EXKLUSIV: deutsche Übersetzung der aktuellen französischen Sonderausgabe der Black & White!

  • So, hab nochmal die letzte Seite (61) etwas optimiert, war zuletzt etwas zugedröhnt von dem Ganzen, und konnte einfach nicht mehr... habs mir dann nach einer Pause nochmal quasi "nüchtern" und bei klarem Kopf nochmal durchgelesen und verfeinert, jetzt glänzt es so richtig, hihi! :)


    Ja, die letzte Seite ging mir auch nah... das wars übrigens, der "Leitartikel" ist vorbei, es folgen dann noch Interviews mit Leuten wie Brad Buxer, Nick Brandt, u.a. Wird demnächst noch nachgeliefert! :) Ganz zum Schluss gibts traditionsgemäß "Call Hector", aber das haben wir ja längst, damit hatte ich ja angefangen. Was ich eigentlich so zum Spass gemacht hatte, und nicht erahnt hätte, dass mich dann doch so sehr die Lust packen würde, und ich das ganze Magazin "auffressen" würde, lach. ;)


    Gewissermaßen spielte aber auch die Enttäuschung und der Protest eine Rolle, dass man bereits zum zweiten Mal die deutschen Fans ausschloss. (Nach der letzten regulären Ausgabe 2001, die ebenfalls nicht mehr auf Deutsch erschienen war). Das ist gewissermaßen unfair, nachdem man uns doch in den 90ern stets mit einer deutschen Version versorgte, und wir uns doch als ein gutes, treues zahlendes Publikum erwiesen haben, oder nicht?


    Wenigstens fairnesshalber hätte man doch auch einige deutsche Exemplare herstellen können, auch wenn vielleicht die Kohle nicht mehr so rattert wie einst. Wobei diese letzte Ausgabe garantiert gut gelaufen wäre, angesichts der traurigen Umstände und des plötzlich neu erweckten Interesses an Michael Jackson...


    Deswegen dachte ich mir eben, OK, machste eben selber eine deutsche Ausgabe, das Handwerk dazu haste ja!


    Das ist wirklich eine harte Arbeit, Ihr müßtet mal das "making of" sehen, also wie lange es dauert und wie man teilweise kämpfen muss, ehe man zu der Version gelangt, die Ihr letztlich zu lesen bekommen habt! :) Teilweise krepiert man regelrecht und kann einfach nicht mehr, die Augen brennen, und man sieht überhaupt nichts mehr am Monitor lol...
    Das ist ähnlich wie Michael mal sagte, dass die Leute die Arbeit, die hinter einem Produkt steckt, nicht mitbekommen.


    Erstmal setzt man eine rohe erste Version auf. Teilweise lässt man unglückliche Formulierungen stehen, in dem Wissen, dass man es eh mehrmals prüfen wird, und einem erst beim "drüber lesen" der optimale Ausdruck einfällt. Dann feilt man immer weiter, allein Seite 61 bin ich insgesamt bestimmt 15-20 Mal durchgegangen und habs immer wieder optimiert. Manchmal steigt man überhaupt nicht durch, muss teilweise Speziallexika heranziehen, oder wenn gar nichts mehr geht, googeln und schauen, ob so ein Ausdruck irgendwo steht... dann liest man es sich erneut durch, und wartet auf einen Geistesblitz, bis man plötzlich versteht, was die meinen... welch Freude, wenn es einem dann meist gelingt, eine schwere Passage zu knacken! :)


    Ziel ist ja immer, dass es nicht nur eine richtige, sondern auch gute Übersetzung wird. (idiomatisch) Es sich also angenehm liest, und wirklich einigermaßen nach gutem Deutsch klingt! :)


    Und wenn das alles wirklich endgültig fertig ist, habe ich noch ein Extra-Zuckerl für Euch, das verrate ich aber noch nicht... ;)

  • Laurent, nochmals vielen, vielen lieben Dank für all deine Mühe!!! :ehre:ehre


    Hoffe, dass ich das Heft demnächst erhalte und dann kann ich dank dir auch alles verstehen! :top


    Und auf die kleine Überraschung bin ich auch schon sehr gespannt. :D

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    Übersetzung Seite 62-63: (erstellt von BritBrit, mjackson.net – Forum, ergänzt und leicht modifiziert von Laurent)


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    Interviews



    Mick Garris
    Regisseur (Is This Scary, Ghosts)


    1993 macht sich der King of Pop an die Umsetzung des Clips Is This Scary?, der eigentlich das Erscheinen des Films „Die Addams Family in verrückter Tradition“ promoten sollte. Aber als im August die Chandler-Affäre losbricht, ist Michael gezwungen, dieses ehrgeizige Projekt aufzugeben, das drei Jahre später wiederbelebt wird. Aus Is This Scary? wird also Ghosts, und für die Inszenierung ist Stan Winston zuständig. Was hatte es mit Is This Scary? auf sich? Black & White führte ein Interview mit dem Regisseur Mick Garris, der mehrere Monate lang an der Seite des King of Pop an diesem Projekt arbeitete.



    Unter welchen Umständen haben Sie Michael zum ersten Mal getroffen?
    Ich lernte Michael beim Dreh von Thriller kennen. John Landis, der zu meinen guten Freunden gehört, lud mich ein, um beim Dreh einiger Szenen mitzuwirken. Eines Tages schlug John mir vor, in einer Szene mitzuspielen, und so kam es dazu, dass meine Frau Cynthia und ich, wir auf einmal die Zombies spielten! Als Michael in das verlassene Haus einbricht, in dem Ola Ray Zuflucht sucht, sieht man mich und meine Frau an seiner rechten Seite!


    Was haben Sie als erstes über Michael gedacht?
    Am Drehort war Michael sehr ruhig und zurückhaltend. Er redete nicht viel und schien sehr schüchtern zu sein. Aber wenn dann die Kamera lief, sah man einen ganz anderen Menschen. Sobald John „Action“ schrie, kam sein riesiges Talent zum Vorschein. Das war ein ergreifendes und fesselndes Spektakel.


    Hatten Sie damals den Eindruck, dass Sie gerade an einem Werk teilnahmen, dass Geschichte schreiben sollte?
    Wir wussten, dass Thriller anders war als alles was an Videoclips gemacht worden war, das ist sicher. Aber keiner von uns, außer vielleicht Michael, konnte sich vorstellen, dass wir an einem historischen Moment teilnahmen.


    Wie nahm Michael wieder Kontakt mit Ihnen auf, um das zu drehen, was später Ghosts wurde?
    1993 suchte Michael einen Regisseur, um den Clip zu Is This Scary? zu drehen, ein Song, der eigentlich für den Original-Soundtrack von „Die Addams Family in verrückter Tradition“ gedacht war.
    Michael hatte gerade an dem Szenario des Clips mit Stephen King gearbeitet, den ich gut kannte, da ich seinen Roman „The Stand – Das letzte Gefecht“ als Miniserie verfilmt hatte. Stephen erzählte Michael von mir, und wir trafen uns. So begann das Abenteuer…


    Inwiefern unterschied sich das Is This Scary? – Projekt von der Ghosts-Version, die wir heute kennen?
    Das Gesamtgerüst war in etwa dasselbe, von einigen kleinen Einzelheiten abgesehen. Zum Beispiel gab es die Figur des Bürgermeisters nicht, die Michael später hinzufügte. Aber es gab sehr wohl eine Gruppe von wütenden Einwohnern, die ihn aus der Stadt jagen wollten. Zwei von ihnen wurden von Troy Evans und Ken Jenkins gespielt, die mit mir an „The Stand – Das letzte Gefecht“ gearbeitet hatten. Da der Clip zeitgleich mit „Die Addams Family in verrückter Tradition“ erscheinen sollte, gab es auch Parallelen zum Film. Christina Ricci und Jimmi Workman, die jeweils die Rollen von Mercredi und Pugsley spielen, waren in dem Clip. Christina war damals 12 Jahre alt, und der Dreh machte ihr viel Spaß, da sie jedoch gerade einen anderen Dreh in New York beendet hatte, war sie todmüde.


    Was waren Michaels Ambitionen für diesen Clip?
    Er wollte einfach nur den gruseligsten Kurzfilm machen, der jemals inszeniert wurde. Aber vor allem fühlte ich, wie sehr ihm die angesprochenen Themen am Herzen lagen, nämlich der Hass der Menschen auf alles, was anders ist, das Leiden, das aus dem Gefühl hervorgeht, ein Außenseiter zu sein. Das war ein sehr persönliches Werk, das er vollständig aus seiner eigenen Tasche bezahlte. Was die Leute nicht wissen, ist, dass diese drei Produktionsjahre Ghosts zu dem teuersten inszenierten Clip überhaupt machten. Is This Scary? / Ghosts dürfte ihn mindestens 15 Millionen Dollar gekostet haben...


    Bevor die Produktion aufgrund der Chandler-Affäre gestoppt wurde, welche Szenen waren schon gedreht?
    Wir haben vor allem Szenen draußen gedreht, in denen die Bewohner sich zu Michaels Haus begeben. Wir arbeiteten auch an zahlreichen Szenen mit Spezialeffekten, etwa an der, wo Michael seine Zunge rausstreckt und sein Gesicht deformiert. Aber praktisch nichts von dem was wir gedreht hatten, wurde für die Version von Stan Winston beibehalten, die er drei Jahre später machte.


    Sie hatten also keine Zeit damals die Szenen mit der Musik zu drehen?
    Leider nein. Doch ich nahm teil an den langen Proben dieser Nummern, die nichts mit denen, die Sie heute kennen, zu tun hatten. Die Choreographien, die sich Michael vorstellte, waren völlig anders. Zu dieser Zeit war Michael ausgesprochen interessiert am „Step Dance“, ein neuer Tanzstil, der von der Straße kam. Die Choreographie von Is This Scary? war von diesem Stil inspiriert, von dem Michael Fan war. Er wandte sich an Tänzer von der Straße, die sich damit bestens auskannten, um ihn bei den Tanznummern zu begleiten. Im ursprünglichen Clip gab es so gut wie keine professionelle Tänzer.


    In welcher Verfassung war Michael während des Drehs?
    Er hatte gute Laune, war fröhlich und sehr aufgeregt wegen dieses Projekts. Der Stopp des Drehs war umso schwerer für ihn...


    Was passierte dann später?
    In den nachfolgenden drei Jahren rief Michael oft bei mir an und erzählte mir von seinem Wunsch, dieses Projekt zu vollenden. Es wurde sehr wichtig für ihn, fast lebenswichtig, angesichts dessen, was er gerade erlebt hatte und der angeschnittenen Themen in dem Film. (In der Tat interessant diese Info, bereits vor Jahren bestätigte Black & White, dass das Script für Ghosts bereits VOR dem Chandler-Skandal geschrieben war, auch wenn man das Gegenteil vermuten könnte, angesichts der diversen entsprechenden Anspielungen in dem Film. Möglicherweise hat Michael sie später aber auch noch verstärkt, man denke etwa an die Sätze wie „Don’t you like it, when I do my little... you know...“ Anm. des Übersetzers) Er hielt sehr daran fest, und redete ununterbrochen davon. Leider war ich, als die Produktion von Neuem in Gang kam, nicht mehr verfügbar, denn ich drehte zu der Zeit die Miniserie „The Shining“. Ich hätte sehr gerne zu Ende gedreht, aber bei Stan Winston wusste ich, dass das Projekt in guten Händen war.


    Während all der Jahre, in der Sie mit Michael in Kontakt geblieben sind, müssen Sie eine privilegierte Verbindung zu ihm aufgebaut haben...
    Ja, wir waren viele Jahre ständig in Kontakt und ich kann sogar sagen, dass wir Freunde geworden sind. Michael war fasziniert vom Kino und sein großer Traum war es, einen Film zu realisieren. Einmal rief er mich an, damit ich ihm einen Regiekurs gebe. Er wollte sogar, dass wir zusammen einen Film realisieren. Ich sagte ihm: „Mike, ich wäre glücklich, mit dir zu arbeiten als Produzent oder Drehbuchautor, aber einen Film realisiert man alleine, also fang alleine damit an". Wir hatten zwei oder drei gemeinsame Filmprojekte, aber es wurde nichts aus ihnen…


    Haben Sie festgestellt, dass Michael nicht mehr wirklich derselbe war nach der Chandler-Affäre?
    Michael war immer dieser sanfte und unglaublich nette Mann, den die ganze Welt kennt. Aber ich fühlte bei ihm immer eine große Zerbrechlichkeit, eine so sensible Empfindsamkeit, also stellen Sie sich ein wenig vor, was er fühlen musste, als die Presse ihn mit diesem Dreck in Verbindung brachte… Ich weiß auch, dass er bereits früher Schlafprobleme hatte. Manchmal, während der Arbeit an der Vorproduktion von Is This Scary?, sagte er unsere Verabredungen ab, denn er hatte in der Nacht nicht geschlafen und fühlte sich schwach. Das hatte vielleicht mit diesem enormen Druck zu tun, den er immer auf seinen Schultern zu haben schien. Ich glaube, dass das eine Auswirkung auf seine körperliche Gesundheit hatte. Die letzten Male, als Michael und ich redeten, konnte ich bei ihm eine gewisse Melancholie spüren, eine Nostalgie nach all den vorübergegangenen Jahren. Aber er war immer noch so nett und aufmerksam. Was ich als Erinnerung von ihm behalten habe, ist sein so offenes und mitteilsames Lachen. Beim Dreh von Is This Scary? bat er mich oft, Bullwinkle zu imitieren, eine animierte Figur, die er liebte. Das brachte ihn sehr zum Lachen... Wenn ich an ihn zurückdenke, fällt mir als erstes dieses außergewöhnliche Lachen ein.



    Kommentar Photo unten, Seite 62:


    Mick Garris traf Michael beim Thriller-Video, in dem er einen Zombie spielte. Es ist sein Kopf, der auf diesem Photo von Michaels Schulter hervorblickt!


    Text(auszug) unterhalb des oberen Bildes, Seite 63:


    „Bei den letzten Malen, als ich Michael sah, konnte ich bei ihm eine gewisse Melancholie spüren, eine Nostalgie nach all den vorübergegangenen Jahren...“


    (Eigentlich eine Riesen-Schande, dass Ghosts, der zwar auch seine Schwachstellen hat, bis heute nicht auf DVD veröffentlicht wurde. Und letztlich für Michael ein totales Verlustgeschäft war. Da gäbe es tonnenweise Material, auch gibt es eine Version von 1996, die nur in ausgewählten US-Kinos lief, die nicht unerheblich von der 97er Version abweicht, etwa hinsichtlich diverser Spezialeffekte, ja selbst der Farbton des Films war ein wenig anders.
    1996 war Ghosts zudem zeitweise so konzipiert, dass es als Video zu „2 Bad“ fungieren sollte, auch war 2 Bad 1996 als Single, zumindest in den USA, geplant. An den Stellen, wo 1997 im Nachhinein im Hauptfilm die Songs Ghosts sowie Is It Scary hinzugefügt wurden, lief jeweils abermals 2 Bad bzw. ein Dub-Remix davon. Lediglich die erste Tanzsequenz, nämlich zum Song 2 Bad, ist in beiden Versionen gleich. Der Song Ghosts tauchte in der 96er Version lediglich im Abspann auf, der Song Is It Scary war überhaupt nicht zu hören. Anm. des Übersetzers)

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    Übersetzung Seite 65-67: (erstellt von BritBrit, mjackson.net – Forum, ergänzt und leicht modifiziert von Laurent)


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    Interview mit Nick Brandt
    Regisseur (Childhood, Earth Song, Stranger in Moscow, Cry, One More Chance)


    Obwohl er beim großen Publikum unbekannt ist, ist Nick Brandt der Regisseur, der die meisten Clips von Michael Jackson realisiert hat. Insgesamt fünf, davon ein unvollendeter. Nach einer kurzen Karriere in Hollywood, wo er hauptsächlich für den King of Pop arbeitete, legte der englische Regisseur seine Kamera weg, um sich seiner wirklichen Leidenschaft zu widmen, der Photographie. Heute ist er ein weltbekannter Künstler, besonders für die überwältigenden Portraits von Tieren, die er in Afrika gemacht hat.



    Das erste Video, das Sie für Michael Jackson gedreht haben, war Childhood. Wie verlief die erste Zusammenarbeit?
    Sehr gut. Ich hatte sehr viel Glück, Michael liebte das Endergebnis. Wir drehten das Video in einem Wald, im Herzen eines Naturparks, eine Autostunde nördlich von Los Angeles entfernt. Der gesamte Clip war in einer Woche zu Ende gedreht. Wir verbrachten vier Nächte draußen im Wald, dann zwei Tage im Studio, um die fliegenden Boote an der Bluescreen zu filmen. Aber Michael war dabei nicht anwesend.


    Hat Michael bei der Inszenierung dieses Clips teilgenommen?
    Nein. Ich schlug ihm das Konzept vor und es gefiel ihm. Ihm gefiel die Idee vom Wald bei Nacht, und den Kindern, die davonfliegen wollten. Das ist eine Metapher für Kindheitsträume. Die Vorstellung, stets seine Träume zu verfolgen, berührte Michael sehr. Er überließ mir die Inszenierung und den Schnitt. Ich zeigte ihm das Endresultat und es sagte ihm zu.


    Ihre nächste Zusammenarbeit war beim Earth Song. Wie kam das Projekt zustande?
    Die Botschaft des Liedes hat mich tief berührt, weil ich mich sehr für die Umwelt einsetze. Da ich das Stück wirklich außergewöhnlich fand, setzte ich mich mit Michael in Verbindung, und schlug ihm eine Umsetzungsidee für den Clip vor. Ich hatte immer noch Glück, meine Idee gefiel ihm sehr...


    Wie verlief der Dreh?
    Ungefähr sechs Wochen lang durchstreiften mein Team und ich die Welt auf der Suche nach Umgebungen, wo wir drehen konnten. Nachdem wir auf Drehortsuche waren, drehten wir 2 Tage lang in jedem Land. Wir gingen nach Amazonien, Tansania, Kroatien und wir drehten die Sequenzen mit Michael am Schluss in New Jersey.


    Was denken Sie über das Endresultat?
    Sobald man ein zauberhaftes Lied hat, hat man schon ein exzellentes Szenario: Die Hälfte der Arbeit ist schon getan. Im Falle vom Earth Song entschied ich, mich von der erzählerischen Struktur des Liedes führen zu lassen. Es dauert 6:40 und es enthält einen linear dramatischen Verlauf. Es hat einen gut definierten Anfang, eine Mitte und ein Ende. Das ist es, was mir an dem Video so gefällt, nämlich dass wir diese Struktur beibehalten haben, und die emotionale Wirkung der Musik mit starken Bildern betont haben. Wiederum gibt es kleine Sachen, mit denen ich nicht zufrieden bin, wie einige Spezialeffekte, die veraltet sind. Ebenso mag ich die Beleuchtung des verbrannten Feldes, in dem Michael seine Sequenz gedreht hat, überhaupt nicht...


    Das heißt?
    Die Kulisse ist zu stark beleuchtet. Das ist ein Problem, das ich immer mit Michael hatte. Er verlangte, immer überbelichtet zu sein. Er wollte stark beleuchtet werden, um einige Details seines Gesichtes zu beseitigen. Das gehörte zu den seltenen, frustrierenden Dingen, die er mir aufzwang. Er bestand darauf, dass diese starken Scheinwerfer auf ihn gerichtet waren. Das passte überhaupt nicht zu dem Licht der Kulisse, dem Konzept des Videos oder der Stimmung des Songs. Aber er hielt daran fest!
    (lach, Nicolas Brandt sollte sich Michaels Wetten Dass – Auftritt 1999 ansehen, das wird ihm sicherlich gefallen lol... hier schießt Michael was „Überbelichtung“ anbelangt bekanntlich den Vogel ab.. loool, Anm. des Übersetzers)


    Schätzte Michael das Endresultat?
    Er war sehr glücklich als er das fertige Video sah. Wirklich sehr glücklich.


    1996 waren wir beim Dreh des Clips Stranger in Moscow dabei, wo wir uns kennengelernt haben. Welche Erinnerung haben Sie an den Dreh?
    Da gibt es viele. Aber diejenige, die mir jetzt einfällt, ist, als Michael unter dem künstlichen Regen vor der Bluescreen singt. Während er sang, stampfte er mit dem Fuß auf dem Boden. Aber so stark, dass der künstliche Asphalt unter seinen Füßen kaputt ging! Er zerstörte die Kulisse.


    Wie kam der Clip zustande?
    Ich schlug Michael eine Idee vor und er nahm sie an. Das lief immer so. Ich schlug ihm nur eine einzige Idee vor, und falls sie ihm nicht gefallen hätte, hätte ich keine andere gehabt. Ich hatte also sehr viel Glück, so oft mit ihm zusammengearbeitet zu haben.


    2001 arbeiteten Sie erneut mit Michael, um den Clip zu Cry zu drehen. Das ist einer seiner unbekanntesten Clips. Wie kam er zustande?
    Wir drehten ihn kurz nach dem 11. September 2001. Ich schlug Michael dieses Konzept einer menschlichen Kette vor, die sich durch alle Länder zieht. Die Idee war die Menschen vereint zu zeigen. Das Thema passte zu den damaligen Umständen.


    Michael erscheint in der Endversion des Clips nicht. Es wird erzählt, dass er sich geweigert habe, zu erscheinen wegen des Konflikts, den er zu dieser Zeit mit Sony hatte.
    Nein, das hatte nichts mit Sony zu tun. Michael sollte eigentlich in dem Video erscheinen. Man sollte ihn in der Menschenkette sehen, auf den Felsen, in der Mitte des Clips. Wir drehten diese Sequenz im Norden von Kalifornien und er sollte uns dort treffen. Das Problem war, dass Michael verängstigt war durch die Attentatsrisiken nach dem 11. September. Er wollte sich nicht viel fortbewegen. Der Gedanke, einen Teil von Kalifornien zu durchqueren, um am Dreh teilzunehmen, machte ihm Angst. (blabla, der Mann hat keine Ahnung... Gibt hier dummes Zeug sowie wohl Michaels faule Ausreden wieder... Anm. des Übersetzers)


    Wie sind Sie mit seiner Abwesenheit umgegangen?
    Um ehrlich zu sein, war ich unglaublich erleichtert, als ich erfuhr, dass er nicht kommen würde! Ich dachte immer, dass das Video ohne ihn besser laufen würde. (Klar, natürlich, die Videos ohne Michael waren immer die besten, ist klar... Anm. des Übersetzers) Ich fand, dass seine Anwesenheit in der Menschenkette nicht notwendig war. Erstens, wenn er da gewesen wäre, hätte es den Verlauf des Drehs kaputt gemacht. Das Video ist eine Art fortlaufende Bewegung, die der menschlichen Kette durch verschiedene Orte folgt. Wenn Michael da gewesen wäre, hätte man einen Augenblick lang bei ihm stehen bleiben müssen. Außerdem wäre der Clip überbelichtet gewesen und die ganze Beleuchtung des Clips wäre wackelig gewesen.


    Störte sich Michael Jackson nicht daran, nicht im Clip zu erscheinen, obwohl es vorgesehen war?
    Um ehrlich zu sein, wollte ich von Anfang an eine Version des Clips ohne Michael inszenieren. Selbst wenn er beim Dreh dabei gewesen wäre, hätte ich ihm eine Version ohne ihn gezeigt, damit er sieht, dass das so besser funktioniert. Und so kam es letztlich auch. Am Ende des Drehs sahen wir uns und ich zeigte ihm den Clip, so wie ich ihn geschnitten und ihn mir vorgestellt hatte. Nachdem er ihn aufmerksam angeguckt hatte, fragte er mich, wann wir seine Sequenzen drehen würden, um sie dem Clip hinzuzufügen. Genau da erklärte ich ihm meinen Standpunkt. Ich sagte ihm, dass ich denke, dass es besser wäre, wenn er nicht im Clip wäre. Wegen der gegebenen Botschaft des Liedes und des internationalen Kontextes – es war kurz nach dem 11. September, erschien es mir bescheidener und folglich auch treffender, wenn er nicht im Clip erscheinen würde. Michael blieb einen Moment lang still, dachte darüber nach, was ich ihm gerade gesagt hatte. Und dann sagte er mit viel Bescheidenheit „Okay“. Und die Sache war geklärt.
    (lach... Brandt mag ja in allem Recht haben, was er so sagt, jedenfalls aus seiner Sicht... Michael aber wusste bestimmt, warum er kurz innehielt... Brandt checkte wohl nicht, dass es sich um einen Michael Jackson – Clip handelte, den er da drehte oder drehen sollte... Solche Clips ohne Michael gab es zwar schon davor zuhauf, aber doch nicht bei der zweiten Single des King Of Pop bitteschön... So was kann man allenfalls bei einer 7. oder 8. Single machen, siehe Man In The Mirror, Heal The World oder HIStory Remix oder Ghosts..., Michael spürte sicherlich, dass das Mist ist, ließ Brandt aber wohl machen, weil sich eh abzeichnete, dass Invincible keine große und v.a. keine lange Story werden würde... vielleicht dachte er sich, besser noch so ein Clip, als gar keiner mehr... Anm. des Übersetzers)


    Was kosteten diese Videos?
    Das teuerste war Earth Song mit einem Budget von 2,6 Mio $. Stranger in Moscow kostete 1,8 Mio. Cry, ich erinnere mich nicht mehr genau, aber ich glaube, es belief sich auf ungefähr 1 Mio. Genauso bei Childhood.


    Sie arbeiteten danach ein weiteres Mal mit Michael, am Clip zu One More Chance, der Ende 2003 in Las Vegas gedreht wurde, aber nie erschienen ist. Was war das Konzept des Clips?
    Das Video spielte sich in einem Aufführungssaal ab, aber die Rollen wurden getauscht: Das Publikum war auf der Bühne unter den Scheinwerfern und Michael war im Saal, da wo sich normalerweise die Zuschauer befinden. Also sollte er singen, um das Publikum zu überzeugen, damit sie ihm „eine letzte Chance“ („one more chance“) geben. Er musste sein ganzes Herz einsetzen, sie anflehen, während er von einem Tisch auf den anderen hüpft und tanzt.


    Wie weit waren Sie, als die Arvizo - Affäre losbrach, und der Dreh abgebrochen wurde?
    Die Dreharbeiten dauerten tatsächlich nur einen Tag. Am Abend des ersten Drehtages wurde Michael von der Polizei festgenommen. Ich habe nie wieder mit ihm gesprochen...


    Was hatten Sie schon alles abgedreht?
    Wir hatten alle Bilder von Michael von hinten gedreht wie er zum Publikum singt, das sich auf der Bühne befindet. Am nächsten Tag wollten wir ihn von vorne filmen.


    Haben Sie an anderen Projekten mit Michael gearbeitet, die nicht verwirklicht wurden?
    Ich glaube, ich habe Konzepte für zwei oder drei weitere Clips (vor 2003, Anmerkung der Redaktion) vorgeschlagen, aber sie wurden nicht angenommen. Ich erinnere mich nicht mehr für welche Songs, aber meine Ideen waren nicht so gut, deswegen bedauere ich auch nichts. Das was für mich zählt ist, dass ich das Glück hatte, die Songs zu inszenieren, die ich wirklich sehr liebe: Earth Song, Stranger In Moscow und Cry.


    Wenige Regisseure hatten die Gelegenheit, so oft mit Michael Jackson zusammenzuarbeiten. Welche Erinnerung haben Sie an Ihre Zusammenarbeit?
    Mit Michael zusammenzuarbeiten war zunächst eine riesengroße Freude, weil er mir viele Freiheiten ließ. Er schenkte mir auch sein ganzes Vertrauen. Mit ihm zu arbeiten, konnte aber auch aus zwei Gründen sehr schwierig sein. Einmal wegen dieser Beleuchtungsgeschichte. Es machte mich verrückt, dass er darauf bestand, immer überbelichtet zu sein. Und zweitens, er kam immer zu spät zum Dreh, sodass ich nicht mehr genügend Zeit hatte, das zu drehen, was geplant war und es immer so endete, dass ich meine Unterlagen zerriss und improvisierte.


    Wenn Sie an Michael zurückdenken, was fällt Ihnen ein?
    Ich werde niemals einen besonderen Moment vergessen. Das war beim Dreh zu Earth Song. Wir drehten nachts in New Jersey, mitten auf einem zerstörten Feld, wo alles abgebrannt war. Das war die letzte Sequenz des Liedes. Ich erinnere mich an die Stimmung beim Drehort. Überall waren all diese Techniker, sehr angewiderte und zynische Leute aus New York, die Michael gegenüber voreingenommen waren. Man konnte sogar eine gewisse Feindseligkeit ihm gegenüber spüren. Aber sobald die Musik lief und Michael anfing zu tanzen, drehten sich alle Köpfte zu ihm, alle erstarrten und ich sah, wie ihre Kinnladen herunterklappten. All diese Leute waren gefesselt von dem Spektakel dieses außergewöhnlichen Künstlers. Sie waren voller Bewunderung. Der ganze Rest war verschwunden. Das ist die Erinnerung an Michael, die ich behalten habe.



    Textauszug Photo oben, Seite 66:


    „Das Video spielte sich in einem Aufführungssaal ab, aber die Rollen wurden getauscht...“


    Textauszug Seite 67, oberhalb des Photos:


    „Er stampfte so stark, dass der künstliche Asphalt unter seinen Füßen kaputt ging!“
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    Übersetzung Seite 68-71:


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    Interview mit Colin Chilvers
    Regisseur (Smooth Criminal)


    Smooth Criminal gehört unbestreitbar zu den größten Erfolgen in Michael Jacksons Videographie. Für den Clip zeichnet sich Colin Chilvers verantwortlich, ein englischer Spezialist für Spezialeffekte, der zwei Jahre lang mit Körper und Seele in dieses ehrgeizige Projekt eintauchte, das selbst 20 Jahre später seinen Reiz nicht verloren hat...



    Wie kam es dazu, dass Sie den Clip zu Smooth Criminal realisiert haben?
    Zu jener Zeit arbeitete ich als Regisseur von Werbespots in Los Angeles. Einer von meinen Stammmitarbeitern, Kevin Pike, hatte gerade die Spezialeffekte für „Zurück in die Zukunft“ gemacht, und Michael hatte sich mit ihm in Verbindung gesetzt, um mit ihm Smooth Criminal zu besprechen. Michael war von den visuellen Effekten in „Zurück in die Zukunft“ sehr beeindruckt gewesen, und da eine seiner Ideen für den Clip war, sich in ein Auto verwandeln zu können, erschien es ihm natürlich, denjenigen anzurufen, der tatsächlich den berühmten De Lorean von Marty McFly erschaffen hatte. Kevin erzählte später Michael von mir, und machte ihm deutlich, dass ich mehrmals mit Kindern gedreht hatte, was für ihn wichtig war, da Kinder in dem Clip mitspielen sollten. Als Michael davon erfuhr, dass ich für die Spezialeffekte, die ich für „Superman“ entworfen hatte, auch einen Oskar gewann, glaube ich, dass er schließlich davon überzeugt war, dass ich der Richtige war! Also trafen wir uns, und ich legte ihm einige Ideen vor, die mir für dieses Video eingefallen waren. Michael war begeistert, und hat mich somit angeheuert...


    Wann begannen Sie mit der Arbeit an Smooth Criminal?
    1985, wenn ich mich richtig erinnere. Insgesamt arbeiteten wir zwei Jahre an diesem Projekt, das mit der Zeit immer größere Ausmaße annahm, bis daraus schließlich Moonwalker wurde.


    Somit war das Konzept zu Smooth Criminal damals noch ungenau...
    Ja, Michael hatte ein paar Ideen im Kopf, etwa die, sich in ein Auto oder in einen Roboter verwandeln zu können. Grundsätzlich sollte der Clip nur 17 Minuten dauern, doch als David Newman und ich uns mit dem Drehbuch befassten, begannen die Dinge, größer zu werden, und schließlich durchbrachen wir diese Grenze, die wir uns gesetzt hatten!


    Wie man der Sendung „Michael Jackson’s Private Home Movies“ entnehmen kann, hatte Michael zunächst in Betracht gezogen, dass der Clip sich in einer Western-Atmosphäre abspielt...
    In der Tat, das war seine ursprüngliche Idee. Doch auf eine sehr natürliche Art überdachte Michael dieses Konzept schnell. Dank eines Mannes, den er am meisten bewunderte: Fred Astaire. Mit diesem Clip wollte Michael Fred Astaire eine große Ehre erweisen, im Besonderen für den berühmtem Film „Vorhang auf!“ von Vincente Minnelli...


    Der berühmte „Girl Hunt Ballet“ in „Vorhang auf!“ hatte in der Tat starken Einfluss auf Smooth Criminal. Michael schien richtig besessen von dieser Sequenz, die sogar weitere Werke von ihm beeinflusste.
    Michael war in der Tat fasziniert von dieser Tanzsequenz, die für die damalige Zeit bahnbrechend war, wurde der Film doch in den 50ern gedreht. Diese unglaubliche Nummer zeigte ihm, wie man einen Tanz verbessern kann. Smooth Criminal war somit für ihn die Gelegenheit, Fred Astaire zu würdigen. Und dieses Verlangen, ihn zu ehren, wurde noch stärker, als Michael vom Ableben von Fred Astaire erfuhr. Letzterer starb seltsamerweise während des Drehs von Smooth Criminal. Michael war natürlich von seinem Tod sehr betroffen. Das ist eine der Erklärungen dafür, warum er entschied, dasselbe Kostüm zu tragen wie Fred in dem Film. Michael wollte Fred nicht kopieren, sondern ehren. Eines Tages erschien Hermes Pan, jahrzehntelang Fred Astaires Choreograph, am Set von Smooth Criminal, und wohnte dem Dreh von mehreren Szenen im Club 30’s bei. Er vertraute uns, Michael und mir, an, dass Fred sehr stolz darauf gewesen wäre, was wir machten. Sie können sich vorstellen, wie Michael das berührte... Es war ein sehr bewegender Augenblick.



    Kommentar Photo unten, Seite 68:


    Michael überwacht die Proben seiner Tänzer. Neben ihm sein Freund, der Schauspieler Gregory Peck.



    Haben Sie sich, von „Vorhang auf!“ abgesehen, noch von weiteren Filmen inspirieren lassen?
    Ich zeigte Michael Filme aus Hollywood von Ende der 30er und von Anfang der 40er Jahre, die für den „Film noir“ stehen, und in jener Zeit sehr beliebt waren. Diese Filme zeichneten sich unter anderem durch ein sehr expressionistisches Licht, und eine sowohl seltsame als auch traumhafte Stimmung aus. Das waren hauptsächlich Gangsterfilme, sahen aber sehr stilvoll aus. Vor allem zeigte ich ihm „Der dritte Mann“ von Carol Reed, mit Orson Welles, es gefiel ihm sehr. Die Szene, in der man während der Verfolgung Michaels riesigen Schatten auf einer Mauer sieht, ist unmittelbar von diesem Film inspiriert. Die etwas eigenartigen und sprunghaften Kameraeinstellungen in Smooth Criminal, der starke Lichtkontrast, stammen ebenso unmittelbar von „Der dritte Mann“...


    Wann begannen die Dreharbeiten?
    1986, wenn ich mich richtig erinnere. Zu der Zeit hatte Michael die Aufnahmen von Bad immer noch nicht beendet, und wir mussten den Dreh übrigens um drei Monate verschieben, da er seine Arbeit im Studio beenden musste. Was gar nicht so schlimm war, da wir so den Dreh besser vorbereiten konnten...


    War irgendwann die Rede davon, dass Smooth Criminal die erste Single und der erste Clip von Bad sein würde?
    Nein. Vor Smooth Criminal hatte Michael bereits die Clips zu Bad sowie zu The Way You Make Me Feel im Kasten. Er wollte, dass Smooth Criminal die Riesennummer vom Album schlechthin wird, das Hauptgericht von Bad.


    Unbestritten ist es das. Lasst uns ein wenig über die Tanzsequenzen sprechen. War Michael beim Vortanzen der Tänzer anwesend?
    Ja, er legte auch wirklich Wert darauf. Michael bewunderte nicht nur die Talente des Tänzers Fred Astaire, sondern wandte auch dieselben Arbeitsmethoden seines Idols an. So erfuhr Michael, dass Fred Astaire stets beim Vortanzen seiner Tänzer anwesend war, somit machte er es genauso! Sie können sich vorstellen, wie wichtig diese Person für ihn war. Er bewunderte seine Kunst, aber auch die Arbeitsethik.


    Wie lange dauerten die Proben für die Tanznummern?
    Am Set probten wir einen Monat lang, mit 46 Tänzern, die im Clip zu sehen sind. Michael war nicht die ganze Zeit da, er kam nur in den letzten fünf Tagen zum Set. Das reichte ihm weitgehend. Als er zum Dreh erschien, war alles fix und fertig. Man spürte, dass er viel bei sich geübt hatte...


    Wie lange dauerte der Dreh der Sequenz im Club 30’s?
    Wir hatten für den Dreh 6 Tage vorgesehen... woraus schließlich 20 Tage wurden!


    Warum dauerte der Dreh letztlich so lange?
    Michael hatte einfach die Freiheit, solange zu drehen, wie er wollte. Ihr wisst sicherlich, was für ein großer Fan von Charlie Chaplin er war. Nun, da Charlie Chaplin sein eigener Produzent war, konnte er es sich erlauben, solange zu drehen wie er wünschte. Michael wollte es genauso machen. Er bezahlte den Smooth Criminal – Clip aus eigener Tasche, war somit hinsichtlich des Budgets zu nichts verpflichtet. Er wollte, dass dieses Video perfekt wird, und er war bereit, sich alle nötige Zeit zu nehmen.



    Text(auszug) unten, Seite 69: (nicht nummeriert):


    „Mit diesem Clip wollte Michael Fred Astaire eine große Ehre erweisen“



    Sie hatten wohl selten die Gelegenheit, unter solch idyllischen Bedingungen arbeiten zu können...
    Mensch, das war der Traum eines jeden Regisseurs! Jeden Tag beim Frühstück sahen wir uns in einem Kinosaal an, was wir am Vortag gedreht hatten, um zu sehen, was es zu verbessern gab. Die 150 Mitglieder vom Team waren während der Aufführung dieser Musteraufnahmen anwesend, Michael miteingeschlossen. Und es war genial, zu hören wie er rief „Wow, das war genial!“, wenn er gerade etwas gesehen hatte, was ihm wirklich gefiel. Es herrschte eine richtig festliche Stimmung im Saal. Es war für uns wie ein tägliches Familientreffen... All das wurde von einem Team gefilmt, das das Making Of vom Clip erstellte. Ich hoffe, dass Sie eines Tages diese Bilder werden sehen können...
    (In der Tat, auch hier eine Schande, dass die breite Masse nichts davon jemals zu sehen bekam. Jedenfalls offiziell wurde bekanntlich so gut wie nichts veröffentlicht, Anm. des Übersetzers)


    War es schwer, die legendäre lean – Bewegung, wo Michael sich nach vorne beugt, in Szene zu setzen?
    Nein, so kompliziert war das gar nicht. Da ich in der Vergangenheit Superman zum Fliegen gebracht habe, wusste ich, dass ich schon einen Trick finden würde, um es Michael zu ermöglichen, sich um 45 Grad niederzubeugen. Zuallererst erschufen wir ein System, das es möglich machte, die Schuhe der Tänzer in den Boden einzufügen, so dass sie sich nach vorne beugen konnten, ohne hinzufallen. Ebenso benutzten wir dicke Seile, damit Michael und die anderen sich in derselben Neigung niederbeugen konnten. Als Michael den lean ausführte, konnte er sehr weit nach unten gehen, bestimmte andere Tänzer jedoch nicht. Somit dienten diese Seile dazu, sie bis zu einem bestimmten Punkt festzuhalten. So wurde sichergestellt, dass Michael nicht weiter nach unten kommen würde, als die anderen! (Logik hier etwas unklar, wenn Michael weiter nach „unten“ kam, als die anderen, dann hätte doch eher er ein Seil zum Abbremsen gebraucht, und nicht die Tänzer, oder? Anm. des Übersetzers)


    Am Ende von Moonwalker kann man eine Gruppe afrikanischer Sänger sehen, nämlich Ladysmith Black Mambazo, auf dem Set des Clips. Warum wollte Michael sie einladen?
    In der Zeit, in der wir drehten, besuchten Michael und ich ein Konzert von Paul Simon, und er wurde auf der Bühne von dieser unglaublichen Gruppe begleitet. Michael wurde total verrückt nach diesen Sängern, und wir überlegten dann, wie wir sie in den Clip miteinbeziehen könnten. Da kam Michael die Idee, sie ans Set kommen zu lassen, ohne dem Team Bescheid zu sagen, und so drehten wir, ohne irgendetwas zu planen. Alle waren sehr ergriffen, genau wie Michael, der zu weinen begann. Es war ein völlig improvisierter und zauberhafter Augenblick.


    Die Stelle im Clip, wo die Lichter ausgehen, und wo Michael und die Tänzer in eine Art Trance geraten, war ebenfalls improvisiert, nicht wahr?
    Ja, Michael wollte eine Art von Sequenz, wo all die Tänzer und er sich frei ausdrücken konnten. Jeder hatte die Freiheit, das zu tun, was er wollte. Michael und die Tänzer stürzten sich in diese gewisse Trance bis zum finalen Höhepunkt. Es war vorbei, als Michael „Annie, Are You OK?“ rief, und er ließ diesen Moment des Erlangens von Kraft lange andauern. Manchmal konnte das 20 Minuten dauern! Es kam vor, dass es uns an Filmband mangelte, da wir am Ende der Rolle angelangt waren! Da wir mit fünf Kameras gleichzeitig filmten, fehlte es uns glücklicherweise in keiner Sekunde. Diese Sequenz ähnelt einer zen-buddhistischen, besinnlichen Erfahrung. Es war fantastisch, das zu sehen. Wer, außer Michael, hätte auf eine solche Idee kommen können? Es war unglaublich, einfach unglaublich, dabei zu sein...


    Kommentar Photo unten, Seite 70:
    Die Gruppe Ladysmith Black Mambazo führt The Moon Is Walking auf, vor dem gesamten Smooth Criminal - Team



    War Michael voll und ganz zufrieden mit dem letztendlichen Ergebnis?
    Ich glaube ja. Laut Personen, die später mit ihm zusammenarbeiteten, war Smooth Criminal sein Lieblingsclip. Michael hat sich zu 200% in dieses Projekt eingebracht, vielleicht mehr als in jeden anderen Clip, den er später drehte. (You Rock My World? lol, Anm. des Übersetzers) Weil er frei war, völlig frei in kreativer Hinsicht. Es gab niemanden, der ihn unter Druck setzte, oder ihm sagte, dass man aufhören müsse, zu drehen, sei es aus Zeit- oder Kostengründen. Er war DER Chef.


    Haben Sie eine lustige Anekdote parat, den Dreh betreffend?
    Zu Beginn des Drehs, hatte Michael darum gebeten, dass große Lautsprecherboxen auf dem Set eingerichtet werden, um den Song bei voller Lautstärke laufen zu lassen. Sie hätten sein Gesicht sehen sollen, als am nächsten Tag die Lautsprecher sah, die man ihm zur Verfügung gestellt hatte! Für uns waren sie bereits groß, sie waren wohl einen Meter hoch, doch für Michael waren sie stinknormal! Er sagte zu uns: „Das nennt Ihr Boxen? OK, ich kümmere mich darum...“ Am folgenden Tag, hatte er eine Wand mit riesigen Boxen einrichten lassen. Dann drehte er den Song voll auf, und, wow!, mein ganzer Körper begann zu vibrieren. Die Lautstärke hat einen richtig fertig gemacht. Dann sah Michael uns an, und sagte lachend: „Das sind richtige Boxen!“ Wenn er tanzte, brauchte Michael die größtmögliche Lautstärke. Das half ihm dabei, die Schwingung der Musik am intensivsten zu spüren. Für ihn war Tanz vor allem etwas Organisches.


    Was macht Smooth Criminal, selbst 20 Jahre nach dessen Dreh, zu einem weiterhin derart modernen Werk, Ihrer Einschätzung nach? Einige von Michaels Clips sind ein wenig in die Jahre gekommen, doch dieser hat nichts von seinem Glanz verloren...
    Es freut mich sehr, dass Sie so etwas sagen. Wir versuchten nicht nur „modern“ zu sein. Es liegt wohl daran, dass es uns möglich war, ein zeitloses Werk zu erschaffen, welches nicht in einem bestimmten Zeitalter verankert ist. Doch was dieses Werk so zeitlos macht, ist vor allem Michaels Talent. Wie Elvis oder die Beatles, besaß Michael ein Talent, das Grenzen und Zeitschranken überschreiten konnte...


    Hat Michael Ihnen von seinem Traum erzählt, eines Tages selber einen Film zu machen?
    Ja, ich habe schnell begriffen, inwieweit die Umsetzung ihn begeisterte. Zum Beispiel war eines seiner Hobbies, sich professionelle Kameras zu kaufen, etwa von Panavision, um zu verstehen, wie sie funktionieren. Einige von seinen Kameras waren mehrere Hunderttausend Dollar wert! Beim Dreh von Smooth Criminal, vertraute mir Frank Dileo an, dass Michael sich für den Clip unter anderem deshalb dermaßen ins Zeug legte, weil es für ihn war, wie an einem richtigen Regiekurs teilzunehmen! Michael wollte sämtliche technischen Aspekte des Kinos lernen und beherrschen. Er interessierte sich für die Schnitttechnik. Es war wichtig für ihn, zu wissen, wie man eine Geschichte visuell erzählt, und zu verstehen, warum ein Regisseur oder ein Cutter entschied, an dieser oder jener Stelle, eine Szene zu schneiden. Ich denke, dass aus ihm ein guter Regisseur hätte werden können.


    Blieben Sie nachher mit Michael in Kontakt?
    Wir haben uns ein paar Mal wiedergesehen, doch Michael gehört (sic, Anm. des Übersetzers) zu den Leuten, die vollständig zu etwas anderem übergehen, sobald sie die Arbeit an einem Projekt beendet haben. Und dann war es derart schwer, sich mit ihm wieder in Verbindung zu setzen... Bevor man ihn ans Telefon bekommen konnte, musste man zunächst an einer Armee von Leuten vorbei... Doch in der Zeit des Drehs, ging unsere Verbindung über das Berufliche hinaus. Wir sahen uns oft außerhalb vom Set. Insbesondere begleitete ich ihn in seinen Lieblingsbuchladen, wo er tonnenweise Kunstbücher kaufte. Auch haben wir mehrmals bei mir zu Abend gegessen. Wir waren nur zu dritt, meine Frau, Michael und ich, und es herrschte eine lockere und gemütliche Stimmung. Wir redeten über alles Mögliche, sahen uns Filme an... Auch gingen Michael und ich in Robocop ins Kino, als er herauskam. Genau dieser Film brachte Michael übrigens auf die Idee von diesen riesigen Kanonen, die am Ende aus seinen Armen hervorbrechen, wenn er sich in den Roboter verwandelt. Er fand das sehr cool!



    Text unterhalb des Bildes in der Mitte, Seite 71:


    „Smooth Criminal war Michaels Lieblingsclip, weil er künstlerisch frei war“
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    Übersetzung Seite 72-73:


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    Interview mit Jean-Marie Horvat
    Toningenieur (Dangerous, Invincible)


    Jean-Marie Horvat war noch ein junger, unerfahrener Mann, als er bei den Aufnahmen von Dangerous landete. Als Schützling von Teddy Riley, mit dem er den New Jack Swing – Sound erschuf, stieg er seitdem zu einem der weltweit besten Toningenieure und Mixer auf, und wusste sein Können einzusetzen. Für uns erinnert er sich an seine Arbeit im Studio an Michaels Seite...



    Wie kam es dazu, dass Sie am Dangerous-Album mitgearbeitet haben?
    1991 wurde ich gewissermaßen zum Toningenieur, Teddy Riley benannte mich so. Auch wenn ich gerade eben aus der Musikschule kam, nahm mich Teddy unter seine Fittiche, und schlug mir vor, mit ihm auf die Tournee von GUY zu gehen, seine New Jack Band. Er hatte gerade mit Michael an Dangerous gearbeitet, und dachte, dass das Album fertig sei. Doch schließlich rief Michael ihn wieder an, um an neuen Songs zu arbeiten. Somit schlug Teddy mir vor, mit ihm ins Studio zu gehen, um an seiner Seite mit Michael zu arbeiten. Ich war natürlich verblüfft von diesem Vorschlag. Immerhin war ich erst 21 Jahre alt, und hatte sehr wenig Erfahrung in diesem Feld. Mein erster Job in der Musikwelt, und dann gleich mit Michael Jackson zu arbeiten, das war für mich Wahnsinn...


    Die Vorstellung, sich mit einer solchen Legende anzulegen, muss Sie, angesichts Ihres Alters, wohl ziemlich nervös gemacht haben...
    Ja, das erste Mal, als ich an der Tür des Larrabee Studios vorbeiging, war ich eher kleinlaut... Ich werde mich immer daran erinnern, als Michael den Raum betrat, in dem ich arbeitete... Ich hatte gerade einen neuen Mix von Jam fertiggestellt, als Michael und Bruce Swedien das Zimmer betraten. Um ehrlich zu sein, hat es mich nervöser gemacht, Bruce zu treffen als Michael. Bruce ist für alle Toningenieure eine derartige lebende Legende... Gott sei Dank hatte ich Glück, sie waren von meinem Mix begeistert. Ich war so was von glücklich! Später vertrauten Michael und Bruce mir die Mixes von Remember The Time, In The Closet, She Drives Me Wild an... Auf diese Weise wurde ich in dieser Zeit zum jüngsten amtierenden Mixer. Wenn ich daran zurückdenke, finde ich das völlig verrückt...


    Was dachten Sie von Michael während dieses allerersten Kontakts?
    Ich fand ihn sofort sehr sympathisch. Was mir auffiel, war seine Freundlichkeit. Später bestätigte sich dieser Eindruck. Niemals sah ich, dass Michael sich aufregen würde oder im Studio die Geduld verlieren würde. (hihi, da gibt’s aber auch andere Berichte, außerdem sollte das spätestens bei den Aufnahmen zu HIStory gaanz anders ablaufen, ich sage nur z.B. TDCAU und Stühle und so... ;) Anm. des Übersetzers) Wenn ich etwas tat, was ihm, musikalisch gesehen, nicht gefiel, lenkte er mich in eine andere Richtung, und bewahrte stets Ruhe. Michael war jemand, der sehr positiv eingestellt war. Er fand immer die Worte, um seine Truppe zu ermutigen. Das trieb uns dazu an, unser Bestes zu geben...


    Haben Sie an Songs gearbeitet, die Michael letztlich nicht verwendete?
    Ja. Ich arbeitete insbesondere an der ersten Version von Blood On The Dance Floor, sowie Someone Put Your Hand Out. Doch der Titel von Michael, der mich am stärksten beeindruckt hat, ist Joy. Später nahm Teddy diesen Song mit Blackstreet, seine andere Band, neu auf, doch Michaels Version war einfach überwältigend. Seine stimmliche Darbietung machte mich sprachlos. Das war einfach große Kunst.


    Zu Dangerous-Zeiten hatte Michael bereits sämtliche mögliche und vorstellbare Rekorde gebrochen. Hatten Sie während der Aufnahmen dieses Albums das Gefühl, dass er sich sehr unter Druck setzte, in dem Versuch, es noch besser zu machen?
    Ich werde Ihnen nichts vormachen, die Umsetzung von Dangerous war ziemlich schmerzhaft und schwierig. Es war riskant für Michael, mit Teddy zusammenzuarbeiten , aber er wollte sich eben erneuern. Doch darf man nicht vergessen, dass Quincy [Jones] selbst derjenige war, der Michael Teddy empfahl. Letzten Endes hat Dangerous etliche Leute verunsichert. Bestimmte Klänge, die sich nach New Jack richten, sorgten dafür, dass das Album vielleicht nicht so sehr weltumspannend war, wie Thriller oder Bad. Doch heute, denke ich, wird die Platte anders bewertet, und zwar nach ihrem wirklichen Wert. Einige Songs sind derart genial... Insbesondere denke ich da an In The Closet. Dieser Song ist für mich ein Meisterwerk.


    Und danach haben Sie mit Michael vor Invincible nicht mehr zusammengearbeitet?
    Doch. Teddy und ich, wir arbeiteten an einigen Titeln für HIStory, doch Michael hat sie nicht genommen...


    Wenn die Aufnahmen von Dangerous sehr lang dauerten, waren die von Invincible wahrlich endlos. Warum brauchte Michael so lange für dieses Album?
    Das hat viel damit zu tun, dass Michael nunmehr Familienvater war. Er hatte andere Verantwortlichkeiten... Michael wollte einfach für seine Kinder da sein. Somit war er an gewissen Tagen ganz einfach nicht motiviert, ins Studio zu kommen.


    Haben Sie den Eindruck, dass sich folglich seine Prioritäten geändert hatten?
    Ja. Musik war nicht mehr so wichtig für ihn. Er strebte nach anderen Dingen, als danach, ein Megastar zu sein... Da ich selbst Papa bin, kann ich ihn voll und ganz verstehen.


    Würden Sie sagen, dass Michael sich für Invincible nicht soviel Mühe gab, wie für seine anderen Alben?
    Sagen wir so, er war nicht so bei der Sache, wie er es hätte sein sollen, insbesondere was das Schreiben der Lyrics anbelangt...


    Bei Invincible haben Sie insbesondere an You Rock My World gearbeitet, ein Titel, der gewissermaßen an den Off The Wall – oder Thriller – Michael erinnert...
    Ja, und die Idee stammte von Rodney Jerkins. Als er zu dem Projekt kam, hatte Rodney den Ehrgeiz, mit Michael ein neues Off The Wall zu machen. Am Anfang wollte Rodney tatsächlich, dass Michael an einen old school – Stil anknüpft, sich den Klängen der Alben nähert, die von Quincy produziert wurden. You Rock My World gehört zu den Titeln, die in diesem Geist stehen. Doch ehrlich gesagt, war Michael nicht so scharf drauf, völlig in diese Richtung zu gehen. Ich finde zum Beispiel, dass Butterflies zu den besten Songs von Invincible gehört, doch Michael gefiel er nicht so sehr. Er fand, dass das zu sehr dem ähnelte, was er bereits in der Vergangenheit gemacht hatte. Michael war es stets lieber, neue Wege zu gehen, anstatt sich zu wiederholen...


    Das heißt, es gibt weitere Titel mehr im old school – Stil, nach Art von You Rock My World oder Butterflies, die wir nicht gehört haben?
    Oh ja! Rodney Jerkins war für Michael über sich hinausgewachsen. Und das beste davon, was er produziert hat, ist auf Invincible nicht enthalten. Es gibt 10 bis 15 Titel, die absolute Killer sind... Ich kann immer noch nicht begreifen, warum Michael sie nicht benutzt hat. Die Titel, die auf dem Album sind, sind OK, doch es gab viel bessere. Escape, zum Beispiel! (Oh ja... Anm. des Übersetzers) Letztlich ist Invincible ein Album, von dem es mir schwer fiel, es zu begreifen. Doch Michael war der Boss, er traf die Entscheidungen... (Wohl wahr das alles... Invincible hätte ein alles vernichtendes Monster werden können, hätte Michael ein glücklicheres Händchen für die richtige Songauswahl gehabt, und wohl generell mehr Glück in der Zeit... und wohl das alles selber mehr gewollt, Anm. des Übersetzers)


    Kam es nach Invincible zu weiteren Treffen mit Michael anlässlich neuer Projekte?
    Nein. Doch Teddy und ich, wir sollten an seinem nächsten Album arbeiten. Michael wollte, dass wir erneut zusammenarbeiten, und Teddy und ich, wir waren voll dabei. Doch leider wurde das nie konkret, wir haben für dieses Albumprojekt nichts aufgenommen...


    Welche besondere Erinnerung haben Sie an Michael?
    Wenn wir im Studio waren, fragte er mich oft: „Bist Du Italiener? Du ähnelst wirklich einem Italiener!“ Ich bin kroatischen Ursprungs, doch Michael versteifte sich darauf, zu denken, ich wäre Italiener!“ [Lachen] Ebenso erinnere ich mich an seine Freundlichkeit und seine Großzügigkeit. In der Zeit, als wir Dangerous aufnahmen, ging ich mit einem Mädchen aus, das ein Kind hatte, und eines Tages nahm ich die beiden mit ins Studio. Michael war so lieb zu dem Kind... Sein Verhalten zeigte nichts Zweideutiges oder Unangemessenes, es war Gutherzigkeit pur! Ich glaubte niemals, in keiner Sekunde, daran, dass er in der Lage sei, einem Kind Böses anzutun, und die Angriffe, deren Opfer er im Laufe seines Lebens war, haben mich wirklich angewidert...



    Text(auszug) unten, Seite 73 (nicht nummeriert):


    „Er war bei Invincible nicht so bei der Sache, wie er es hätte sein sollen...“
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    Übersetzung Seite 74-77:


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    Interview mit Brad Buxer
    Musiker, Arrangeur (Dangerous, HIStory)


    Als Keyboarder und Arrangeur auf sämtlichen Alben seit Dangerous, als Musikdirektor auf der Dangerous sowie HIStory – Tour, war Brad Buxer mehr als 15 Jahre lang der nahestehendste und treueste künstlerische Mitarbeiter von Michael Jackson. Von zurückhaltender und bescheidener Natur, hatte sich dieser einzigartige Musiker, heute Linienpilot, jedoch niemals zu seiner Arbeit mit dem King of Pop geäußert. Zu Ehren seines umgekommenen Freundes, ergreift Brad zum ersten Mal das Wort...



    Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Michael?
    1986 ging ich mit der Gruppe von Stevie Wonder auf Tournee. Nun, wie Sie wissen, war Michael ein großer Fan von Stevie, und deswegen interessierte er sich sehr für die Musiker, die mit ihm zusammenarbeiteten... Bis 1991 begleitete ich Stevie also auf der Tour, doch zwischenzeitlich konnte ich dank ihm Michael kennenlernen. Ich werde mein allererstes Treffen mit ihm nie vergessen. Die Chemie zwischen uns stimmte auf Anhieb. Musikalisch gesehen waren wir auf gleicher Wellenlänge, wir verstanden uns sehr gut. Und rein menschlich, wurden wir sofort Freunde. Es sind natürlich Bindungen entstanden, und sie wurden im Laufe der Zeit stärker...


    Folglich hat Michael Sie schnell in den kreativen Prozess miteinbezogen, woraus das Dangerous – Album wurde...
    Ja. Bevor Teddy Riley mit Bill Bottrell an dem Album arbeitete, haben wir zahlreiche Demos aufgenommen, darunter die von Who Is It, Black Or White, oder Heal The World...


    Dangerous war das erste Album, das von Michael ohne Quincy aufgenommen wurde. Warum dieser Schritt, Ihrer Ansicht nach?
    Damit das klar ist: Michael hatte keinen Streit mit Quincy. Er hat ihn immer bewundert und hatte einen riesigen Respekt vor ihm. Doch bei Dangerous wollte Michael die volle Kontrolle über den kreativen Prozess. Er wollte ganz einfach sein eigener Chef sein. Michael war stets jemand, der sehr unabhängig war, und er wollte ebenso zeigen, dass sein Erfolg nicht auf einen einzigen Mann, nämlich Quincy, zurückging... Dennoch bedeutete ihm Quincys Meinung immer noch viel. Der Beweis dafür – als wir mit Dangerous fertig waren, rief Michael ihn an, damit er ins Studio kommt und sich das Album anhört. Er wollte seine Meinung hören. Und als Quincy sagte, dass es ein Meisterwerk sei, zögerte Michael überhaupt nicht mehr mit der Veröffentlichung...


    Einer der größten Erfolge des Albums ist Who Is It. Nun erinnert der Aufbau dieses Songs aber sehr an Billie Jean. Hat Michael das bewusst gemacht?
    Nein, das denke ich nicht. Darauf hatte ich nie wirklich geachtet, doch jetzt, wo Sie mir das sagen, es stimmt, dass Who Is It und Billie Jean sich sehr ähneln. Ich denke allerdings nicht, dass Who Is It, trotz aller Qualitäten, an Billie Jean herankommt. Kein Song ist besser als Billie Jean, meiner Meinung nach...
    (Die Frage, ob Michael solche Dinge bewusst wären, ist etwas albern... Michael war nicht so naiv und ahnungslos – jedenfalls nicht in musikalischen / künstlerischen Dingen, wie er vielleicht manchmal tat oder rüberkam, nur redete er eben selten so richtig darüber, oder wurde meistens gar nicht erst nach so was gefragt... Natürlich wusste er bestens über seine Stücke, etc. Bescheid, er war ja nicht Dieter Bohlen, den seine „Produktionen“ schon eine Woche später nicht mehr interessieren... sondern lediglich die damit verdiente Kohle...
    Auch bestätigte Teddy Riley in einem früheren Interview, dass es voll und ganz Michaels Absicht war, das Dangerous - Album an gewissen Stellen an Thriller erinnern zu lassen, z.B. in She Drives Me Wild... Es geht auch nicht nur um Aufbau, sondern teilweise 1:1 – Übernahmen von ganzen Songteilen. Auch bestätigte Michael selbst wörtlich, etwa 1994 in Denver im Verhör hinsichtlich des Vorwurfs, der Song Dangerous wäre ein Plagiat, dass es vorkommt, dass er Teile von früheren Songs auch schon mal in anderen, späteren Songs verwendet. Als Beispiel führte Michael an, dass die Stelle in Another Part Of Me „You’re just another part of me“ in Dangerous wieder auftaucht, und zwar in der Zeile „But you’re no damn lover friend of mine“ – dies sei, laut Michael, im Großen und Ganzen dasselbe. Wobei es für so was noch viel frappierende Beispiele gibt. Etwa das in diesem Interview angeführte, bezüglich Billie Jean / Who Is It: Die Zeile „be careful what you do, cause a lie becomes the truth“ ist melodiemäßig identisch mit „A promise so untrue, tell me what will I do?“ Ja sie taucht sogar ein drittes(!) Mal auf, nämlich 2004 in dem Song “We’ve Had Enough” – “You saw he didn’t run, and that my daddy had no gun”! Auch lebt “We’ve Had Enough” nicht unerheblich von dem Beat von “Why You Wanna Trip On Me“, und möglicherweise deshalb ließ uns Michael solche „B-Titel“ erst so spät im Rahmen von Veröffentlichungen wie „TUC“ hören, da er sich bewusst war, dass hier zu viele, zu auffällige Ähnlichkeiten mit früheren Songs erkennbar sind, und er so etwas nicht auf einem regulären Album haben wollte. Es gibt viele weitere Beispiele dieser/ähnlicher Art. Anm. des Übersetzers)


    Ließ Michael Ihnen im Studio viele Freiheiten?
    Absolut. So starr war Michael nicht, er war stets offen für meine Vorschläge und meine Ideen. Er vertraute mir voll und ganz. Am häufigsten kam es vor, dass er mir eine Melodie vorsang, und ich fand dafür die entsprechenden Akkorde. Was das Einstellen der Saiten oder des Synthesizers anbelangt, ließ er mich im Allgemeinen machen, und ging dazwischen, wenn er fand, dass die Richtung, in die ich ging, nicht richtig war. Auch wenn Michael in musikalischer Hinsicht ein Genie war, wusste er, dass er nicht alles machen konnte, und war so klug, bestimmte Dingen anderen zu überlassen. Manchmal wusste er genau, was er hören will, und sang für mich alle verschiedenen Teile eines Songs. In anderen Fällen ließ er mich so lange spielen, bis er etwas hörte, was ihm gefiel. So lief es insbesondere bei Songs wie Who Is It oder Stranger In Moscow ab.


    Schrieb Michael gelegentlich den Text eines Songs, bevor er eine Idee für eine Melodie hatte?
    Nein, das kam so gut wie nie vor. Michael schrieb die Lyrics immer in der letzten Minute, in einer Tischecke. Das war eine von seinen Macken. [Lachen] Oft wartete er ab, bis die Instrumentation eines Songs vollständig fertig war, bevor er den Text schrieb. Das machte uns manchmal wahnsinnig! Zum Beispiel schrieb Michael den Text für Black Or White in 20 Minuten, im Studio, während wir darauf warteten, dass er seine Gesangsaufnahme macht. [Lachen]



    Text(auszug) unten, Seite 75 (nicht nummeriert):


    „Er stampfte so stark, dass der künstliche Asphalt unter seinen Füßen kaputt ging!“ (Ah ja, war das nicht ein Zitat von Nicolas Brandt? ;) Vor der Druckabgabe noch mal alles prüfen wäre nicht schlecht... Anm. des Übersetzers)



    Hatten Sie manchmal das Gefühl, dass Michael frustriert war, weil er kein Instrument spielen konnte? (Hää, konnte er sehr wohl, wenn auch nicht perfekt, Anm. des Übersetzers)
    Nicht wirklich. Doch einmal bat er mich darum, ihm Klavierunterricht zu geben. Ich sagte zu ihm: „OK Michael, machen wir es ernst. Du wirst Dich jeden Tag mit mir für 15 Minuten zusammensetzen, und wir werden eine kleine Lektion machen.“ Doch er hatte nie die Geduld, sich zu dieser Disziplin zu zwingen. [Lachen] Ich glaube, er wusste, dass er es nicht nötig hatte, ein Instrument zu spielen, um all seinen Talent auszudrücken. Sicherlich, Michael spielte kein Instrument. Doch das hinderte ihn nicht daran, ein schlicht genialer Musiker zu sein. Er hatte einen instinktiven musikalischen Verstand. Musik war einfach ein Teil von ihm...


    Können Sie das Gerücht klarstellen, Michael hätte 1993 die Musik für das Videospiel Sonic 3 komponiert, für die Sie einen „Credit“ bekommen haben?
    Ich hab darauf nie gespielt, und ich weiß nicht, was die Entwickler für Stücke aufbewahrt haben, an denen Michael und ich arbeiteten, aber wir haben tatsächlich die Musik von dem Spiel komponiert. Michael rief mich in jener Zeit an, damit ich ihm bei diesem Projekt helfe, und das tat ich. Und wenn er keinen „Credit“ für die Komposition dieser Musik bekommen hat, dann deshalb, weil er mit dem Klangergebnis, das aus der Konsole kam, nicht zufrieden war. Damals war eine optimale Klangwiedergabe bei Spielkonsolen nicht möglich, und Michael fand das frustrierend. Er wollte somit nicht mit einem Produkt in Verbindung gebracht werden, das auf diese Art seine Musik entwertete...


    Erstaunlich an der Musik von Sonic 3 ist unter anderem, dass man dort die Akkorde von Stranger In Moscow hört, das eigentlich später komponiert worden sein soll...
    Ja, Michael und ich, wir hatten diese Akkordabfolge für dieses Spiel komponiert, und sie diente uns als Grundlage für Stranger In Moscow. Stranger In Moscow ist der Song, für den ich mich künstlerisch am stärksten einsetzte, stärker als für jeden anderen Song, an dem ich mit Michael arbeitete. Ich bin bei diesem Titel nicht als Co-Komponist aufgeführt, doch ich habe an der Komposition und dem Aufbau dieses Songs eng mit Michael zusammengearbeitet... Ich spiele dort auch so gut wie alle Instrumente...


    Störte es Sie nicht, dass Michael Sie bei den Credits von dem Song als Co-Komponist nicht erwähnt hat?
    Nein. Und ich verlangte es auch nicht. Wenn man die Gelegenheit hat, mit einem derartigen Musikgenie zu arbeiten, ist es nicht wirklich wichtig, ob man nun einen Credit kriegt oder nicht. Ich hatte ein Riesen-Glück, mit Michael während all dieser Jahre zusammenarbeiten zu dürfen. Ich bin wahrscheinlich der Musiker, mit dem er die meiste Zeit in seiner Karriere gearbeitet hat. Ich war sein Musiker und sein Arrangeur von 1989 bis 2006. Das beweist, inwieweit wir ein Team waren, er und ich...


    Sie spielen ebenso fast alle Instrumente in Morphine...
    Ja, doch im Unterschied zu Stranger In Moscow, wusste Michael genau, was er bei jedem Instrument hören wollte. Er sang mir alles vor, sei es den Klavierteil in der Mitte des Songs, oder die Synthesizer-Sequenzen beim Refrain. Das ist alles von ihm. Somit setzte ich bei diesem Stück lediglich seine Ideen um. Er ließ uns mit zwei Toningenieuren sogar das Wort „Morphine“ beim Refrain singen... Wir hatten echt viel Fun...


    Können Sie uns von In The Back erzählen, das auf The Ultimate Collection enthalten ist? Das ist ein wirklich außergewöhnliches Stück...
    Freut mich, dass Sie mich auf diesen Song ansprechen, da dieser zu meinen Bevorzugten gehört. Dieser Titel ist unglaublich, und beweist ein weiteres Mal, was für ein Genie Michael war... Genauso wie bei Morphine, spiele ich so gut wie alle Instrumente in dem Song, doch sämtliche Ideen sind von Michael. Wie schade, dass er keinen Text dazu geschrieben hat, der Titel hätte es verdient, zu 100% fertiggestellt zu werden. Das gilt übrigens auch für Beautiful Girl... Wir haben so hart an In The Back gearbeitet... Wir haben viele Teile aufgenommen, die auf der Version, die Sie kennen, nicht zu hören sind. Zum Beispiel kam Billy Preston [legendärer Keyboarder, der vor allem mit den Beatles oder Rolling Stones zusammengearbeitet hat, Anmerkung der Redaktion] ins Studio, um Orgel zu spielen. Doch letztlich verwendete Michael diesen Teil nicht...


    Haben Sie während der Aufnahme eines Titels viel experimentiert?
    Ja, da Michael gerne unbekannte Klänge fand, die das menschliche Ohr nie zuvor gehört hatte. Oft sagte er immer wieder zu mir: „Brad, finde mir einen Klang, der mir wehtut, so richtig wehtut“. Das bedeutete, dass er etwas wollte, das ihn innerlich durchschüttelte. (Interessante Anekdote, wohl ein langjähriger Insider von Michael und seinen Mitarbeitern... Bereits in den 80ern las man Berichte, das Michael oftmals den Satz „Hurt me!“ an seine Mitarbeiter richtete, u.a. auch an Karen Faye, was bedeutete, dass er seinen Mitarbeitern absolute Höchstleistungen und Perfektion abverlangte, Anm. des Übersetzers)
    Auch wenn wir oft Maschinen oder Computer zu Hilfe nahmen, um bestimmte Schlagzeugklänge zu entwerfen, fanden wir manchmal Ideen, die... eher natürlicher waren, würde ich sagen. Beispielsweise kam es vor, dass wir mit einem Baseballschläger auf den Deckel eines Klavierflügels schlugen, um einen speziellen Schlagzeugklang zu erzeugen. [Lachen]


    Sie haben mit Michael neue Stücke nach Invincible aufgenommen. Können Sie uns davon erzählen?
    Ja, und das allerletzte Stück, an dem wir, Michael und ich, arbeiteten, ist „From The Bottom Of My Heart“, der Titel, der erscheinen sollte, um Gelder für die Opfer vom Hurrikan „Katrina“ zu sammeln... Insgesamt sind die Stücke, die wir während der letzten Jahre aufgenommen haben, von außergewöhnlicher Qualität. Im Gegensatz dazu, was man annehmen könnte, befand sich Michael nicht in einem künstlerischen Niedergang. Er brodelte vor Ideen. Und diese letzten Songs, an denen wir gearbeitet haben, sind die originellsten und kreativsten, die wir zusammen gemacht haben.


    Somit fehlte es Michael nie an Inspiration?
    Nein. In keinem einzigen Moment seines Lebens... Je mehr Prüfungen er durchmachen musste, wie es etwa 2005 mit dem Prozess der Fall war, desto positiveren Einfluss hatte es auf seine Kreativität.


    Denken Sie, dass wir diese, während der letzten Jahre seines Lebens aufgenommenen Stücke in naher Zukunft hören werden?
    Ich darf darüber nicht sprechen, aber es ist sehr wahrscheinlich...


    Blieben Sie später mit Michael in Kontakt?
    Letztes Jahr rief er mich an, damit wir wieder zusammenarbeiten. Das Problem ist, dass ich gerade von einer Fluggesellschaft angeheuert worden bin, nachdem ich meinen Pilotenschein bestanden hatte. Und da Michaels Projekte recht schwammig waren, und er nicht einmal eine Plattenfirma hinter sich hatte, konnte ich das Risiko nicht eingehen, zu kündigen, und so meinen Job zu verlieren. Ich musste wissen, wohin es ging, und da, im vorliegenden Fall, war es überhaupt nicht so. Da ich heute 51 Jahre alt bin, lief ich Gefahr, nachher nie wieder eingestellt zu werden. Zu meinem großen Bedauern, musste ich es somit ablehnen, mit ihm erneut zusammenzuarbeiten...
    (*grins*... Brad Buxer hat Michaels Angelegenheiten, finanziellen Probleme, etc. wohl gut verfolgt, und hatte wohl Angst, nachher ebenso kein Geld von Michael zu bekommen, so zog er sich wohl eben bereits im Vorfeld auf diese recht diplomatische Art aus der Affäre... verübeln kann man’s ihm wohl nicht... Anm. des Übersetzers)


    Welche sind die besten Erinnerungen, die Sie an Michael haben?
    All die Augenblicke, in denen wir wie verrückt gemeinsam lachten... Ich erinnere mich, wie wir in den Hotelgängen herumrannten, wenn wir auf Tour waren, oder an die Essensschlachten in unseren Zimmern... Doch vor allem werde ich mich immer an sein Lächeln erinnern, wenn wir ein fertiges Stück hörten. In seinem Blick war viel Stolz, Liebe und Respekt. Und dies beruhte auf Gegenseitigkeit... Etwa 20 Jahre lang hatte ich das Glück, Michael zu meinen besten Freunden zu zählen. Wir waren gleichaltrig, ich und er. Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass er mir schrecklich fehlt...



    Text(auszug) Seite 77 unten:


    „Das Video spielte sich in einem Aufführungssaal ab, aber die Rollen wurden getauscht...“ (Ist klar... Wie wärs mit „Was viele nicht wissen - Michael ist äußerst kitzlig“ oder „Das ist nicht nett, er hat nichts vorbereitet!“... lach, Anm. des Übersetzers)
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  • Ziemlich interessante Dinge, die dieser Jean-Marie Horvat da erzählt, oder? Erst dachte ich mir, wasn das für ein Bauer, muss ich den jetzt wirklich übersetzen? ;) Von dem nicht ganz so spektakulären Interview mit diesem Colin Chilvers demotiviert, dachte ich mir, als ich den Jean-Marie Horvat sah - der wird sicher noch dämlicheres Zeug erzählen, etwa wie er sich bei der Albumproduktion immer zwischendurch Burger zum Futtern geholt hat... :D


    Doch dann wurde es immer interessanter... Uns scheinen ja doch noch interessante Dinge auf posthumen Alben zu erwarten... bleibt nur zu hoffen, dass der MJ Estate & Co. das würdevoll machen, und keine Leichenschändung / Leichenabverkauf betreiben...


    Während man bei den davor Interviewten, z.B. bei diesem Colin Chilvers, teilweise das Gefühl hatte, sie hätten nicht mehr wirklich was Wichtiges / Neues zu sagen und schwafeln von banalem Zeug...


    Als nächstes kommt übrigens ein Interview mit Brad Buxer, das dürfte ebenso hochinteressant sein, was ich bereits bisschen überflogen hab... es geht da u.a. um Michaels Schaffensperiode um "The Ultimate Collection" (also In The Back, Beautiful Girl, usw.) herum, über den nie gehörten Song "From The Bottom Of My Heart", der nie erschien und grandios sein soll, bis hin ins Jahr 2006... kommt bald, ich freue mich schon sehr drauf! :)


    Danke Euch übrigens für die vielen Danksagungen, freut mich, dass meine Arbeit auf soviel Begeisterung stößt und soviel Anklang findet! Danke Euch! :)


    Vor allem die letzten paar Seiten sind mir so richtig gelungen finde ich, die glänzen so richtig! OK Eigenlob stinkt, also lasse ich das... ;)
    Ganz am Anfang der Übersetzung war ich noch ein wenig vorsichtig beim Übersetzen, doch nach und nach zog ich sämtliche Register, damit es quasi richtig glänzt und reinhaut! :)


    Ich schaue auch immer genau nach, wieviele "Danke!" - Credits ich von den Usern bekomme, ich kontrolliere das genau, führe Strichliste, gell! ;) Also wehe es kommen zu wenig davon rein, dann werd ich sauer! :D Und lösche das alles hier wieder, und poste dann stattdessen eine türkische Version! lol :D
    Kleiner Scherz... ;)

  • ^;D ooooch...ich denke, du könntest hier auch einige leute mit der
    türkischen version glücklich machen (so es eine gäbe...;)) ;D :kicher



    ich finde es grossartig, was du da machst, und ich möchte gerne
    auch nochmal im namen aller ein handgeschriebenes DANKE hier hinterlassen :thx
    auf den button klicken kann jeder - ;D
    aber wir wissen wirklich alle sehr zu schätzen,
    dass du dir diese mühe machst.
    herzlichsten dank :bussi :ehre

  • Huhu Leute, das Interview mit Brad Buxer ist da! :) Scrollt mal hoch... :)


    Pöh, langsam kann ich aber nicht mehr... fühle mich so bisschen wie Michael auf der Dangerous Tour 1993... völlig entkräftet und kaputt, völlig zugedröhnt, betäubt und high... das Zeug, was er so nahm, nehme ich zwar nicht, aber ich hab da so eigene (legale und gesunde ;)) Methoden, mich auf gewisse Art high und fit zu halten, hihi. ;)
    Ich glaube, ich machs wie er... ich sage die letzten Termine ääh Magazinseiten ab.. ;) Spass, ist ja nur noch ein einziges Interview, das aussteht (mit Buz Kohan), dann wurde die komplette Black & White auf Strich und Komma und Absatz 1:1 übersetzt... danach mache ich es ähnlich wie Michael damals... aufgrund totaler Erschöpfung mehrere Wochen Reha-/Entzugsklinik... ;)


    Nach diesem letzten Interview, das noch kommt, gibts dann noch das versprochene Schmankerl... das wird so richtig geil, aber soll ja ne Überraschung werden, deswegen hülle ich mich weiterhin in genüssliches Schweigen... :)


    Ich hoffe, mein gelegentliches ergänzendes Zwischengelaber, das ich hier und da mal zusätzlich im Übersetzungstext platzierte, stört niemanden? Manchmal konnte ich mir eigene Anmerkungen nicht verkneifen.


    Ich beantrage hiermit wenigstens für das Brad Buxer - Interview mindestens 35 Danksagungen für all die Qualen, nein, ich bin nicht größenwahnsinnig, ich will es wie Michael, der 100,000 Leute auf New Yorks Straßen wollte, die gegen Sony aufmarschieren sollten... ;)

  • alles sehr interessant! :respekt für den übersetzungsmarathon!






    Niemals sah ich, dass Michael sich aufregen würde oder im Studio die Geduld verlieren würde. (hihi, da gibt’s aber auch andere Berichte, außerdem sollte das spätestens bei den Aufnahmen zu HIStory gaanz anders ablaufen, ich sage nur z.B. TDCAU und Stühle und so... ;) Anm. des Übersetzers)


    das mit dem Stuhl war doch gestellt. ;)
    (für diesen TDCAU "jew me"-entschuldigungs-text-clip für die MTV news damals.)




    (Interessante Anekdote, wohl ein langjähriger Insider von Michael und seinen Mitarbeitern... Bereits in den 80ern las man Berichte, das Michael oftmals den Satz „Hurt me!“ an seine Mitarbeiter richtete, u.a. auch an Karen Faye, was bedeutete, dass er seinen Mitarbeitern absolute Höchstleistungen und Perfektion abverlangte, Anm. des Übersetzers)


    "hurt me, karen!" ;D
    wobei man das der bravo damals auch nicht unbedingt glauben konnte.
    das war noch vor Alex Gernandt's Zeit.


  • das mit dem Stuhl war doch gestellt. ;)
    (für diesen TDCAU "jew me"-entschuldigungs-text-clip für die MTV news damals.)


    Hmm, tatsächlich? Vielleicht hab ich was verpasst. Aber wie soll das sein - Michael dreht als "Entschuldigung" solche gewalttätigen Aufnahmen?
    Wie auch immer, es dürfte bestimmt bei den HIStory-Sessions durchaus so oder ähnlich zugegangen sein, denke ich... Ich denke nicht, dass Songs wie TDCAU oder D.S. entstanden sind, während er auf ein Heal The World - Plakat schaute... ;)
    Michaels "Entschuldigungen" kennt man außerdem... er verstand eben was von PR... ;) ("Erst baue ich so richtig scheiße, ziehe damit die ganze Aufmerksamkeit auf mich, und nachher mache ich alles wieder gut, indem ich ein Entschuldigungsschreiben rausgebe ;))



    Zitat

    "hurt me, karen!" ;D
    wobei man das der bravo damals auch nicht unbedingt glauben konnte.
    das war noch vor Alex Gernandt's Zeit.


    Hihi, ach Bravo war das? Hätte auch PopRocky oder Popcorn sein können, wusste ich nicht mehr (hätte ich nachschauen müssen).
    Na ja, wobei Alex Genandt meiner Meinung nach auch nicht immer unbedingt die Glaubwürdigkeit in Person ist was MJ anbetrifft... Er hat sich auch schon mal hier und da ordentlich blamiert, oder Blödsinn verbreitet... was mir spontan einfällt - etwa, dass nur die Bravo bei den Dreharbeiten zu Scream anwesend war, ist Unsinn oder? Es wurden doch auch andere Journalisten reingelassen (Popcorn z.B.! Oder Black & White, wohl auch MTV), auch das mit den Farbbildern stimmt nicht (also dass nur die Bravo am Set photographieren wollte, und dies somit die einzigen Bilder in Farbe wären...), es gibt doch ein Making Of von Scream in Farbe... außerdem stellt Gernandt Michael oft zu einseitig dar. Also immer von der stark betonten positiven Seite, auch da kann mans übertreiben.


    Alex Gernandts Art wirkte auf mich häufig so, als versucht er immer mit allen Mitteln Michael zu verteidigen, so bisschen wie "PR für Arme"... und sowas hatte/hat Michael meiner Meinung nach gar nicht so nötig...


    Oder seine vermeintlich moderne, angepasste Jugendsprache, die er oft verwendet... ("krass", "was abgeht"...)

  • Wow also ich bin jetzt doch etwas überrascht von den Aussagen Brad Buxer's dazu wie Michael zumindest viele seiner Songs "schrieb". Ist jetzt zwar OT aber das ist fast bzw. im Grunde genauso wie U2 es machen *lach*. Ich denke Edge und Mike hätten viele Stunden zusammen im Studio verbracht um an Sounds zu tüfteln (siehe youtube: "U2's The Edge demonstrating his guitar rig (2/2)" (2:30, 4:45).
    Übrigens hat Michael 1988 (nachdem U2 ihm den Grammy fürs Album of the Year weggeschnappt haben) bei U2 angefragt, ob er ein Filmteam nach Dublin schicken darf um sie bei der Arbeit filmen zu lassen damit er sieht, wie sie arbeiten.


    ---


    Hihi, ach Bravo war das? Hätte auch PopRocky oder Popcorn sein können, wusste ich nicht mehr (hätte ich nachschauen müssen).
    Na ja, wobei Alex Genandt meiner Meinung nach auch nicht immer unbedingt die Glaubwürdigkeit in Person ist was MJ anbetrifft... Er hat sich auch schon mal hier und da ordentlich blamiert, oder Blödsinn verbreitet... was mir spontan einfällt - etwa, dass nur die Bravo bei den Dreharbeiten zu Scream anwesend war, ist Unsinn oder? Es wurden doch auch andere Journalisten reingelassen (Popcorn z.B.! Oder Black & White, wohl auch MTV), auch das mit den Farbbildern stimmt nicht (also dass nur die Bravo am Set photographieren wollte, und dies somit die einzigen Bilder in Farbe wären...), es gibt doch ein Making Of von Scream in Farbe... außerdem stellt Gernandt Michael oft zu einseitig dar. Also immer von der stark betonten positiven Seite, auch da kann mans übertreiben.


    Alex Gernandts Art wirkte auf mich häufig so, als versucht er immer mit allen Mitteln Michael zu verteidigen, so bisschen wie "PR für Arme"... und sowas hatte/hat Michael meiner Meinung nach gar nicht so nötig...


    Oder seine vermeintlich moderne, angepasste Jugendsprache, die er oft verwendet... ("krass", "was abgeht"...)


    Ich glaube nichtmal das. Viel eher war da wohl nur ein engagiertes Fototeam vor Ort welches dann die Aufnahmen an die verschiedenen Pressestellen und Magazine weitergegeben bzw. verkauft hat. Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass ein im Vergleich zur Weltpresse (der Rolling Stone, Q, NME und wie sie alle heißen haben MJ ja auch mal gerne behandelt) kleines Jugendblättchen beim großen MJ und der Produktion der ersten Single als einziges dabei sein durfte.

  • naja, er hat den text in 20 minuten geschrieben. das ist so gesehen keine große sache.


    ok dann schreib mal einen TEXT in 20 min. für einen Song, der in 20 Ländern Nr.1 wird !!! :rofl


    ne Spaß beiseite, kann schon sein, dass es für einen Michael Jackson normal ist, aber das ist immerhin Black or White, vielleicht seine erfolgreichste Single überhaupt !!! Natürlich hatte er vor dem Schreiben schon eine Vorstellung wie der Song sein muss und musste es nur aufs Papier bringen. Aber trotzdem finde ich das irgendwie krass... bin mir sicher andere Künstler sitzen tagelang und überlegen sich was sie schreiben sollen....


    Die passende Melodie zu diesem Song zu finden, hat wohl bestimmt länger gedauert... :)

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