Ich habe das Interview übersetzt, das Raffles van Exel mit Frank DiLeo führte. Im Multimedia Forum gibt es einen Thread dazu:
http://mjklub.com/multimedia/1…-fans-stellen-fragen.html
Das war jetzt eine Arbeit von ca. 4-5 Stunden und ich bitte daher jeden, der das anderswo postet, einen Link zum MJKlub mit zu posten. Also zu:
mjklub.com
Wer Fehler findet, darf sie behalten. ![]()
Raffles: Hi, mein Name ist Raffles van Exel und ich sitze hier mit Frank DiLeo. Vor zwei Monaten hat Frank auf meine Bitte hin zugestimmt, ein Interview mit den Fans zu machen. Aber wegen Terminproblemen bei uns beiden und dann der Premiere von This Is It, konnte das erst jetzt gemacht werden.
Frank hat die Fragen nicht gesehen. Sie wurden von euch Fans gestellt. Die Fragen wurden vom MJJCommunity Team ausgesucht. Wenn also einige eurer Fragen hier nicht auftauchen, so liegt das nicht an mir oder Frank DiLeo, sondern es liegt daran, dass sie vom MJJC Team aussortiert wurden.
Frank, vielen Dank für das Interview.
Frank: Es ist mir ein Vergnügen.
Raffles: Wie du weißt, gibt es derzeit eine Gruppe von Fans, die sich "This Is NOT It" nennt.
Frank: Mhm.
Raffles: Einige von ihnen behaupten, sie hätten 24-48 Stunden vor Michaels Tod, Briefe an ihn geschrieben, in denen sie ihre Sorge über Michaels Gesundheit und sein Gewicht ausdrücken. Was sind deine Gedanken dazu?
Frank: Auch wenn ich nichts von diesen Briefen weiß, ist es schön, dass sie ihm schrieben. Es gab jemanden in Michaels Team, der sich sorgen machte, weil Michael einige Pfund verloren hatte. Ich sprach Michael darauf an. Ich erzwang ein Treffen mit dem Doktor [Murray], den ich vorher nie gesehen hatte. Sie sagten mir, dass Michael top-fit war. Und ja, er hatte einige Pfund verloren, aber das war auch seine Absicht. Er aß gesund und vernünftig und nahm Vitamine. Das wurde uns gesagt. Ich bin dann zurück zu dem besorgten Team Mitglied gegangen [und sagte es ihm/ihr.] * Das Band ist hier geschnitten * Ich habe den [Autopsie]Bericht gesehen, er wog 136 Pfund, nicht 108 Pfund wie einige der ganzen Welt glauben machen wollen. In den 80ern, wenn wir gerade nicht arbeiteten, wog er höchstens 145-150 Pfund. Und als ich im März zurückkam, wog er ca. 142-145 Pfund. Aber als Tänzer und vor allem so, wie er jetzt tanzte, wollte er etwas dünner sein. Ich persönlich glaube, dass es ihm da gesundheitlich besser ging als damals in den 80ern. Da war er nämlich Vegetarier und fastete einmal die Woche und alles mögliche andere, was er da so tat. Also ich denke, dass das unwahr ist [dass es ihm gesundheitlich schlecht ging].
Raffles: Was ist mit Karen Faye? Sie hat auf ihrer Facebook Seite öffentlich geschrieben, dass irgendwas nicht stimmte.
Frank: Weißt du, es gab eine Menge Leute, neben Karen Faye, die mit Michael zu tun hatten. Und wir sahen nichts außergewöhnliches. Karen Faye hat natürlich ihre Meinung. Karen Faye fühlte und fühlt, dass sie Michael nahe war. Ich respektiere das. Es ist ihre Meinung.
Raffles: Ok. Marlon Jackson [Bruder von MJ] hat gegenüber CNN gesagt, dass Michael sich am Abend des 24. und am Morgen des 25. Juni nicht wohl gefühlt hatte. Wenn das so stimmt, kannst du bitte sagen, was da nicht in Ordnung war? Äußerte Michael in den frühen Morgenstunden den Wunsch, ins Krankenhaus zu fahren?
Frank: Nein. Und ich glaube nicht, dass Marlon mit ihm [Michael] am Morgen des 25. Juni gesprochen hat. Und denke auch nicht, dass er mit Michael am Abend des 24. gesprochen hat. Als wir [am 24. Juni] das Staples Center verließen und uns verabschiedeten, war er sehr glücklich. Ich hatte gerade das Halloween Special bei NBC für ihn klar gemacht, was er wollte, seit ich wieder im Team war. Wir hatten festgelegt, was wir mit dem Film "Ghost" machen wollten und was seine Teilnahme daran sein würde. Er war damit einverstanden, war sehr glücklich und fuhr Heim. Und was auch immer bei ihm zu Hause hinter geschlossenen Türen passierte - dazu kann ich nichts sagen. Michael Jackson war ein Erwachsener. Wenn wir das Staples Center oder wo auch immer wir gerade probten, verließen, ging er zu sich nach Hause und ich zu mir. Der Mann wollte seine Privatsphäre, er wollte dass seine Freizeit auch seine Freizeit bleibt. Ich und alle anderen im Team waren nie bei ihm zu Hause. Wir verbrachten Stunden mit ihm bei der Arbeit. Aber wenn er Heim fuhr - na ja, außer wenn er um 2 Uhr morgens anrief und eine Frage hatte. Das war's dann aber auch schon. Aber ich denke eher nicht, dass Marlon an dem Abend mit ihm [Michael] gesprochen hat. Wir haben an dem Abend erst... So gegen Mitternacht Feierabend gemacht. Und ich weiß, er hat danach dann mit keinem mehr gesprochen.
Raffles: Ok. Einige Fans spekulieren, dass AEG und alle, die mit AEG zu tun haben, sich verschworen haben, um Michael Jackson zu ermorden.
Frank: Das stimmt nicht. Es ist eine abscheuliche Anschuldigung. Wer um alles auf der Welt würde Michael töten wollen? Meinst du, AEG wollte 50 offene Termine in der O2 Arena? Meinst du, die können die 50 Termine mit anderen Acts füllen? Sie sind nicht gefüllt.
Raffles: Nein... [Wird von DiLeo unterbrochen]
Frank: Nein, warte. Es lag für niemanden ein Vorteil darin, Michael etwas zustoßen zu lassen. Dieser Film wurde nicht aufgenommen, um ein Film zu sein. Es waren nur zwei Kameras, die gekauft wurden, weil Michael sich sein übliches Dokumentar-Team nicht leisten konnte, die er normalerweise für jede Tour anheuerte, um alles zu dokumentieren. Hab ich alles miterlebt. Ob auf der Victory Tour oder der Bad Tour. Unglücklicherweise, fehlten zu der Zeit einfach die finanziellen Mittel, das zu tun. Paul [Nachname unverständlich], der bei den Victory und Bad Tourneen als Kameramann für Michael gearbeitet hatte, sagte in letzter Minute: warum hole ich nicht einfach ein paar Kameras? Sie gingen raus und holten ein paar Kameras für ca. $6000, einfach nur um die Proben mit zu schneiden. Niemand hatte die Absicht, Michael etwas anzutun, nur um dann daraus einen Film zu machen. Und Gott sei Dank, dass wir diese Bilder haben!
Raffles: Ja, Gott sei dank!
Frank: Ja, und für die Fans, Gott sei dank! Und wie das zustande kam ist so: Wir saßen einfach rum und sahen uns einige Aufnahmen an. Dachten einfach nur daran, wie großartig das alles geworden wäre. Wieviel Spaß wir gehabt hätten. Und jemand im Raum, ich weiß nicht mehr wer, sagte: "Es ist eine Schande, dass die Fans diese Konzerte niemals sehen werden." Und jemand anderes sagte: "Warte mal, vielleicht sollten wir erstmal gucken, ob man aus diesem ganzen Material nicht einen Film machen könnte? Um den Leuten wenigstens zu zeigen, woran er arbeitete? So ist das passiert. Und was die Leute nicht verstehen ist, dass 90% des Geldes, das der Film verdient, an Michaels Nachlass und die Kinder gehen.
Raffles: Ich jedenfalls bin froh, dass es diesen Film oder Dokumentarfilm - was immer man es nennen will - existiert. Wir hatten ja im Vorfeld schon gesprochen und gesagt, dass das der einzige Weg war, es den Rest der Welt sehen zu lassen und sein Vermächtnis zu festigen.
Frank: Genau. Und ich denke es ist großartiger Tribut an ihn, es ist toll geworden.
Raflles: Mehr als toll.
Frank: Natürlich hätten wir alle lieber die Konzerte gesehen!
Raffles: Genau, das wollte ich auch gerade...
Frank: Ja und Michael war heiß drauf! Er wollte da rübergehen, er wollte es. In der letzten Nacht sagte er noch zu mir: "Wir werden diese 50 Shows machen. Es ist Zeit, dass wir ernten, was wir gesät haben, Frank. Es ist Zeit, es wieder zu tun!" Und er wollte die 50 machen. Wir sprachen sogar davon, 20 Stadium-Auftritte in Japan zu machen und die Tour... Er wusste, er würde 1,5 Jahre arbeiten müssen. Er wusste, dass er das machen musste. Und er konnte es kaum erwarten.
Raffles: Ja, da stimme ich dir zu, ich hätte auch lieber den Film nicht gesehen und wäre lieber in London gewesen und teil der Michael-Jackson-Mania... So weit du weißt, ist es wahr, dass während du und Leonard Rowe gleichzeitig als Michaels Manager tätig waren, dass Michael da zwei gegenseitig widersprüchliche Verträge unterschrieb?
Frank: Was meinst du mit widersprüchliche?
Raffles: Einige Fans sagen, dass du Michaels Manager warst und Leonard Rowe sagte gleichzeitig, er sei Michaels Manager.
Frank: Ach so, ja. Leonard Rowe ließ sich von Michael einen Vertrag unterschreiben, dass ihm das Recht gab, die Finanzen für die Tour zu überprüfen. Er [Michael] tat das, bevor ich wieder im Team war. Als ich ankam, sagte Michael zu mir: "Ich habe einen Vertrag unterschrieben, der es Leonard Rowe erlaubt, die Finanzen für die Tour durchzugehen." Ich fragte ihn: "Warum hast du das denn gemacht?" Er sagte: "Na ja, mein Vater war im Raum... Sie... Sie wollten, dass ich unterschreibe, also habe ich unterschrieben. Aber du musst dich mit Leonard treffen und wir klären das dann." Ich traf Leonard dann und er fragte mich über den Vertrag [mit AEG] und so weiter. Und ich sagte: "Erstens: Michael unterschrieb das, weil Joe ihm über die Schulter sah. Zweitens: Ganz ehrlich, er will wirklich nicht, dass du da involviert wirst. Und ich kann dir diese Information nicht geben, denn Michael will nicht dass du sie hast. Wenn du sie willst, musst du mit AEG reden." Und AEG wollte wegen seiner fragwürdigen Vergangenheit nichts mit ihm zu tun haben. Das war also gegessen. Michael und ich hatten dann vor, einen Brief zu schreiben, den Michael unterschreibt, um Leonard Rowe aus dem Verkehr zu ziehen. Es gab zu dieser Zeit auch keine Anwälte in der Situation. Wir haben dann einige Briefe rausgeschickt, um den Leuten klar zu machen, dass ich jetzt der Manager bin und nicht Dr. Tohme. Und dass Leute ab jetzt mit mir arbeiten und Anfragen an mich leiten sollten. Und Leonard Rowe hatten irgendwie einfach vergessen. Dann gab es ein Meeting am 15. Ich glaube, am 15. Mai. Ich war gerade nicht in der Stadt. Leonard Rowe war bei dem Meeting. Das Meeting war mit AEG, es wurde groß darüber berichtet. Randy Philips beantwortete alle Fragen, Michael war dabei, seine Mutter war dabei. Am Ende des Meetings war Michael sehr zufrieden. Er rief mich an und sagte: "Wir müssen Leonard Rowe aus dem Bild schaffen." Und als ich dann zurückkam, schrieben wir einen Brief dazu und Michael unterschrieb ihn. Ich schickte eine Kopie zu ihm [Leonard Rowe] ins Sportsman Lodge Hotel, die ihm zugestellt wurde. Eine weitere Kopie an Mrs. Jacksons Assistent, mit der Anweisung, es Leonard Rowe zu zeigen, sobald er dort eintrifft. Es ist also absolut zweifellos, dass er sich darüber im klaren war, dass er gefeuert war. Dass er das jetzt im Nachhinein nicht akzeptieren und leugnen will, nun ja...
Raffles: Im späten 2008 hast du offenbar einen Vertrag unterschrieben und versprochen, dass Michael mit seinen Brüdern eine Show machen würde. AllGood Entertainment hatten eine Show für Michael und seine Brüder organisiert und versuchte dann später per Klage einen Schadensersatz in Höhe von $20mio von Michael zu erstreiten.
Frank: Lass mich das mal erklären. Ein paar Leute kamen zu mir ins Büro sagten: "Wir wollen für Michael und die Familie eine Tour organisieren. Oder ein Pay-Per-View." [Ein Konzert, bei dem jeder TV-Zuschauer hätte zahlen müssen, um es zu sehen] Und ich sagte: "Michael wird mit seiner Familie nicht arbeiten. Und er macht kein Pay-Per-View." [Sie sagten:] "Bitte, bitte, sprich einfach nur mal mit ihm darüber." Und dann kamen sie mit Ideen daher... "Wir geben ihm 3 Millionen..." dann "Wir geben ihm 15 Millionen..." Und ich sagte: "Hört zu, das wird nicht funktionieren." Und ich sagte: "Ich sag euch was - macht es mal schriftlich und ich rufe Michael an und frage ihn. Wenn er's tun will, fein. Aber ich sage euch, er wird es nicht tun." Und ich sagte: "Aber wo kommt das Geld her? Habt ihr das Geld?" Und sie sagten: "Oh ja, wir haben das Geld, mach dir keine Sorgen." Und ich sagte: "Ich hatte schon mit Millionen Typen wie euch zu tun. Tonnenweise Leute kommen in mein Büro und wollen dies und jenes tun. Und wenn es eine gute Idee ist und es wird Michael präsentiert und am Ende ist das Geld nicht da. Warum sollte ich für sowas meine Zeit verschwenden? Legt 10% der Gesamtgage auf ein Treuhandkonto. Ich will davon bis zu $150 000 für Spesen und Kosten. Denn ich fliege nicht umsonst um's halbe Land, um für euch mit Michael zu reden. Ich will hier keinen Verdienst machen - ich will nur meine Ausgaben abgedeckt wissen. Ich weiß, wie es sein kann, wenn man 9 Tage lang in nem Hotel sitzt und wartet, dass Michael kommt." Alle waren einverstanden. Ich gab ihnen eine Frist, bis wann das Geld im Treuhandkonto sein sollte. Es kam nichts. Dann bekamen wir einen Anruf, dass sie eine Verlängerung der Frist brauchen. Ich gab ihnen diese Verlängerung mündlich. Das Geld kam nie an. Ich nahm dann an ein paar Meetings teil, bei denen sie Gelder für die Gagen beschaffen wollten. Und übrigens: es gibt in dem Vertrag eine Verschwiegenheitsklausel. Sie sicherten mir vertraglich zu, dass niemand der Beteiligten über den Vertrag sprechen würde und dass sie das Geld bereits hatten. Stattdessen nutzten sie meine Unterschrift, um überhaupt erst Geld zu beschaffen. Der Vertrag war da schon null und nichtig, denn sie brachen ja die Verschwiegenheitsklausel. Was ich glaube, was passiert ist - und das sind nur meine Gedanken: Sie haben wohl Geld geliehen, um das ganze auf die Beine zu stellen. Und jetzt mussten sie es zurückzahlen und hatten keine Ahnung wie. Denn sie hatten versprochen, das Konzert zu organisieren. Ich habe denen zu keiner Zeit gesagt, dass ich für Michael oder die Brüder sprach - denn das war ja auch nicht so. Ich war nur Michaels Freund, der ihn ans Telefon kriegen konnte. Und wir redeten zu der Zeit nur über Film-Projekte. Und dann als der März kam... Also, erstmal, ich glaube dass Michael den Vertrag mit AEG in London unterzeichnete, bevor er die Ankündigung machte. Ich hatte da keine Ahnung. Wir sprachen nicht darüber, was er mit AEG macht. Er machte das also, wir sprachen dann hinterher - wieder über Filme. Ich sagte: "Ich sehe du hast einen Vertrag mit AEG unterschrieben." Und er sagte: "Ja, ich bin sehr glücklich darüber." Er sagte: "Ich tue das für meine Kinder. Denn sie haben mich nie performen sehen. Also will ich ihnen zeigen, warum mich die Menschen dauernd in Autos jagen. Sie haben Fragen dazu..." Ich sagte: "Das ist eine gute Idee." Ich bot ihm nie meine Dienste an oder so. Ich bat nicht darum, da involviert zu werden und fragte nicht, ob er diesen anderen Deal [mit AllGood Entertainment] machen will. Im März rief er mich dann an und sagte: "Kennst du Randy Philips?" Ich sagte, nein. "Ich weiß, wer er ist, aber um die Wahrheit zu sagen, haben sich unsere Wege nie gekreuzt. Als ich damals dein Manager war, war Randy anderweitig tätig. Er war, glaube ich, Rod Stewart's Manager."
Raffles: Ja, die Rolling Stones oder Rod Stewart.
Frank: Ich sagte also nein, ich kenne ihn nicht. Er fragte mich, ob ich ein Konferenzgespräch mit ihm und Randy machen würde. Ich sagte: "Ja, aber worum geht's?" Man macht ja nicht ein Konferenzgespräch, nur um ein Konferenzgespräch zu machen. Er sagte: "Nun ja, ich will wissen, ob du wieder mein Manager sein willst." Ich sagte: "Ja klar, aber was steht an?" Und er sagte: "Du weißt ja, ich mache jetzt die Konzerte und ich brauche Hilfe. Du weißt, wie man das alles macht, du weißt was ich will." Am nächsten Tag hatten wir das Konferenzgespräch. Michael und sprachen, Randy hörte meist nur zu und wir wurden uns telefonisch vorgestellt. Randy sagte zu Michael: "Es scheint so, dass du mit Frank ein sehr ungezwungenes Verhältnis hast." Und Michael sagte: "Absolut. Randy, ich hätte ihn nie feuern sollen. Ich lieb den Typ! Er ist ehrlich. Ich liebe seine Frau, seine Kinder. Er soll mein Manager sein." Randy fragte mich, wann ich rüber kommen kann. Ich sagte: "Nächste Woche. Ich muss hier noch einige Dinge abschließen." Das tat ich dann und flog rüber. Ich traf Randy am Tag nachdem ich angekommen war. Sie begannen mit den Proben und ich war bis zu Michaels Tod jeden Tag dabei. Was also irgendwelche Verschwörungen oder ähnliches angeht: wie sollte das möglich sein? Ich hatte den Typ vorher nie getroffen! Wir haben uns nie gegen sie verschworen - das ist ja ein Witz! Diese Dinge werden so oder so vor Gericht geklärt werden.
Raffles: Wann auch immer es dann soweit ist.
Frank: Nein, das kommt jetzt relativ bald. Das wird geklärt.
Raffles: Ok. Kannst du uns etwas über Dr. Tohme sagen? Seine Rolle, was Michael angeht. Hat er immer noch mit Michaels Angelegenheiten und Geschäften zu tun? Er scheint immer noch präsent zu sein. So gar im Film. Ist er...
Frank: Wie im Film? Der ist doch nicht im Film?
Raffles: Als sie in London ankamen...
Frank: Oh, er ist da zu sehen?
Raffles: Ja.
Frank: Oh, das habe ich übersehen. Es war folgendermaßen. Michael sagte mir, dass wir einen Doktor für ihn engagieren müssen, wenn es nach London geht. Und sagte: "Ok. Wofür?"
Raffles: Du redest nicht von Dr. Tohme...
Frank: Nein, nein. Einfach nur "ein Doktor". Ich wusste damals nicht, dass es um Murray gehen würde. Ich fragte ihn, wozu er einen Arzt braucht. Er sagte: "Frank, wenn ich krank weder, Fieber kriege... Wir brauchen einen Arzt vor Ort, der aufpasst, dass ich richtig esse, genug Flüssigkeit zu mir nehme..." Und ich sagte: "Ok, das kann ich nachvollziehen." Es gingen einige Monate vorbei. Ich kannte den Doktor nicht. Aber es war ein Arzt, den er in Vegas getroffen hatte. Ich glaube, so wird es zumindest gesagt, dass Michael ihn damals kennen lernte, als eines seiner Kinder eine Erkältung hatte oder sich nicht wohl fühlte. Und so traf er ihn und was auch immer da an Freundschaft war, ist wohl daraus entstanden. Als wir uns dann langsam begannen, uns für den Trip nach London vorzubereiten, fragte Michael mich, ob ich schon einen Arzt gefunden habe. Ich sagte zu ihm: "Ich glaube, wir suchen uns einen Arzt, wenn wir drüben sind. Wir fliegen dafür einfach eine Woche vorher hin." Er sagte: "Nein! Ich brauche da meinen eigenen Arzt." Und ich sagte: "Um dir die Wahrheit zu sagen, ich wusste gar nicht, dass du einen eigenen Arzt hast. Wer ist dein Arzt?" Er sagte: "Dr. Murray". Also sagte ich: "Du musst mir seine Nummer geben." Also bekam ich seine Nummer. Und Dr. Murray wollte ein exorbitant hohes Gehalt, um seine Praxen zu schließen und mit seiner Familie 8 Monate lang in London zu leben. Die genaue Zahl erwähnte er gegenüber einer der Personen, mit denen wir verhandelten und ich sagte, dass wir sowas niemals zahlen würden. Ich ging dann zu Michael sagte, was für einen Betrag er fordert. Michael sagte: "Ist das dein Ernst?" Ich sagte zu ihm: "Für das Geld setze ich mich noch heute Abend in einen Flieger, fliege nach London und kaufe dir ein Krankenhaus!" Er fing an zu lachen und sagte dann: "Das ist lächerlich. Finde einfach einen gemeinsamen Nenner. Wir verhandelten also weiter und handelten ihn runter und er verlangte einen neuen Betrag. Ich schrie ihn an: "Nein, der Höchstbetrag, den der Künstler zahlen will, ist Eins-Fünfzig." Er akzeptierte. So, und der Vertrag... Er [Dr. Murray] wurde am Ende nie bezahlt, weil Michael von uns ging. In den letzten zwei Wochen als Michael noch am Leben war, verhandelte [Dr. Murrays] Anwalt mit AEG. Denn sie zahlten ja das Geld an Michael, von dem er Murray bezahlen wollte. AEG hatte ihn aber nicht engagiert. Sie hatten nicht den leisesten Schimmer einer Ahnung, wer er war. Er [Murray] bekam absolut kein Geld, denn einen Vertrag hat weder er noch Michael je unterzeichnet. Und wie ich ihn zum ersten mal traf war folgendermaßen: Ich traf ihn das erste mal mit Randy und Kenny Ortega und so weiter. Ein Mitglied des Teams - ich will ihren Namen nicht nennen - sagte zu mir, dass sie sich sorgen macht um Michael und seinen Zustand. Und ich sagte zu ihr: "Lass das in meinen Händen, ich kläre das ab." Ich ging zu Michael, sprach mit ihm darüber. Er sagte: "Nein, es geht mir gut. Ich trinke jeden Tag Rote Beete Saft, esse Müsli..." und so weiter. Ich sagte: "Ok. Aber wir sollten uns mal mit diesem Arzt treffen. Gib mir seine Nummer." Das war das erste mal, dass er mir die Nummer gab. Ich rief den Arzt an und setzte mit ihm ein Meeting in Michaels Haus fest. Michael war auch dabei. Ich fragte ihn: "Herr Dr., was ist los? Kriegt er seine Vitamine? Verliert er an Gewicht?" Der Arzt sagte: "Nein! Er wiegt 140 Pfund! Es geht ihm gut! Er isst dieses, er isst jenes..." Michael stimmt ihm zu. Und ich sagte zu dem Arzt im Scherz: "Übrigens, was für eine Art Arzt bist du eigentlich?" Er sagte: "Ich bin Kardiologe." Ich sagte: "Was, ein Herz-Arzt?" Er sagte: "Ja." Und ich sagte: "Oh klasse! Michael, das ist ja super! Ich hatte drei Herzinfarkte, wir brauchen den Typ!" Und Michael war überrascht, er hatte keine Ahnung, dass ich 3 Herzinfarkte gehabt hatte. Der Arzt fing an zu lachen und so weiter. Aber er versicherte jedem im Raum, dass es Michael gut ging, er trainierte jeden Tag mit Lou Ferrigno, Travis kam ab und zu rüber und machte Workouts mit [Michael]. Michael sollte im Studio nichts machen, was er nicht zu Hause machen kann. Er musste dadurch erst zwischen 4 und 6 Uhr bei den Proben auftauchen. So konnte er mehr Zeit mit seinen Kindern zu Hause verbringen. Und jeder in dem Raum war damit zufrieden. Ich ging zurück zu der Person [die sich über Michael Sorgen machte], erzählte ihr von dem Meeting und sagte ihr Wort für Wort, was der Arzt gesagt hatte. Und der Arzt sagte uns das allen. Er war sehr überzeugend. Und Michael betonte: "Es geht mir gut! Hört auf, euch Sorgen zu machen! Ich brauche ein bestimmtes Gewicht und einen bestimmten [Körper]Look um zu tanzen. Das war's aber auch schon." Was soll man da machen? Wenn er es sagt und sein Arzt es sagt - was soll ich da machen? Sagen, dass ich es trotzdem nicht glaube?
Raffles: An dem Tag - am 25. Juni. Was ging in dir vor, als du "den Anruf" erhieltest?
Frank: Da das ein Tag war, an dem wir nicht um 4 Uhr im Staples Center sein mussten, war ich im Beverly Hilton Hotel und hatte ein frühes Mittagessen. Es war so gegen 11:30 Uhr. Ich saß gerade am Tisch mit einem Freund. Und da rief mich ein Fan an und sagte: "Weißt du, dass vor Michaels Haus ein Krankenwagen steht?" Ich sagte, nein. Sie sagte: "Na ja, da ist halt ein Krankenwagen!" Ich sagte: "Lass uns auflegen und ich rufe Michaels Assistent an und frage, was los ist." Ich rief "Brother Michael" an und fragte: "Ist da eine Krankenwagen auf dem Grundstück?" Er sagte: "Ja, ich bin gerade auf dem Weg dorthin von meinem Appartement. Es gibt scheinbar ein Problem. Aber sein Arzt ist ja da." Ich sagte: "Ok, ich bin auf dem Weg." Ich musste noch mal hoch in mein Zimmer, um mir ordentliche Hosen anzuziehen - ich hatte nur Shorts an. Ich rief unterwegs Randy Philips an. Ich sagte: "Randy, ich habe keine Ahnung was los ist, aber da ist ein Krankenwagen vor Michaels Haus. Ich weiß, du wohnst in Beverly Hills. Fahr da sofort hin. Ich bin auf dem Weg, aber du kommst schneller hin als ich." Ich legte auf. Er war gerade bei dem Reinigungsservice und fuhr zu Michael nach Hause. Ich holte meinen Wagen und fuhr raus. Michael wohnt in Holmby Wood oder wie auch immer das heißt... [Es heißt Holmby Hills] Ich bin da des öfteren hingefahren worden. Manchmal folgte ich auch einfach jemandem, damit ich wusste, wie ich wieder zurück komme. Ich bin da insgesamt vielleicht zwei mal hingefahren. Ich bin dann irgendwo falsch abgebogen.
Raffles: Die Straßen sehen da alle gleich aus...
Frank: Ja, sie sehen alle gleich aus. Ich kam also von hinten rum und brauchte daher dann etwa eine Minute länger. Ich kam also an und die Tore standen weit offen und das Sicherheitspersonal stand draußen. Ich fragte: "Wo ist der Krankenwagen?" Sie sagten: "Sie haben Michael ins Krankenhaus mitgenommen." Ich wusste nicht welches. In meinem Kopf war Cidars[-Sinai Medical Center]. Ich dachte mir, ich ruf lieber Randy an. Ich rief ihn also an. Ich fragte ihn: "Bist du schon am Haus gewesen?" Er sagte: "Ja, ich folge dem Krankenwagen." Ich sagte: "Geht's zum Cidars?" Er sagte: "Nein, zum UCLA." Ich sagte: "Ok, ich bin unterwegs." Auch hier wusste ich nicht genau, wo das war. Trent rief mich an - Mrs. Jacksons Fahrer. Und etwas... Nein, tut mir leid. Mrs. Jackson rief mich an. Sie sagte: "Ich habe gehört, sie haben meinen Sohn ins Krankenhaus gebracht." Ich sagte: "Ja, Katherine, das stimmt." Sie fragte: "Soll ich kommen?" Ich sagte: "Ich weiß nicht, was da los ist. Gib mir eine Minute und ich ruf dich zurück." Drei Minuten später, während ich immer noch fuhr, rief ihr Fahrer an. "Frank, was ist los," fragte er. Ich sagte: "Trent, ich weiß es nicht. Sag Katherine, sie soll kommen. Fahr sie hier runter, zum UCLA. Es ist besser, wenn sie kommt." Ich wusste ja immer noch nicht, was los war. Ich kam am Krankenhaus an. Da waren viele Sicherheitskräfte vom Krankenhaus, die haben alles abgesperrt. Niemand kam rein. Randy wartete auf mich bei der Notaufnahme. Ich kam rein, begrüßte ihn und fragte, was los ist. Er sagte, er wisse es nicht. Wir gingen dann ins Krankenhaus. Man ließ uns durch, weil man wusste, wer wir sind. Alle anderen wurden zurückgehalten. Wir kamen in diesen kleinen Raum, hörten, wie sie an ihm arbeiteten. Wir dachten, er ist am Leben. Und der Rest... Mrs. Jackson kam erst ca. 40 Minuten später, weil sie ja aus dem Valley kam [Hayvenhurst, das Familienhaus liegt außerhalb von Los Angeles]. Auf sie warteten ein Sozialarbeiter, ein Rollstuhl und ein Kardiologe. Ich wusste, dass sie ein schwaches Herz hat und ich wollte nicht, dass sie laufen muss.
Raffles: Wow...[atmet tief durch] Was ist deine Rolle bei Sony/ATV. Hast du Raymone Bain [als Vorsitzende] abgelöst, oder ist sie immer noch im Vorstand?
Frank: Nein, Raymone Bain und Dr. Tohme sind nicht mehr im Vorstand. Ich bin im Vorstand, weil Michael dort platziert hat. Mich und Joe Katz. Er [Katz] war sein Anwalt zu der Zeit. Er [Michael] hat das alles schriftlich mit ihm ausgemacht. Wir waren gerade dabei, uns vorzubereiten, Sony Music auf diverse Ausgaben und ähnliches anzusprechen.
Raffles: Arbeitest du für AEG?
Frank: Habe ich nie und tue es jetzt auch nicht. Michael Jackson hat mich eingestellt, Michael Jackson hätte mich bezahlt. Das Geld wäre von AEG gekommen, weil sie ja Michael einen Vorschuss gaben. Bis zu diesem Moment bin ich noch nicht bezahlt worden. Ich werde mein Geld kriegen, das klären wir schon noch. Aber ich bin kein Angestellter von AEG.
Raffles: Bist du in positiver Beziehung zur Familie und dem Estate?
Frank: Ich glaube, ich bin in positiver Beziehung zu beiden. Ich bin sicher, dass es in der Familie Leute gibt, die mich mögen und welche die mich nicht mögen. Aber die meisten aus der jüngeren Generation mögen mich und respektieren mich und erkennen die Arbeit an, die ich für ihren Onkel getan habe. Der Estate respektiert mich und ich habe auch das Gefühl, man mag ich auch dort. Und ich hoffe, eines Tages mit ihnen zusammenarbeiten zu können.
Raffles: Ich kann dir sagen, dass alle Vorsitzenden aller Fanclubs, mit denen ich gesprochen habe: Australien, China, Portugal, Italien, Spanien, Holland, Deutschland, England... Sie alle haben mich gebeten, dir Danke dafür zu sagen, dass du für Michael da warst.
Frank: Das ist sehr lieb von ihnen. Es ist nicht etwas, wofür ich Dank verlange. Er war jemand, den ich liebte und respektierte. Und er war mein Freund. Manche Leute denken, er war einfach nur mein Klient. Aber er war nicht einfach nur ein Klient. Er war mein Freund.
Raffles: Nun, sie sehen zu dir auf. Seit den Thriller Tagen... Und sie wollen wissen, ob es etwas gibt, was du sagen möchtest.
Frank: Dass sie Fans bleiben sollen und uns unterstützen sollen. Denn wir werden dafür sorgen, dass sein Vermächtnis für immer bleibt. Wir tun alles was wir können, um dafür zu sorgen, dass alles, was mit Michaels Namen rauskommt, geschmackvoll ist. Wir tun das jetzt für die Kinder. Wir tun es, wie Michael sagte, mit L.O.V.E. [Liebe].
Raffles: Frank, danke für alles.
Frank: Es war mir ein Vergnüngen, Danke.