Michael Jackson starb am 25. Juni 2009. Er befand sich zu dieser Zeit mitten in den Vorbereitungen zu seiner letzten Konzertreihe - THIS IS IT.
Man bekommt einen Einblick in die Arbeitsweise Jacksons, seine Vision einer perfekten Show, doch wäre sie perfekt geworden? Wäre weniger nicht mehr gewesen?
Man vergleiche doch nur mal seine 3 Welttourneen mit der geplanten Konzertreihe.
Die HIStory Worldtour war ein Spektakel, Millionen Menschen besuchten die Konzerte auf der ganzen Welt um den König der Popmusik zu bewundern. Seinen Gesang, seinen Tanz. Doch eigentlich wurde man nur in einem Punkt befriedigt, in puncto Tanz. Zu dieser Zeit ('96/'97) war Jackson wohl auf dem absoluten tänzerischen Höhepunkt. Jede Bewegung war perfekt, jeder Übergang in einen neuen Tanzschritt gelungen, man konnte einfach eine Eleganz bestaunen die es in der Form so nicht mehr zu sehen gibt. Doch stimmlich wurde man als Zuschauer entäuscht. Der Gesang kam vom Band und wenn dann doch mal das Mikro angeschaltet wurde, so war die Stimme sehr dünn. Komisch, wo doch seine Songs auf seinen Platten durchweg Kraft, Energie und Leichtigkeit vermitteln. Und obwohl Jackson eine grandiose Show bot, so hätte er dem Publikum nicht ferner sein können. Wenige Worte richtete er ans Publikum. Es sollte wohl wirklich nur eine Show werden, kein Konzert.
Gehen wir noch ein paar Jahre weiter zurück, in die Jahre '92/'93 wo Jackson mit der Dangerous Woldtour durch die Welt reiste und das ein oder andere Land mit einem Besuch ehrte. Ja ehrte, es ist wohl das beste Wort. Einem König befiehlt man nichts, man bittet ihn und der König war gnädig. Eine ebenfalls fantastische Show, doch anders als ein paar Jahre später, konnte man Jacksons Stimme doch noch tatsächlich bewundern und sehen wie fantastisch diese ist. Doch auch hier zog sich das Playback über die meisten dargebotenen Songs durch. Und bei dieser Show begann bereits die Gigantonomie. Mehr Tänzer, mehr Explosionen, mehr Videoeinspieler. Tänzerisch hat sich Jackson zudem weiterentwickelt und zeigte fantastische Choreographien. Doch auch hier, sollte es mehr eine Show als ein Konzert werden?
Vier Jahre zuvor absolvierte Jackson seine erste Solotour als Solokünstler. Die Bad Worldtour ('87/'88) brachte es seiner Zeit auf viele Rekorde, die über viele Jahre Bestand hatten. Aber eben diese Welttournee war die Beste seiner Karriere. Als Zuschauer besuchte man ein perfektes Konzert. Ein Konzert, welches Showeinlagen nutze um sein Publikum in seinen Bann zu ziehen. Ein Konzert wo es noch echte Mikrofone gab und ein Jackson der seiner Stimme einen Ausdruck verlieh, dass es einem eine wohlige Gänsehaut verpasste, der einem den schwarzen Soul in die Beine treiben ließ und man unwillkürlich anfängt das Tanzbein zu schwingen. Aber die wohl größte Showeinlage war Jackson selbst. Gebt diesen Mann ein Mikrofon, einen Mirkofonständer und einen Scheinwerfer und du bekommst die beste Show die du erleben kannst. Seinen Gesang, seinen Tanz.
Wäre also weniger nicht mehr gewesen? Kann man sich Jackson ohne dieses große Spektakel vorstellen? War er viel mehr ein Entertainer als ein Sänger und Tänzer? Diese Frage beantwortet die Veröffentlichte Konzert-DVD Michael Jackson - Live At Wembley 7.16.1988.