK: In den Tapes kann man deutlich den Plan erkennen. Es klingt nicht, wie ein Vater, der seinen Sohn beschützen will. Es klingt wie jemand, der hinter jemandem her ist.
GH: Richtig.
DK: Das Traurige daran ist, es endete mit einem Vergleich…in gewisser Weise hat es damit geendet ihn zu zerstören?
GH: Es hat ihm sehr geschadet.
DK: Ich habe viele Reaktionen gesehen, auch heute noch. Ich weiß nicht, ob Sie das verfolgen, aber es gibt immer noch Menschen, die glauben, MJ sei schuldig.
GH: Richtig, richtig!
DK: Durch meine vielen Recherchen fand ich heraus, dass er ein ganz anderer Mensch war, als der den die Medien aus ihm machten.
GH: So wie sie versucht haben, aus ihm einen schlechten Menschen zu machen, das Bedauerliche ist nur, alles was er sagte war wahr. Er sagte:“Ich würde niemals einem Kind wehtun.“ Er sagte:“Ich würde mir eher die Pulsadern aufschneiden als je ein Kind zu verletzen“ und sein ganzes Leben drehte sich nur um Kinder und dann nahmen sie ihm das, was er am meisten liebte weg und verwandten es gegen ihn. Und dann sind sie hinter ihm her, weil er den Kindern auf der ganzen Welt helfen will. Das ist alles, was er getan hat und dann benutzen sie dieses eine Kind, um ihn zu beschuldigen. Ich sagte es bereits in meinem Buch:“Wie haben wir den Michael vergessen, der den Menschen geholfen hat, der verletzten Kindern geholfen hat, Kindern auf dem Sterbebett?“ Sein Manager konnte nie verstehen, warum er Kinder, die buchstäblich im Sterben lagen, auf seine Ranch kommen ließ und Michael meinte dazu:“ Das ist meine Lebens-Aufgabe. So hat Gott mich erschaffen. Um Freude und Zufriedenheit zu bringen.“ Kommen Sie schon, das ist nicht das Herz eines schlechten Menschen, der Kinder belästigen würde. Es sind die Schlechten, die denken, er würde so etwas tun.
DK: Richtig. Sie können es glauben oder nicht, ich wurde schon aus einigen christlichen Foren rausgeworfen. Die Leute da waren sehr voreingenommen. Die Nachforschungen, die ich unternommen hatte für ihn, schienen das Gegenteil von dem auszusagen, was diese Leute behaupteten und ich musste dazu was sagen. Ich zitierte ihn einige Male in diesen Foren und erzählte ihnen, woran ich arbeite und ob Sie es glauben oder nicht, ich erhielt eine Email, in der mir mitgeteilt wurde, dass ich aus dieser Community ausgeschlossen bin und sie würden mir auch nicht sagen, was ich falsch gemacht hatte. Das war sehr entmutigend.
GH: Sehen Sie, das sind diejenigen, die ihn gekreuzigt haben…Der Geist der Pharisäer lebt immer noch unter uns. Deshalb sehe ich mir die Menschen an. Ich bin Missionarin und jeder in meiner christlichen Gemeinde weiß das, und ich arbeite schon lange für Gott, ich nehme das als meine Mission an. Ich habe dieses Buch in einer sehr spirituellen Art geschrieben. Ich sage im Buch, dass Gottes Hand auf Michael ruht, auf seinem Leben, auf all dem, was er getan hat und wenn Gott die Hand über dich hält und du in Gefahr kommst, lässt er dich nicht allein ohne Zeugen. Und ich war Zeuge, ich saß in diesem Büro und etwas in meinem Inneren hat mich geführt, denn ich wusste schon lange bevor ich wusste, was da vor sich geht, dass da etwas falsch ist, irgendetwas in mir sagte mir, da ist was falsch.
Es gab da eine Anwältin, und Rothmann war zu allen weiblichen Anwälten fies und gemein, sie brauchte jemanden, mit dem sie reden konnte, und viele Dinge, die ich herausfand, geschah durch ihre Hilfe. Ich fing an, Fragen zu stellen. Sie war dabei, als ich das Dokument abtippte und den Namen Michael Jackson las. Ich fragte sie, ob das „der“ Michael Jackson sei und sie sagte „ja“. Dann sagte ich ihr, dass ich meine nächste Frage am nächsten Tag stellen würde, so kam es, dass ich all die Informationen, die ich besitze, von ihr bekam.
DK: Sind Sie Missionarin geworden, nachdem sie die Arbeit als Anwaltsgehilfin aufgaben?
GH: Ich war schon eine ganze Weile angehende Missionarin. Ich begann 1985 für Gott zu arbeiten, als ich Kinder aufnahm, deren Mütter gestorben waren. Ab 1993 arbeitete ich missionarisch für die Kirche. Ich besuchte Kurse. Ich blieb aber immer in der Stadt, ich bin sozusagen eine örtliche Missionarin. Ich ging in heruntergekommene Viertel der Stadt. Ich war eine Vollzeit-Missionarin und das bin ich jetzt auch wieder.
DK: Das ist großartig.
GH: Ja, das ist es wirklich, ich bin sehr glücklich darüber. Viele Missionare haben noch einen Beruf, das hatte ich auch lange Zeit meines Lebens, ich habe in meiner Freizeit missioniert, aber es war immer mein Wunsch, dies hauptberuflich zu tun.
DK: Also blieben sie in ihrer Umgebung und arbeiten als Missionarin?
GH: Im Moment arbeite ich an drei Nächten in der Woche in einem heruntergekommenen Viertel und bringe dort buchstäblich die Kirche zu den Menschen, die auf der Straße leben, zu den Obdachlosen in LA.
DK: Wann hatten Sie erstmals die Idee, ein Buch über ihre Erfahrungen zu schreiben?
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